Verkürzter Zivildienst: Wohlfahrtsverbände laufen Sturm

Frankfurt/Main -  Im Wohlfahrtsverband geht die Angst um. Wie soll es mit dem Zivildienst weitergehen? Die Bundesregierung soll nach dem Schnellschuss von Verteidigungsminister Guttenberg ein Konzept vorlegen.

Ansonsten sei ein Rückzug von größeren Teilen der Mitgliedsverbände aus dem Zivildienst zu befürchten, sagte Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider der in Halle erscheinenden “Mitteldeutschen Zeitung“. Die Bundesregierung müsse jetzt “ganz schnell mit den Trägern des Zivildienstes Kontakt aufnehmen“ und Vorschläge unterbreiten, wie Zivildienstleistende nach der ab Oktober geplanten sechsmonatigen Dienstzeit freiwillig verlängern könnten.

Studie: Diese Jobs bringen weniger als Hartz IV

Studie: Diese Jobs bringen weniger als Hartz IV

Die 1,9 Prozent Geringverdiener in der Werbebranche und in der Marktforschung bekommen ein monatliches Nettogehalt von 1268 Euro, mit Kindergeld 1636 Euro. Als Hartz IV-Empfänger würden sie 17 Euro mehr bekommen. © dpa
In Callcentern arbeiten 13,1 Prozent Geringverdiener. Sie verdienen Brutto 1574 Euro ohne Kindergeld. Netto bleiben ihnen 1256 Euro - das sind 29 weniger als Hartz IV. © dpa
In der Rechtsberatungs-Branche sind 1,1 Prozent Geringverdiener beschäftigt. Ihr Bruttogehalt liegt bei 1552 Euro. Netto bleiben ihnen 1238 Euro - das sind 47 Euro weniger als Hartz IV. © dpa
Im Gartenbau und bei Gebäudebetreuung arbeiten 33,4 Prozent Geringverdiener. Sie bekommen monatlich 1535 Euro brutto. Netto bleiben ihnen 60 Euro weniger als mit Hartz IV. © dpa
Die Gastronomie beschäftigt 20,5 Prozent Geringverdiener. Durchschnittlich verdienen sie 1474 Euro brutto. Netto bleiben ihnen 1176 Euro und somit 109 Euro weniger als mit Arbeitslosengeld II. © dpa
Auch in der Hotelbranche sieht es nicht besser aus: Zwar zählen nur 9,5 Prozent zu den Geringverdienern, doch die verdienen satte 188 Euro weniger als Hartz IV-Empfänger. © dpa
Am schlechtesten bezahlt wird Zeitarbeit. In diesem Sektor werden 31,5 Prozent Geringverdiener beschäftigt. Ist man verheiratet, Alleinverdiener und hat zwei Kinder, bleiben netto 1007 Euro übrig. Das sind 278 Euro weniger als mit Hartz IV. © dpa
Es gibt auch Jobs, bei denen das Einkommen nur knapp über dem Arbeitslosengeld liegt. Dazu gehören Berufe wie Schlachter und Menschen, die Fleisch verarbeiten. 22,8 Prozent sind Geringverdiener und bekommen 1379 Euro. Als Hartz IV-Empfänger stünden ihnen 94 Euro weniger zu. © dpa
Noch schlechter verdienen Beschäftigte von Wach- und Sicherheitsdiensten. Sie arbeiten für 1379 Euro netto - das sind 79 Euro mehr als Hartz IV. © dpa
Angestellte des Einzelhandels arbeiten für 1331 Euro netto im Monat. Als Hartz IV-Empfänger bekämen sie 46 Euro weniger. © dpa
Die 0,9 Prozent Geringverdiener in der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsbranche bekommen netto 1321 Euro. Mit Hartz IV wären es auch nur 36 Euro weniger. © dpa
Auch unter Erziehern und Lehrern gibt es Geringverdiener - 0,8 Prozent. Ihr Nettogehalt beläuft sich auf 1319 Euro. Als Hartz IV-Empänger bekämen sie nur 35 Euro weniger. © dpa
Die 8,5 Prozent Geringverdiener in Pflegeheimen verdienen nur 18 Euro mehr als als Hartz IV-Empfänger. © dpa

“Nur mit solchen Optionen werden die Träger den Zivildienst weiter gewährleisten können. Sollte das in der verbleibenden Zeit nicht zu schaffen sein, gehe ich davon aus, dass viele unserer Träger aus dem Zivildienst ausscheiden werden.“ Nach den Worten des Bundesbeauftragten für den Zivildienst, Jens Kreuter, bereitet die Anpassung des Zivildienstes an die Pläne, die Wehrpflichtzeit auf sechs Monate zu verkürzen, auch der Regierung Sorgen: “Ich nehme es ausgesprochen ernst, dass die Einsatzstellen solche Probleme mit der Neuregelung haben. Wenn es keine Lösung gibt, kann es zu einer Ausstiegswelle kommen“, sagte Kreuter der “Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“.

Uneinigkeit über Anschlusslösung

In der Koalition sei man sich nicht einig über eine Anschlusslösung für den Zivildienst, erklärte der dem Bundesfamilienministerium zugeordnete Bundesbeauftragte. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hatte Sympathien für den Wunsch der Sozialverbände erkennen lassen, einen anschließenden freiwilligen Dienst finanziell vom Bund fördern zu lassen. Die FDP hatte jedoch Einspruch erhoben. Kreuter erklärte: “Ohne Zustimmung der FDP wird es nicht dazu kommen.“ Im Zweifel gebe es aber genug gemeinnützige Arbeiten zu erledigen, “vom Krankenhausdienst über das Straßenkehren bis zum Schneeschippen. Aber wir wollen alle nicht, dass es zu so einem Zivildienst kommt“, wird Kreuter zitiert.

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