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Ukraine-Krieg: Selenskyjs Berater sieht von Verhandlungen mit Moskau ab

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Von: Jens Kiffmeier, Bona Hyun

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Endet der Ukraine-Krieg im Frühling? Ein ukrainischer General hält dies für möglich. Ein Berater Selenskyjs sieht von Verhandlungen mit Moskau ab.

Update vom 20. November 2022 um 12:29 Uhr: Ein wichtiger Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Versuche des Westens, Kiew an einen Verhandlungstisch mit Moskau zu bekommen, als „bizarr“. Nach den militärischen Erfolgen, wie die Rückeroberung Chersons, kämen Verhandlungen im Ukraine-Krieg einer Kapitulation gleich. „Wenn man auf dem Schlachtfeld die Initiative hat, ist es etwas bizarr, [solche] Vorschläge zu erhalten“, zitierte der Nachrichtenagentur AFP Selenskyj-Berater Mykhaylo Podolyak.

Ukraine-Krieg: Ukrainischer General spekuliert, dass Krieg zum Frühlingsende vorbei sein wird

+++14:48 Uhr: Der ukrainische Vizeverteidigungsminister Wolodymyr Hawrylow spekuliert, dass der Ukraine-Krieg zum Frühlingsende vorbei sein wird. Der General hat sich in einem Interview mit dem TV-Sender Sky optimistisch gezeigt, dass die eigenen Truppen bis Ende Dezember auf die Krim vorrücken werden. Auch wenn sich aus militärischer Sicht der Krieg noch eine Weile hinziehen könnte, sei die Rückeroberung weiterer Gebiete durch die ukrainische Gegenoffensive nur eine Frage der Zeit, sagte Hawrylow.

+++14:09 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ruft Wladimir Putin zum Abzug russischer Truppen auf. „Beende diesen Krieg, ziehe deine Truppen zurück und mache den Weg frei für Gespräche über einen Frieden, der kein Diktatfrieden Russlands gegenüber der Ukraine sein kann“, sagte Scholz laut dem Spiegel. „Niemand darf sich das Territorium eines anderen aneignen“, ergänzte der SPD-Politiker.

Bundeskanzler Olaf Scholz
Ukraine-Krieg vor dem Ende? Bundeskanzler Scholz ruft Putin zum Abzug russischer Truppen auf. © Kay Nietfeld/dpa

Update von Samstag, 19. November, um 09:29 Uhr: Die Mobilisierung in Russland geht wohl verdeckt weiter. Das geht aus einem aktuellen Bericht der US-Kriegsforscher des Institute für the Study of War (ISW) vom Freitag hervor. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am 31. Oktober offiziell das Ende der Teilmobilisierung verkündet.

Soldaten im Ukraine-Krieg
Ein Ende des Ukraine-Kriegs rückte näher – doch Putins Mobilisierung in Russland geht wohl verdeckt weiter. © Roman Chop/dpa

Ukraine-Krieg: Rückt das Ende nahe? Papst Franziskus gibt Hoffnung nicht auf

+++ 12:36 Uhr: Papst Franziskus gibt die Hoffnung auf ein Ende im Ukraine-Krieg nicht auf. Es gebe weiter die Möglichkeit für Frieden, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche im Interview mit der italienischen Zeitung La Stampa. „Ja, ich habe Hoffnung. Lasst uns nicht aufgeben, Frieden ist möglich“, fügte er hinzu. Nur ein Waffenstillstand, der womöglich einer erneuten Aufrüstung diene, reiche nicht. Eigenen Angaben zufolge bewertet der Vatikan die Lage in der Ukraine mit Blick auf die Verhandlungen täglich und versucht ein Netz an Beziehungen für die Annäherung der Kriegsparteien aufzubauen. Mehrfach hat der Papst in der Vergangenheit Russlands Präsidenten Wladimir Putin Friedensgespräche über ein Kriegsende angeboten.

Ukraine-Krieg: Ende in Sicht? Russland bereitet sich auf Rückschläge bei neuer Gegenoffensive vor

Update von Freitag, 18. November 2022, um 11:03 Uhr: Nach der erfolgreichen Gegenoffensive der Ukraine stellt sich Russland offenbar auf weitere Rückschläge im Krieg ein. So fokussieren sich die russischen Streitkräfte nach ihrem Rückzug vom westlichen Ufer des Flusses Dnipro in den meisten von ihnen besetzten Teilen des Landes darauf, sich neu zu ordnen und Vorkehrungen zur Verteidigung zu treffen. Zu dieser Einschätzung der Lage kommt der englische Geheimdienst. Es sei erkennbar, dass nun mehr als 60 Kilometer hinter der eigentlichen Frontlinie neue Verteidigungslinien entstehen würden. Dennoch warnen die britischen Militärexperten davor, die Kampfkraft der kremltreuen Truppen zu unterschätzen. Ähnlich hatte sich einen Tag zuvor US-General Mark Milley geäußert, der trotz der offensichtlichen Verluste und Schwächen Russlands noch längst kein Ende des Krieges in Sicht sieht.  

Ukraine-Krieg: US-General vernichtet Hoffnung auf Kriegsende – „Rauswurf der Russen unrealistisch“

Update von Donnerstag, 17. November 2022, um 10:59 Uhr: Die Hoffnung auf ein schnelles Ende im Ukraine-Krieg wird in den USA nicht geteilt. So warnte der ranghöchste US-General Mark Milley davor, Russland zu unterschätzen. Trotz aller Rückschläge bei der erfolgreichen Gegenoffensive verfügten die Truppen des Kreml noch über eine enorme Kampfkraft, sagte der Generalstabschef und fügte hinzu: „Die Wahrscheinlichkeit eines ukrainischen militärischen Sieges – definiert als der Rauswurf der Russen aus der gesamten Ukraine, einschließlich der von ihnen beanspruchten Krim – ist militärisch gesehen nicht sehr hoch.“

Sieht ein Ende vom Ukraine-Krieg nur über Verhandlungen: US-General Mark Milley.
Sieht ein Ende vom Ukraine-Krieg nur über Verhandlungen: US-General Mark Milley. © Libkos/Susan Walsh/dpa

Ukraine-Krieg: Ende und Abzug Russlands im Winter rückt in Sicht – Für USA aber nur über Verhandlungen

Damit stellt sich der US-General gegen die Einschätzung in Kiew. Wegen der erfolgreichen Gegenoffensive in der Region um Cherson war die Hoffnung auf ein baldiges Ende vom Ukraine-Krieg aufgekeimt. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte bereits die Bedingungen an Russland formuliert: kompletter Abzug aus der Ukraine und Reparationszahlungen. US-General Mark Milley hält diese Ziele aber für zu ambitioniert. Dass der Krieg mit einem Rückzug Putins endet, vielleicht sogar im Winter, sei möglich, betonte er. Doch seiner Einschätzung nach führt der Weg nur über Verhandlungen.

Ukraine-Krieg endet nur mit Sieg – Selenskyj schließt Verhandlungen aus

Erstmeldung von Montag, 14. November 2022, um 14:03 Uhr: Indirekte Absage an einer Friedenslösung: Die Nato will die Ukraine nicht zu Verhandlungen mit Russland über ein Kriegsende drängen. So dementierte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg eine mögliche Einmischung der Militärallianz. Dies sei nicht die Sache der westlichen Politik, stellte er am Montag (14. November 2022) klar. „Nur die Ukraine alleine entscheidet, was für sie akzeptable Bedingungen sind.“ Und für die ukrainische Regierung kommt nur eines infrage: ein Sieg. Dennoch werden im Hintergrund bereits neue Gesprächskanäle für mögliche Verhandlungen eröffnet.

Ukraine-News: Rückt ein Ende vom Krieg nach Gegenoffensive in Cherson in Sicht?

In den vergangenen Wochen ist viel Dynamik in den Verlauf des Ukraine-Krieges gekommen. Mit einer erfolgreichen Gegenoffensive haben die ukrainischen Truppen die Invasoren aus Russland zurückgedrängt. Zuletzt eroberten die Verteidiger die besetzten Gebiete rund um Cherson zurück und könnten nun von dort aus auch neue Operationen zur Befreiung des Südens einleiten, weswegen die Spekulationen über ein rasches Kriegsende wieder Fahrt aufnehmen.

Am Montag besuchte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Region um Cherson. Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums wurden innerhalb weniger Tage bis zu 226 Ortschaften befreit. Bei den Ukrainerinnen und Ukrainer lässt allein diese Tatsache neue Hoffnung auf ein Kriegsende aufkeimen: „Wir alle spüren, dass der Sieg nah ist“, sagte Selenskyj bei dem Besuch an der Front. Bereits in den vergangenen Tage hatte er Putin ein Ende auf dem Schlachtfeld prophezeit.

Verhandlungen über Kriegsende: Experten sind sich über Verlauf des Ukraine-Kriegs unsicher

Doch wie realistisch ist das? Darf sich die Ukraine Hoffnungen auf ein Ende des Krieges machen? Militärexperten sind sich nicht ganz sicher. Zwar spricht einiges dafür. Nach dem Überfall wurde Russland weit zurückgedrängt und mit Cherson wurde nun eine wichtige Stadt zurückerobert. Dennoch warnen Fachleute vor einem zu frühen Siegestaumel. Russland, so heißt es in einer Analyse vom Institute for the Study of War (ISW), habe seine Truppen weitgehend unbeschadet in Sicherheit gebracht und könne sich auf einem kleineren Gebiet neu formieren. Mit einer schnellen Einstellung der Kämpfe sei deswegen eher nicht zu rechnen.

Will Russland im Ukraine-Krieg vollständig niederringen: Präsident Wolodymyr Selenskyj.
Will Russland im Ukraine-Krieg vollständig niederringen: Präsident Wolodymyr Selenskyj. © Ukraine Presidency/dpa

Ungeachtet dessen nimmt die Ukraine aber offenbar schon neue Ziele ins Visier. Bereits im Januar könnten laut dem früheren US-General Ben Hodges die Hafenstädte Mariupol und Melitopol zurückerobert werden, sodass dann von da die Offensive auf die besetzte Krim gestartet werden könnte. Doch wie lange sich die Kämpfe hinziehen, vermag niemand seriös einzuschätzen. Vieles hängt wohl auch von der Witterung des Winters ab – und vielleicht auch von möglichen Friedensgesprächen.

Ukraine-Krieg: Für einen Waffenstillstand formuliert Präsident Selenskyj zwei klare Bedingungen

Grundsätzlich verschließt sich Kiew nicht den Verhandlungen. Dennoch hat die Regierung von Selenskyj klare Bedingungen an einen Waffenstillstand: Erstens, Russland muss sich vollständig aus der Ukraine zurückziehen, einschließlich der Krim. Und zweitens soll Moskau für die Kriegsschäden finanziell aufkommen. Ob Russlands Präsident Wladimir Putin darauf eingeht? Eher unwahrscheinlich.

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Dennoch wurde nun ein erster zaghafter Versuch gestartet. Am Montag traf sich der Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, William Burns, mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Naryschkin in der Türkei. „Solche Gespräche haben tatsächlich stattgefunden“, bestätigte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa. Es war das erste Mal seit Januar, dass die USA und Russland offiziell miteinander geredet haben.

Wann endet der Ukraine-Krieg: Geheimdienste der USA und Russlands dementieren konkrete Verhandlungen

Konkrete Verabredungen zu Verhandlungen über ein Kriegsende soll es aber nicht gegeben haben. Wie die New York Times berichtete, habe Burns Russland vor allem vor dem Einsatz von Atomwaffen gewarnt. Auch sollen die Fälle von zu Unrecht in Russland inhaftierten US-Bürger angesprochen worden sein. Die ukrainische Regierung, so hieß es weiter, sei vorab über das Treffen informiert worden.

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