Scharfe Kritik

US-Militär zensiert wichtigen Bericht zu Afghanistan

US-Militär zensiert wichtigen Bericht zu Afghanistan
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Der sich verschärfende Krieg in Afghanistan wird nun noch undurchsichtiger.

Ein Bericht zum Wiederaufbau in Afghanistan und dem Krieg gegen die radikalislamischen Taliban hält wichtige Zahlen zurück -auf Anordnung des US-Militärs.

Kabul - Einer der nützlichsten Berichte zum Wiederaufbau in Afghanistan und dem Krieg gegen die radikalislamischen Taliban hält auf Anordnung des US-Militärs erstmals wichtige Zahlen zurück. Der vierteljährliche Bericht des Spezialinspekteurs des US-Senats für den Wiederaufbau in Afghanistan (Sigar) darf inmitten des sich verschärfenden Krieges mit den Taliban nun nicht mehr preisgeben, wie viele Bezirke unter Kontrolle der Islamisten stehen und wie viele die Regierung noch kontrolliert.

Sigar-Chef John Sopko kritisierte die Zensur scharf

Sigar sei vom US-Verteidigungsministerium angewiesen worden, diese Informationen nicht mehr zu veröffentlichen, heißt es im neuesten, am Dienstag veröffentlichten Report. Sigar-Chef John Sopko kritisierte die Zensur scharf. Der Stand der Bezirkskontrolle sei einer der letzten öffentlich zugänglichen Indikatoren gewesen für den Erfolg - oder das Versagen - von Bemühungen, Afghanistan sicherer zu machen.

Im vorherigen Bericht im Oktober hatte es geheißen, dass die Regierung nur noch 56,8 Prozent des Landes halte, während die Taliban nun wieder rund 13,3 Prozent des Landes kontrollierten oder beeinflussten. Rund 30 Prozent des Landes seien umkämpft.

Im vorherigen Quartalsbericht waren erstmals auch die Zahlen zu Opfern unter Sicherheitskräften zensiert worden. 2016 waren mehr als 8000 afghanische Soldaten und Polizisten getötet worden.

Der sich verschärfende Krieg in Afghanistan wird noch undurchsichtiger

Mit der weiteren Zensur des Sigar-Berichts wird der sich verschärfende Krieg in Afghanistan noch undurchsichtiger. Weitere Informationsquellen waren in den vergangenen drei Jahren wegen der sich drastisch verschlechternden Sicherheitslage mit der Schließung von UN-Büros und Hilfsorganisationen in den Provinzen weggefallen.

dpa

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