Erschreckende Zahl

UN-Flüchtlingshilfswerk: 700 Migranten in einer Woche ertrunken

In letzter Sekunde springen Flüchtlinge vor der libyschen Küste von einem sinkenden Boot. Foto: Italienische Marine
1 von 5
In letzter Sekunde springen Flüchtlinge vor der libyschen Küste von einem sinkenden Boot.
Mitarbeiter des Roten Halbmonds bergen an der libyschen Küste einen ertrunkenen Flüchtling. Foto: Archiv
2 von 5
Mitarbeiter des Roten Halbmonds bergen an der libyschen Küste einen ertrunkenen Flüchtling. Foto: Archiv
Auch sie bezahlten ihre Flucht mit dem Leben: Ertrunkene in der türkischen Küstenstadt Ayvalik. Foto: Archiv
3 von 5
Auch sie bezahlten ihre Flucht mit dem Leben: Ertrunkene in der türkischen Küstenstadt Ayvalik. Foto: Archiv
Eines der vielen Todesopfer der gefährlichen Flucht übers Mittelmeer wird von der italienischen Küstenwache nach Agrigento gebracht. Foto: Pasquale Claudio Montana Lampo/Archiv
4 von 5
Eines der vielen Todesopfer der gefährlichen Flucht übers Mittelmeer wird von der italienischen Küstenwache nach Agrigento gebracht. Foto: Pasquale Claudio Montana Lampo/Archiv
Leichenwagen auf Lampedusa: Vor der italienischen Insel kamen im Februar 2015 möglicherweise mehr als 330 Flüchtlinge ums Leben. Foto: Pasquale Claudio Montana Lampo/Archiv
5 von 5
Leichenwagen auf Lampedusa: Vor der italienischen Insel kamen im Februar 2015 möglicherweise mehr als 330 Flüchtlinge ums Leben. Foto: Pasquale Claudio Montana Lampo/Archiv

Rom - Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR befürchtet, dass bei Schiffsuntergängen vor der libyschen Küste im Mittelmeer in den vergangenen sieben Tagen vermutlich mindestens 700 Migranten umgekommen sind. 

Das teilte Carlotta Sami vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Rom mit. Es seien drei Schiffsuntergänge vom Mittwoch, Donnerstag und Freitag berücksichtigt. Überlebende Migranten hätten auch von Vermissten anderer Flüchtlingsboote berichtet, sagte Sami. "Wenn wir diese düsteren Zahlen zusammenführen, so schätzen wir, dass es mindestens 700 Opfer gibt - ohne Sicherheit in Bezug auf die Zahlen und die Identität der Opfer." 

550 Menschen von einem Boot, das am Donnerstag gekentert sei, würden vermisst, sagte Sami. Etwa 100 könnten im Rumpf eines am Mittwoch gesunkenen Schiffes gefangen sein. Bei einem dritten Schiffbruch am Freitag sei die Zahl der Opfer unklar.

Gutes Wetter - Mehr wagen die Überfahrt

Seit vergangenem Montag erreichen wieder mehr Migranten Italien auf dem Seeweg. Mit Hilfe der Küstenwache konnten rund 13 000 Menschen gerettet sowie 50 Todesopfer geborgen werden. Knapp 1700 Flüchtlinge sind der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge zudem an der Küste gelandet. Zuletzt waren in der Nacht zum Sonntag 40 Menschen „nach einer schwierigen Suche“ von einem Schlauchboot nahe der Insel Lampedusa gerettet worden, wie die Küstenwache auf Twitter mitteilte.

Nach der Schließung der Balkanroute über Griechenland und die Türkei ist Italien zum Hauptzugangsweg für Migranten nach Europa geworden. IOM-Zahlen zufolge erreichten im Zeitraum vom 19. bis 26. Mai nur 272 Flüchtlinge Griechenland; 5674 kamen nach Italien. Die meisten brechen von Libyen auf. Dort warten laut IOM zwischen 100 000 und 200 000 Menschen auf die Überfahrt nach Europa.

Die Mehrzahl der Ankömmlinge in Italien stammen laut Sami vom Horn von Afrika sowie vom südlichen Teil des Kontinents. Einige kämen auch aus Algerien, Ägypten, Marokko und Syrien.

Mehr als 70 Schlepperboote hätten in der vergangenen Woche in Libyen abgelegt, meldete die Nachrichtenagentur ANSA unter Berufung auf Kreise des italienischen Innenministeriums. Einige seien auch aus ägyptischen Häfen gekommen. Viele Boote seien kaum seetüchtig.

EVP-Chef Weber: Kampf gegen Schlepper notfalls auch mit Waffengewalt

Der CSU-Europaabgeordnete Manfred Weber forderte die Zerstörung des Schlepperunwesen notfalls mit Gewalt, um „das Sterben im Mittelmeer“ zu beenden. „Gegen die Schlepper muss man mit aller Härte vorgehen“, sagte der EVP-Fraktionschef im Europaparlament der „Bild am Sonntag“. „Wenn es darauf ankommt, auch mit dem Einsatz von Waffen und innerhalb der 12-Meilen-Zone vor Libyen.“ Zudem müsse man mit den Staaten Nordafrikas Abkommen gegen die illegale Migration schließen.

Der österreichische Außenminister Sebastian Kurz erklärte, Europa dürfe sich in der Flüchtlingspolitik nicht von der Türkei abhängig machen. Er forderte den „gemeinschaftlichen Schutz der Außengrenzen“, humanitäre Hilfe vor Ort und die Zurückweisung illegaler Einwanderer. Man müsse „klar sagen: Wir in Europa und nicht die Schlepper entscheiden, wen wir aufnehmen“, sagte er dem „Spiegel“.

dpa/afp

Das könnte Sie auch interessieren

Beachparty in Schwarme

Die DJ´s und das FFN Team sorgten für beste Stimmung bei der Schwarmer Beachparty am vergangenen Samstag. Kulinarisch bestens mit Leckereien, …
Beachparty in Schwarme

The Magic Of Santana in Rotenburg

Beim Konzert der Tribute-Band "The Magic Of Santana" am Rotenburger Weichelsee wurden bei den meisten Besuchern Erinnerungen an das legendäre …
The Magic Of Santana in Rotenburg

Party auf dem Deichbrand am Samstag

Party nonstop im Infield auf dem Deichbrand Festival an der Nordsee. Zur Musik der Donots oder auch zu AnnenMayKantereit wurde abgerockt vor der …
Party auf dem Deichbrand am Samstag

Gute Stimmung auf dem Campingplatz beim Deichbrand

Was für eine tolle Stimmung - nicht nur im Infield wird mächtig gerockt, sondern auch auf dem Campingplatz feiern die Besucher des Deichbrand …
Gute Stimmung auf dem Campingplatz beim Deichbrand

Meistgelesene Artikel

Fünf deutsche IS-Frauen in Tunnel in Mossul entdeckt - ist eine davon Linda W. (16)?

Fünf deutsche IS-Frauen in Tunnel in Mossul entdeckt - ist eine davon Linda W. (16)?

Steinmeier für „deutliche Haltsignale“ gegenüber der Türkei

Steinmeier für „deutliche Haltsignale“ gegenüber der Türkei

Bundesfinanzminister Schäuble vergleicht die Türkei mit der DDR

Bundesfinanzminister Schäuble vergleicht die Türkei mit der DDR

Tempelberg-Krise eskaliert - Palästinenser stoppen Kontakt zu Israel

Tempelberg-Krise eskaliert - Palästinenser stoppen Kontakt zu Israel