Plötzlich Kanzler?

Umfrage-Hammer: Olaf Scholz hat Laschet fast eingeholt

Prognose zur Bundestagswahl 2021: Die SPD rauscht in einer Umfrage nach oben – und liegt plötzlich vor den Grünen, knapp hinter der CDU. Was ist da passiert?

Berlin – Am Mittwoch tourte Armin Laschet (CDU) für seinen Wahlkampf durch Niedersachsen. Doch eine neue Forsa-Umfrage sorgte im Unionslager für lange Gesichter. Denn der Vorsprung auf die Konkurrenz schmilzt langsam aber sicher dahin. So liegt der Unions-Kanzlerkandidat nur zwei Prozentpunkte vor seinem SPD-Herausforderer Olaf Scholz, wie aus der aktuellen Erhebung für das RTL/n-tv-Trendbarometer hervorgeht. Das Ergebnis ist eine faustdicke Überraschung: Denn so dicht hatten die Union und Sozialdemokraten seit März 2017 nicht mehr beieinander gelegen.

Deutscher Politiker:Olaf Scholz (SPD)
Geboren:14. Juni 1958 (Alter 63 Jahre), Osnabrück
Privat:verheiratet, keine Kinder
Aktuelles Amt:Bundesfinanzminister und Vizekanzler

Bundestagswahl 2021: Prognose sieht Olaf Scholz (SPD) plötzlich knapp hinter Armin Laschet (CDU)

Für Scholz ist das mehr als ein Achtungserfolg. Vor genau einem Jahr wurde er von seiner Partei zum Kanzlerkandidaten gekrönt. Doch monatelang lag er in den Umfragen abgeschlagen hinter CDU und Grünen. Zwar rangierte er in den persönlichen Beliebtheitswerten immer vor Laschet und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (Grüne). Doch die SPD selber konnte in der Wählergunst nie zulegen. Doch das ändert sich nun – auch weil die Wahlkampfstrategen im Willy-Brandt-Haus diese Entwicklung vorausgesehen und die Kampagne zielsicher im Schlusssspurt auf Scholz zugeschnitten haben.

Hat eine erfolgreiche Aufholjagd gestartet: Kanzlerkandidat Olaf Scholz (SPD).

Laut Forsa schafft es die CDU auf 23 Prozentpunkte, die SPD liegt aber erstmals mit 21 Prozentpunkten knapp dahinter. Die Grünen indes verlieren und rutschen mit 19 Punkten auf Rang drei ab. Bei FDP (12), AfD (10) und Linkspartei (6) änderte sich unterdessen kaum etwas. Gleich geblieben ist auch das Ranking nach der persönlichen Präferenz. Könnten die Deutschen den Kanzler direkt wählen, dann würden sich 29 Prozent für Scholz entscheiden, 15 Prozent für Baerbock und nur 12 Prozent für Laschet.

Den Angaben zufolge kann Scholz dabei auch zunehmend bei enttäuschten Unionswählern punkten. Gerade diese Tatsache ist für Laschet ein ungeheurer Tiefschlag. Hatte er lange wie der sichere Sieger im Rennen um die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ausgesehen, leistete er sich mit einer Plagiatsaffäre oder seinem unglücklichen Auftreten im Flut-Katastrophen-Management einige Patzer und würgte seinen Wahlkampf selber ab. Selbst Parteifreunde geißeln seine Kampagne mittlerweile unverhohlen als inhaltsleer.

Umfrage: Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (Grüne) verliert deutlich an Zustimmung

Genau vor diesem Hintergrund will auch die Debatte um einen personellen Austausch an der Spitze der Union nicht verstummen. So sieht ein Großteil der Unionsanhänger im bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) weiterhin den besseren Kanzlerkandidaten. So gaben ein Viertel der Wahlberechtigten, die derzeit eine andere Partei als die Union favorisieren, an, bei einem Wechsel der Kanzlerkandidatur zu Söder doch lieber CDU oder CSU zu wählen, teilte Forsa mit. Mache dabei nur die Hälfte ihre Ankündigung wahr, dann käme die Union auf 33 Prozent, hieß es weiter.

Doch trotz der vermeintlich besseren Aussichten wird es wohl wenige Wochen vor dem Urnengang keine Personalrochade mehr geben. Stattdessen soll der angeschlagene Laschet erst einmal ungeahnte Wahlkampfhilfe bekommen – und zwar von der Kanzlerin persönlich. Eigentlich wollte Merkel nach 16 Jahren an der Spitze nicht mehr in den Wahlkampf eingreifen. Doch nun plant sie doch ein paar Auftritte, um den strauchelnden Laschet unter die Arme zu greifen.

In Niedersachsen konnte er am Mittwoch aber noch nicht auf ihre Schützenhilfe zählen. In Oldenburg muss er noch alleine auf die Bühne und um verlorene Stimmen kämpfen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © David Young/dpa/picture alliance

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