Herber Dämpfer

Umfrage: Fast zwei Drittel der Bürger wollen Seehofer-Rücktritt - Bayern mögen selbst Merkel lieber

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Seehofer und die CSU.

Fast zwei Drittel der Bundesbürger sind für einen Rücktritt von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) nach dessen Dauerstreit mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die Flüchtlingspolitik.

In dem am Montag von den Fernsehsendern RTL und n-tv veröffentlichten Trendbarometer waren 62 Prozent der Befragten der Ansicht, dass er zurücktreten solle. Sogar eine Mehrheit der CSU-Anhänger (56 Prozent) ist für seinen Rücktritt.

Das Ansehen Seehofers hat in den vergangenen Wochen offensichtlich enorm gelitten. Laut der Umfrage halten ihn knapp zwei Drittel der Bürger (62 Prozent) für einen "Störenfried", nur ein gutes Viertel (27 Prozent) sieht in ihm einen "aufrechten Politiker". Selbst unter den CSU-Anhängern betrachtet knapp die Hälfte der Befragten (46 Prozent) den CSU-Chef als "Störenfried". Die Bilanz von Seehofers ersten 125 Tagen als Innenminister lesen Sie hier nach.

Noch größer ist die Ablehnung unter den Anhängern der anderen Parteien. Einzige Ausnahme sind die AfD-Anhänger. 84 Prozent von ihnen halten den Innenminister für einen "aufrechten Politiker", 90 Prozent sehen keinen Grund für einen Rücktritt.

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Merkel beliebter als Seehofer und Söder in Bayern

Auch in der Rangliste der wichtigsten deutschen Politiker stürzt Seehofer genauso wie der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ab. Im Vergleich zum vorherigen Ranking im April verlor Söder zehn Punkte und Seehofer sogar elf Punkte. Auf einer Skala von eins bis 100 kommt Söder nur noch auf 32 Punkte, Seehofer auf 31 Punkte. Schlechter schneiden nur noch die AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel und Alexander Gauland ab. An der Spitze der Rangliste steht Kanzlerin Merkel. Auch in Bayern haben die beiden CSU-Politiker an Vertrauen eingebüßt. Drei Monate vor der Landtagswahl kommt Söder in seinem Heimatland nur noch auf 45 Punkte (minus 9 Punkte gegenüber April), Seehofer nur noch auf 39 Punkte (minus 10). Angela Merkel ist in Bayern nach dem unionsinternen Streit mit 47 Prozent beliebter als die beiden Christsozialen.

Bei einer Bundestagswahl käme die Union laut der Umfrage derzeit auf 31 Prozent. Die SPD liegt mit 17 Prozent nur knapp vor der AfD mit 16 Prozent. Die Grünen würden 13 Prozent der Stimmen bekommen, FDP und Linkspartei jeweils neun Prozent.

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Zu ihrer Parteienpräferenz befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa vom 9. bis 13. Juli 2505 Menschen. Die Werte zum Ansehen Seehofers beruhen auf den Angaben von 1004 Befragten am 12. und 13. Juli. Für das Politikerranking befragte Forsa am 10. und 11. Juli 1011 Menschen. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei bis zu drei Prozentpunkten.

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afp, mke

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