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Um nicht an die Front zu müssen: Russische Truppen zerstören eigene Fahrzeuge

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Von: Fabian Raddatz

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Ukrainische Soldaten auf Patrouille in der Ukraine.
Russische Soldaten in der Ukraine. © dpa

Moral unter Putins Truppen scheint miserabel zu sein. Nach US-Berichten zerschießen russische Soldaten ihre eigenen Fahrzeuge, um nicht in den Ukraine-Krieg zu müssen.

Kiew – Im Ukraine-Krieg hat Russland mit schlechter Moral in den eigenen Reihen zu kämpfen. Das legt das neueste Pressebriefing des US-Verteidigungsministeriums zur Lage in der Ukraine nahe. Demnach belasten die hohen Opferzahlen und der mangelnde Fortschritt die Einsatzbereitschaft unter Putins Soldaten.

So gebe es „anekdotische Beweise“, dass russische Soldaten die Befehle ihrer Kommandeure missachten, berichtet Focus-Online und zitiert dabei einen Pentagon-Experten. Dieser sieht nicht nur niedere Fußsoldaten betroffen, sondern auch mittlere Teile der Militär-Hierarchie und teilweise sogar Bataillons-Kommandeure.

Um nicht an die Front zu müssen: Russische Truppen zerstören eigene Fahrzeuge

Besonders faul sei die Moral unter den Einheiten, die rund um die ukrainische Stadt Saporischschja stationiert sind. Weil es mit der Operation nicht voranginge, sehr ineffizient sei, würden sich die Soldaten regelmäßig betrinken. Und nicht nur das: Wie der US-amerikanische Thinktank „Institute for the Study of War“ (ISW) berichtet, schießen die Russen auf ihre eigenen Fahrzeuge. 20 Transportfahrzeuge sollen dabei bereits zerstört worden sein.

Berichte über die schlechte Moral der russischen Truppen sind nicht neu. Das liegt auch daran, dass Wladimir Putin noch immer schlecht ausgebildete Wehrpflichtige in die Ukraine sendet, arme Minderheiten ins Feuer schickt oder Russlands Panzer haufenweise im Matsch versinken. Auch der ukrainische Generalstab hatte berichtet, dass die Opferzahlen unter russischen Soldaten gravierend seien und der Kampfwille stark zurückgegangen sei.

Russen sabotieren sich selbst: Viele russische Bataillone laut ISW stark dezimiert

Auch die Söldner im Ukraine-Krieg, Putins „Bluthunde“, hatten zuletzt Kampfkraft einbüßen müssen. So forderte etwa die berüchtigte „Wagner-Gruppe“ „dringend“ Verstärkung für den Donbass. Die Truppe – von Despot Ramsan Kadyrow für Attentate in die Ukraine gehetzt – forderten mehrere Hunderttausend neue Kämpfer in der Ostukraine vom Kreml unter Putin, der die Wut vom FSB schürt.

Laut ISW seien viele russische Bataillone personell stark dezimiert. Immer wieder würden Truppen aus der Ukraine nach Russland zurückkehren, um dort die Verluste auszugleichen und Nachschub aufzunehmen. Das Ergebnis: zusammengewürfelte Einheiten, die auf den gemeinsamen Kampf gar nicht oder nur unzureichend vorbereitet seien.

Zudem setzen auch Kriegsberichte den russischen Truppen zu, in denen diese lächerlich gemacht werden. Etwa, wenn ukrainische Bauern der russischen Armee Panzer abzocken, Landmaschinen per Wegfahrsperre außer Gefecht gesetzt werden. Oder auch eine ganze Feldküche – inklusive Essen.

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