Ukraine-Affäre

Ukrainischer Präsident in der Zwickmühle: Das bedeutet die Whistleblower-Affäre für Kiew

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Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gerät in der Whistleblower-Affäre unter Druck: „Ich bin der Präsident eines unabhängigen Landes.“

Kiew - US-Präsident Donald Trump soll seinen ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj bedrängt haben, belastendes Material gegen den Sohn von Joe Biden zu liefern. Biden will der nächste Präsidentschaftskandidat der Demokraten werden. Nancy Pelosi, Sprecherin der Demokraten im Repräsentantenhaus, will deshalb einAmtsenthebungsverfahren gegen Trump einleiten. 

Nicht nur für den US-Präsidenten sind diese Vorwürfe belastend, auch der ukrainische Präsident Selenskyj befindet sich nun mitten in der sogenannten Whistleblower-Affäre. Es wird vermutet, dass Donald Trump einen Deal aushandeln wollte: Finanzielle Unterstützung für Kiew im Austausch gegen Informationen über Bidens Sohn. Hat Trump Druck auf Selenskyj ausgeübt, um seinen möglichen Gegner bei der Wahl 2020 zu schaden?

Ukrainischer Präsident zu Trump: Niemand kann mich unter Druck setzen

Der ukrainische Präsident hat sich nun zu Wort gemeldet. „Niemand kann mich unter Druck setzen. Ich bin der Präsident eines unabhängigen Landes. Nur ein Mensch kann mich unter Druck setzen - nur mein Sohn, der sechs Jahre alt ist“, sagte Wolodymyr Selenskyj einem Reporter des staatlichen Fernsehsenders Rossija 24 laut spiegel-online.

Am 25. Juli führten die beiden Politiker ein Telefonat. Medienberichten zufolge soll der US-Präsident den ukrainischen Kollegen mehrfach aufgefordert haben, mit seinem Anwalt Rudy Giuliani zusammenzuarbeiten, um Ermittlungen gegen Bidens Sohn Hunter einzuleiten. Trump soll den Berichten zufolge kurz vor dem Telefonat angeordnet haben, bereits zugesagte Hilfen von rund 400 Millionen US-Dollar für die Ukraine zunächst zurückzuhalten. Die Hilfsgelder für Kiew sind inzwischen geflossen.

Finanzielle Hilfe von Trump wichtig für Ukraine

Sollten die Vorwürfe stimmen, steht Selensky vor einer schwierigen Situation. Geht der ukrainische Präsident auf Trumps Forderung ein, würde der Vorwurf wahrscheinlich lauten, er habe sich in die US-Präsidentschaftswahl eingemischt. Geht er nicht darauf ein, hat er den US-Präsidenten gegen sich. Die finanzielle und militärische Hilfen aus Washington sind für den neuen ukrainischen Präsidenten aber enorm wichtig. Die Ukraine ist ein schwer gebeuteltes Land. Es wird seit Jahren durch die russische Annexion der Krim-Halbinsel, den Krieg im Donbass und die schlechte Wirtschaftslage erschüttert. Vor seiner Wahl zum Präsidenten betonte Selenskyj auch stets, die Korruption bekämpfen zu wollen.

erb

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