Rathaus besetzt

Ukraine: Regierungsgegner protestieren weiter

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Tausende Menschen demonstrieren auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew.

Kiew/Brüssel - Bei erneuten Protesten in der Ukraine haben Tausende Oppositionsanhänger direkt im Regierungsviertel in Kiew den Rücktritt von Ministerpräsident Nikolai Asarow gefordert.

Ein Amtsverzicht des engen Vertrauten von Staatschef Viktor Janukowitsch wäre ein „erster wichtiger Schritt“, sagte Arseni Jazenjuk von der Vaterlandspartei der inhaftierten Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko. Hunderte Demonstranten hielten am Montag weiter die Gewerkschaftszentrale und das Rathaus besetzt. Die Polizei rief die Oppositionsanhänger auf, die Gebäude unverzüglich zu räumen.

Beobachter sprachen von deutlich weniger Demonstranten als am Vortag. Hunderttausende Menschen hatten in Kiew den Rücktritt von Asarow und Janukowitsch sowie einen Westkurs ihres Landes gefordert. Nach den Massenprotesten harrten etwa 5000 Menschen in der Nacht zum Montag im Zentrum von Kiew aus. Sie errichteten auf dem zentralen Unabhängigkeitsplatz (Maidan) zahlreiche Zelte und auch Barrikaden.

Bei leichtem Regen und plus vier Grad Celsius wärmten sich viele an kleineren Feuern. Am Rande der Kundgebung war es zu Zusammenstößen von Randalierern mit der Polizei gekommen. Mindestens 165 Menschen seien dabei verletzt worden, teilten die ukrainischen Behörden mit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warte angesichts der Ausschreitungen vor Gewalt gegen friedliche Demonstranten. Merkel forderte Präsident Viktor Janukowitsch und dessen Regierung am Montag auf, „alles zu tun, um die freie Meinungsäußerung und das Recht auf friedliche Demonstrationen stets zu schützen“. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, von den Pro-Europa-Kundgebungen gehe eine „sehr klare Botschaft“ aus.„Es ist zu hoffen, dass auch Staatspräsident Janukowitsch diese Botschaft wahrnimmt.“ Deutschland sei weiterhin bereit, das von der Ukraine auf Eis gelegte Assoziierungsabkommen mit der EU zu unterzeichnen.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen rief Regierung und Demonstranten im zweitgrößten Flächenstaat Europas zur Absage an Gewalt auf. „Ich appelliere an alle Parteien, unter allen Umständen auf Gewalt zu verzichten“, heißt es in einer in Brüssel veröffentlichten Erklärung. Es sei „das Recht des Volkes, überall seine Ansicht in demokratischer Weise auszudrücken“, betonte er.

dpa

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