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Ukraine-Krieg: Welle der Solidarität mit Flüchtlingen aus der Ukraine

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Von: Alexander Eser-Ruperti

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Der Ukraine-Krieg zwingt viele Ukrainerinnen und Ukrainer zur Flucht. Die Solidarität mit ukrainischen Flüchtlingen ist auch in Deutschland groß.

Kiew – Der Krieg in der Ukraine dauert an, noch immer ist trotz Gesprächen zwischen den Verhandlungspartnern aus Russland und der Ukraine kein Ende in Sicht. Die aktuelle Situation zwingt viele Ukrainerinnen und Ukrainer zur Flucht, sie verlassen ihre Heimat aus der schieren Angst um ihr Leben. In Deutschland ist die Solidaritätsbereitschaft mit Flüchtlingen aus dem Kriegsland groß – aus der Bevölkerung, der Politik oder sogar vonseiten der Deutschen Bahn. Geflüchteten aus anderen Ländern wird hingegen deutlich weniger Anteilnahme und Hilfsbereitschaft zuteil.

Nancy Faeser: Flüchtlinge aus der Ukraine können Fluchtziel frei wählen

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) äußerte sich als letzte in einer Reihe von Politikerinnen und Politikern zu den derzeitigen Fluchtbewegungen im Rahmen des Kriegs in der Ukraine. Faeser erklärte, Flüchtlinge aus der Ukraine könnten vorerst selbst aussuchen, in welchem Land sie Zuflucht suchen, das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. „Ich glaube, dass jetzt innerhalb der Europäischen Union die Menschen aus der Ukraine vor allem dorthin gehen, wo sie viele Freunde, Verwandte und Bekannte haben“, so Faeser im Deutschlandfunk.

Ukraine-Konflikt: Ein Mädchen aus der Ukraine hält einen Hund, als sie mit einer anderen Frau an einem Grenzübergang zu Polen ankommt. Die Solidarität mit Geflüchteten aus der Ukraine ist auch in Deutschland groß. (Symbolbild)
Ukraine-Konflikt: Ein Mädchen aus der Ukraine hält einen Hund, als sie mit einer anderen Frau an einem Grenzübergang zu Polen ankommt. Die Solidarität mit Geflüchteten aus der Ukraine ist auch in Deutschland groß. (Symbolbild) © Visar Kryeziu/dpa

Die Innenministerin führte fort, es sei kein Verteilungsschlüssel für die Aufnahme Geflüchteter geplant, „wenn die Aufnahme funktioniert“. Der Umgang mit Geflüchteten aus anderen Regionen der Welt ist in Deutschland derweil insgesamt deutlich restriktiver. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks sind seit Beginn des Kriegs in der Ukraine mehr als eine Million Menschen aus dem Land von Präsident Wolodymyr Selenskyj geflüchtet. Die meisten von ihnen befinden sich derzeit in den angrenzenden Ländern wie Moldau, Polen oder Ungarn. Alleine in Polen sucht über eine halbe Million Menschen Schutz vor dem Krieg.

Aufnahme Flüchtlinge Ukraine privat: Immer mehr Menschen zu privater Unterbringung und Spenden bereit

Auch die Bereitschaft zur privaten Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine in Deutschland wächst. Im Internet gibt es bereits Portale, in denen sich Freiwillige zur Aufnahme von Geflüchteten melden können. Eines von ihnen heißt „Zusammen Willkommen“, eine Initiative, die schon 2015 aktiv die Aufnahme Geflüchteter organisiert hat. Doch es gibt noch weitere Initiativen in Deutschland, etwa die Aktion „Unterkunft für Menschen aus der Ukraine“. Auch sie vermittelt die Unterbringung bei Privatpersonen. Nach Angaben der Organisation haben sich bereits über 66.000 Unterstützerinnen und Unterstützer gefunden.

Mareike Geiling, Mitbegründerin von „Zusammen Willkommen“ erklärt gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, wer sich zur Aufnahme Geflüchteter anbietet, müsse auch längerfristig dazu bereit sein. Sie sagt. „Die Frage ist, was passiert dann nach zwei oder vier Wochen mit der Person?“. Geiling warnt davor, die betroffene Person aus einem Umfeld zu reißen, an das sie sich gerade gewöhnt hat. Knapp jeder dritte Deutsche ist nach einer Umfrage des Instituts „YouGov“ derweil bereit, für die Ukraine zu spenden. Rund 13 Prozent der Befragten gaben an, im Zuge des Kriegs bereits Geld oder Sachgüter gespendet zu haben.

Deutsche Bahn: Kostenfreie Weiterreise für Flüchtlinge aus der Ukraine – andere Geflüchtete können von sicheren Fluchtwegen nur träumen

Auch die Deutsche Bahn möchte ukrainischen Flüchtlingen die Weiterreise auf ihrer Flucht erleichtern. Flüchtlinge aus der Ukraine können jetzt 40 internationale Fernzüge kostenfrei nutzen, um aus Österreich, Tschechien oder Polen nach Deutschland zu gelangen. Die Deutsche Bahn erklärte, dazu sei lediglich die Vorlage des ukrainischen Reisepasses oder Ausweises nötig. Der Konzern arbeitet in diesem Rahmen mit den Bahnen aus Österreich und Tschechien zusammen.

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Die Flucht von Menschen aus der Ukraine soll so leicht wie möglich gestaltet werden, das ist gut und absolut richtig so. Derweil sind sichere Fluchtrouten für Flüchtende aus anderen Regionen der Welt nach wie vor weder vorhanden, noch gewollt. Immer wieder gibt es Berichte von illegalen „Pushbacks“ auf dem offenen Meer, das längst zu einem Massengrab geworden ist – Europa zeigt einen deutlich unterschiedlichen Umgang mit den verschiedenen flüchtenden Gruppen. Von der Welle an Solidarität, die den Menschen aus der Ukraine aktuell zuteilwird, können Flüchtende aus anderen Weltregionen, die nach Europa oder Deutschland wollen, derzeit nur träumen. Immer wieder hatte es in Deutschland in den letzten Monaten und Jahren Berichte von rassistischen Angriffen auf Geflüchtete gegeben.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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