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Putin-Sprecher warnt Nato vor Waffenlieferungen an Ukraine: „Könnte Konflikt auf neues Level heben“

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Von: Marcus Giebel

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Wladimir Putin (r.) spricht mit Dmitri Peskow
Für Drohungen in Richtung Westen sind im Kreml andere zuständig: Wladimir Putin (r.) schickt vor dem Nato-Treffen seiner Sprecher Dmitri Peskow (l.) vor. © IMAGO / ITAR-TASS

Der Westen debattiert neue Waffenlieferungen an die Ukraine. Das Treffen in Ramstein beunruhigt wohl auch Moskau. Kreml-Sprecher Peskow schickt eine Drohung.

München – In Ramstein wird auch über die Zukunft der Ukraine entschieden. Nämlich über den weiteren Verlauf des Ukraine-Kriegs, der seit nunmehr fast elf Monaten tobt. Beim Treffen der Verteidigungsminister von 50 Staaten auf dem US-Luftwaffenstützpunkt geht es um die Frage, wie das von Russland überfallene Land fortan unterstützt werden soll. Sogar mit Kampfpanzern? Gibt Deutschland das Go für den Leopard 2?

Fraglos werden auch Wladimir Putin und seine Vertrauten ganz genau nach Ramstein blicken. Denn seit Monaten tun sich die vom Kreml entsandten Truppen schwer, das zunächst eroberte Gebiet zu halten und weiteres Land einzunehmen. Da verwundert es nicht, dass in Moskau bereits im Vorfeld mit dem sprichwörtlichen Säbel gerasselt wird.

Treffen der Ukraine-Unterstützer in Ramstein: Peskow warnt vor „neuem Level“ im Krieg

Ganz vorne dabei ist – wie könnte es anders sein – Ex-Präsident Dmitri Medwedew, der einmal mehr via Telegram Atomdrohungen ausstieß. Aber auch Dmitri Peskow meldete sich zu Wort. Der Kreml-Sprecher warnte den Westen nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax vor der Lieferung von schweren Waffen, mit der die Ukraine russisches Territorium angreifen könnte. Das dürfte auch die von Russland im vergangenen Jahr völkerrechtswidrig annektierten Regionen Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja einschließen.

Peskow warnte die Ukraine-Unterstützer vor „möglicherweise extrem gefährlichen“ Entscheidungen: „Das würde den Konflikt natürlich auf ein neues Level heben, was aus Sicht der globalen und gesamteuropäischen Sicherheit nichts Gutes bedeutet.“ Schon jetzt verfüge die Ukraine über Rüstungsgüter, die Angriffe auf russisches Gebiet erlauben würden, ergänzte der 55-Jährige, der zugleich angesichts von Medwedews Verweis auf einen möglichen Atomkrieg betonte, Russland plane keine Verschärfung seiner Atomdoktrin.

Video: Kanzler Scholz wegen Leopard-Panzern unter Druck

Ukraine-Krieg: Russischer Botschafter in USA hält Niederlage für unmöglich

Zuvor hatte auch Anatoli Antonow, russischer Botschafter in den USA, den Westen zur Zurückhaltung gemahnt. Sollte die Ukraine mit westlichen Waffen Russland oder Krim angreifen, werde Moskau mit Vergeltung antworten, stellte der 67-Jährige klar.

„Es sollte für jeden offensichtlich sein: Unabhängig davon, welche Waffen die Amerikaner oder die Nato dem Regime von Wolodymyr Selenskyj liefern: Wir werden sie zerstören. Es ist einfach unmöglich, Russland zu besiegen.“ In Richtung USA legte Antonow nach, Washington dränge „das Kiew-Regime dazu, Terrorattacken in Russland zu verüben“, indem es darauf bestehe, dass die Krim zur Ukraine gehöre und Kiew sein Territorium mit US-Waffen verteidigen dürfe.

Ein Leopard 2 wird auf einen Transporter verladen
Bald in der Ukraine im Einsatz? Einer der begehrten Leopard-2-Kampfpanzer wird in Deutschland verladen. (Szene aus dem Sommer 2022) © IMAGO / Sven Eckelkamp

Nato-Unterstützung für Ukraine: Oberbefehlshaber fordert „Gleichgewicht aller Systeme“

Ob diese Warnungen fruchten werden, wird vorerst das nicht nur in Moskau mit Spannung erwartete Ramstein-Treffen zeigen. Christopher Cavoli, Oberbefehlshaber der Nato-Truppen in Europa, schreckt nach eigenen Angaben nicht vor der Gefahr einer Eskalation zurück. „Können wir das Risiko kontrollieren? Ja, auf jeden Fall. Ich denke, wir können mit dem Risiko generell umgehen“, sagte der in Würzburg geborene US-Amerikaner am Rande eines Treffens des Nato-Militärausschusses in Brüssel.

Zugleich machte der General klar, es gebe „kein einzelnes Waffensystem, das eine Wunderwaffe ist“. Vielmehr sei ein „Gleichgewicht aller Systeme“ nötig, damit sich die Ukraine gegen Russland verteidigen könne. Cavoli betonte zudem, dass die moderne westliche Panzertechnologie der russischen überlegen sei. Ein weiterer Wink in Richtung Berlin und für den neuen Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). (mg)

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