1. Startseite
  2. Politik

Rückschlag im Schwarzen Meer: Ukraine bombardiert russische Bohrinseln

Erstellt:

Von: Nail Akkoyun

Kommentare

Im Schwarzen Meer attackiert die Ukraine mehrere russische Bohrinseln. Die Offshore-Plattformen könnten künftig häufiger Ziel von Angriffen werden.

Krim – Die ukrainische Armee hat erneut zu einem Schlag gegen Putins Infrastruktur ausgeholt: Am Montag (20. Juni) ist es zu einem Angriff auf eine russische Bohrinsel im Schwarzen Meer gekommen. Dies berichtet die russische Zeitung The Moscow Times. Demnach war der Einschlag einer ukrainischen Rakete so groß, dass man die Rauchsäule noch zwei Tage später auf Bildern eines Nasa-Satelliten gesehen hat.

Ukraine bombardiert russische Bohrinseln: Kiew gelingt Schlag gegen Putins Förderplattform

Wie russische Behörden mitteilten, sei die rund 70 Kilometer von der von Russland annektierten Krim entfernte Bohrinsel um 8.37 Uhr Ortszeit getroffen worden. Zum gleichen Zeitpunkt soll die Ukraine zwei weitere Förderplattformen angegriffen haben – den Informationen zufolge aber erfolglos. Bei dem erfolgreichen Bohrinselangriff seien hingegen drei Arbeiter schwer verletzt worden. Sieben weitere Personen seien nach wie vor vermisst. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Um die Brandgefahr zu minimieren, seien die Pipelines der Plattformen inzwischen abgelassen wurden, sagte Krim-Senatorin Olga Kowitidi. Der ukrainische Angriff zeigt erneut die Verwundbarkeit Russlands im Schwarzen Meer, nachdem die russische Marine eine Reihe heftiger Rückschläge erleiden musste – darunter die Versenkung des Flaggschiffs „Moskwa“ im April.

Im Ukraine-Krieg haben ukrainische Streitkräfte mehrere russische Bohrinseln angegriffen. (Symbolfoto)
Im Ukraine-Krieg haben ukrainische Streitkräfte mehrere russische Bohrinseln angegriffen. (Symbolfoto) © Imago

Ukraine-Krieg: Schwarzes Meer bleibt „umkämpfter Raum für Russland“

Interessanterweise handelt es sich bei dem Angriff um die erste Attacke auf die russische Offshore-Energieinfrastruktur seit Beginn des Ukraine-Kriegs. Dabei hält Alessio Patalano, Marineexperte vom King’s College London, das Binnenmeer für entscheidendes Territorium: „Solange ein Teil der [Schwarzmeer-]Küste in ukrainischer Hand ist, bleibt das Meer ein umkämpfter Raum für Russland“, sagte Patalano der Moscow Times.

Mit unserem Newsletter verpassen Sie nichts mehr aus ihrer Umgebung, Deutschland und der Welt – jetzt kostenlos anmelden!

Denn die fehlende Verteidigung der Bohrinseln lässt Zweifel an der Fähigkeit des Kremls aufkommen, die Öl- und Gasförderung in dem Gebiet fortzusetzen. Doch nicht nur aus infrastrukturellen Gründen können sich weitere Angriffe aus Sicht der ukrainischen Streitkräfte lohnen: Auf den angegriffenen Türmen soll Russland laut Sergij Bratschuk, Sprecher der Militärverwaltung von Odessa, Ausrüstung gelagert und sich organisiert haben. Dies gab Bratschuk am Dienstag (21. Juni) in einem Online-Briefing bekannt.

Die beschädigten Bohrinseln gehören dem auf der Krim ansässigen Energieunternehmen Chernomorneftogaz, das Schätzungen zufolge insgesamt etwa 1 Milliarde Kubikmeter Gas pro Jahr fördert. Georgi Muradow, stellvertretender Vorsitzender des Ministerrats der Krim, nannte den ukrainischen Angriff laut der russischen Staatsagentur Ria Novosti einen „terroristischen Akt“.

Auch interessant

Kommentare