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Ups, Fernglas noch zu: Medwedew blamiert sich bei Drohgebärde

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Von: Jens Kiffmeier

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Peinliche Posse: Bei einem Truppenbesuch wollte sich Dimitri Medwedew als starker Mann inszenieren. Doch Russlands Ex-Präsident scheiterte – an einem Fernglas.

Moskau – Er trägt Tarnfleck. Neben ihm stehen die Offiziere mit strenger Miene. Und der Blick: voll geradeaus. Doch viel wird Dimitri Medwedew in der Ferne nicht erkannt haben. Denn vor dem Fernglas, durch das Russlands Ex-Präsident da schaute, baumelten noch die Verschlussklappen. Eigentlich nicht schlimm. Doof nur, wenn man sich mit dem Bild als starker Mann im Ukraine-Krieg inszenieren will – und es dann in die sozialen Netzwerke postet. Denn statt Furcht im Westen zu verbreiten, sorgte er eher für Hohn und Spott. Der Kreml witterte eine Verschwörung.

Ukraine-Krieg: Dimitri Medwedew droht dem Westen – und blamiert sich jetzt mit einem Fernglas

Zuletzt war Dimitri Medwedew im Ukraine-Krieg vor allem durch eines aufgefallen: als Scharfmacher. Der frühere Präsident Russlands, der heute stellvertretender Vorsitzende des Sicherheitsrates ist, droht in regelmäßigen Abständen dem Westen mit einem Atomkrieg. Er tat dies, als die Nato entschied, der Ukraine im Kampf gegen den russischen Aggressor mit modernen Waffen zu helfen. Und er tat dies, als das westliche Verteidigungsbündnis die Aufnahme von Schweden und Finnland beschloss.

Sieht er was? Russlands Ex-Präsident Dimitri Medwedew blamiert sich mit einem Fernglas beim Truppenbesuch.
Sieht er was? Russlands Ex-Präsident Dimitri Medwedew blamiert sich mit einem Fernglas beim Truppenbesuch. © IMAGO/Ekaterina Shtukina

Putins Handlanger im Ukraine-Krieg: Dimitri Anatoljewitsch Medwedew veröffentlicht Fernglas-Foto bei Telegram

Jetzt wollte Medwedew offenbar seine Warnung mit einem guten Bild unterstreichen. Auf Befehl von Russlands Präsidenten Wladimir Putin besuchte er deswegen die Militärgarnison in der Region Orenburg. Das Foto mit dem Fernglas postete er anschließend in einem Beitrag auf den Netzwerken Vkontakte und Telegram. Jedoch fiel der Fauxpas schnell auf, woraufhin der das Bild sofort gelöscht wurde. Die Erklärung des Kreml: Der Account des Politikers sei von Hackern gekapert worden, zitierte der Stern aus einer Mitteilung des Kreml.

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Unabhängig überprüfen lässt sich das nicht. Jedoch ist das Foto in der Welt und wurde auch von der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass verbreitet. In den internationalen Netzwerken wurde ebenfalls bereits munter drauflos gewitzelt. Der Wettbewerb „Trottel des Jahres“ sei wohl schon im August entschieden, schrieb ein Nutzer bei Twitter. Ein anderer fragte sich, was Medwedew sehen wollte, vielleicht „seine düstere Aussicht in der Zukunft?“. Doch bei aller Häme: Im grausamen Ukraine-Krieg bleibt die Ferngas-Blamage nur eine kleine Randnotiz.

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