1. Startseite
  2. Politik

Verpatzter Anschlag auf „Putins Gehirn“: USA beschuldigen Kiew für Dugina-Mord 

Erstellt:

Von: Jens Kiffmeier

Kommentare

Kehrtwende im Mordfall von Darja Dugina: Die US-Geheimdienste vermuten hinter dem Anschlag Täter aus Kiew. Ist Putin doch unschuldig?

Update von Donnerstag, 6. Oktober 2022, um 10:56 Uhr: Neue Erkenntnisse um den Autobomben-Anschlag: US-Geheimdienste haben die ukrainische Regierung als Drahtzieher hinter dem Mord an Putin-Unterstützerin Darja Dugina beschuldigt. Das berichteten die New York Times und CNN unter Berufung auf Regierungskreise. Wer genau die Attacke abgesegnet und genehmigt habe, sei unklar. Aber offizielle Regierungsvertreter hätten die Machthaber in Kiew mit deutlichen Worten ermahnt, hieß es weiter.

Ukraine-News: US-Geheimdienst sieht Kiew als Drahtzieher im Mordfall von Darja Dugina – Putin entlastet?

Damit verzeichnet die Aufklärung des Mordes an Darja Dugina eine überraschende Kehrtwende. Die Tochter des Ultranationalisten Alexander Dugin, der als eine Art Vordenker für den Kriegszug von Wladimir Putin gilt, war im August dieses Jahres mit einer Autobombe getötet worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Attacke eigentlich dem Vater gegolten habe und das Dugina im falschen Auto saß.

Starb im August bei einem Anschlag mit einer Autobombe: Darja Dugina.
Starb im August bei einem Anschlag mit einer Autobombe: Darja Dugina. © Aleksandar Djorovic/imago

Während Moskau umgehend Kiew für die Attacke verantwortlich machte, wies die Regierung von Selenskyj eine Täterschaft stets zurück. Zwischenzeitlich kusierte auch die Theorie, dass Putin selber den Mord in Auftrag gegeben hatte – um einen Sturz zu verhindern und Unterstützer für seinen missglückten Feldzug zu rekrutieren.

Von wegen Sturz: Putin schlachtet den Dugina-Mord für Machterhalt aus 

Erstmeldung vom 23. August 2022, um 17:50 Uhr: Moskau – Neue Wendung im Rätselraten: Wenige Tage nach dem Mordanschlag auf Darja Dugina sind die Verschwörungstheorien rund um die Hinterleute um eine Variante reicher geworden. So vermuten internationale Beobachter hinter dem Attentat auf die Tochter des russischen Ultranationalisten Alexander Dugin jetzt den Kreml selber. Es spreche einiges dafür, dass die Attacke „von den russischen Sicherheitsdiensten organisiert“ worden sei, um einen Sturz von Präsident Wladimir Putin zu verhindern, sagte der Historiker Juri Felschtinski dem Nachrichtenportal Daily Beast. Auch andere Experten stützen diese These. Doch was ist dran?

Ukraine-Krieg: Neue Theorie im Mordfall von Darja Dugina – steckt Putins Angst vor Sturz dahinter?

Seit Tagen sorgt der Mordanschlag auf Darja Dugina im Ukraine-Krieg für Aufregung. Die Tochter des Ultranationalisten Alexander Dugin, der als eine Art Vordenker für Wladimir Putins Feldzug gilt, war mit einer Autobombe getötet worden. Während der Kreml umgehend die ukrainische Regierung beschuldigte, wies Kiew jede Verantwortung von sich. Stattdessen übernahm die bislang völlig unbekannte Partisanengruppe „Neue Republikanische Armee“ um den früheren Duma-Abgeordneten Ilja Ponomarjow die Verantwortung für den Anschlag.

Russlands Präsident Wladimir Putin.
Welches Spiel treibt er? Russlands Präsident Wladimir Putin gerät in den Strudel des Dugina-Mordfalls. © Mikhail Klimentyev/dpa

Gesicherte Erkenntnisse über mögliche Hintergründe gibt es nicht. Selbst westliche Geheimdienste tappen im Dunkeln. Ohnehin lassen sich seit dem Ukraine-Krieg viele Informationen nicht unabhängig überprüfen. Jedoch weckte die Attacke bei vielen Beobachtern die Hoffnung, dass der Widerstand in Russland gegen das Kriegstreiben von Präsident Wladimir Putin gewachsen sein könnte. Alte Hoffnungen auf einen Sturz des Kremlherrschers keimten neu auf.

Putsch verhindern: Attentat auf Tochter von Alexander Dugin kommt Putin sehr gelegen

Seit Monaten wird schon über einen Putsch gegen Putin spekuliert. Dabei rechneten ehemalige politische Gegner aber weniger mit einer Bewegung von der Straße, sondern vielmehr mit einem Anschlag, der aus dem inneren Sicherheitskreis um Putin heraus betrieben werden könnte. Die Unruhe in diesen Machtzirkeln, so hieß es aus unterschiedlichen Quellen, sei insbesondere im Inlandsgeheimdienst FSB sehr groß – wegen der Fehlschläge im Ukraine-Krieg.

Mit unserem Newsletter verpassen Sie nichts mehr aus ihrer Umgebung, Deutschland und der Welt – jetzt kostenlos anmelden!

Doch vor diesem Hintergrund könnte der Mordanschlag auf Dugina Putin sogar recht gelegen kommen – ob nun von ihm in Auftrag gegeben oder nicht. Denn der unter Druck stehende Präsident könnte den Vorfall ausnutzen, um die Reihen wieder zu schließen. Seit Jahren agiere Putin so, twitterte der britische Abgeordnete Tom Tugendhut. Er nehme vermeintlichen Terrorismus als Vorwand, um die Gesetze zu verschärfen und hart gegen seine Widersacher vorzugehen. Ähnlich sei es im Fall von unliebsamen Oligarchen geschehen, die plötzlich von der Bildfläche verschwanden. Deshalb sei es an der Zeit, im Fall Dagina auch Russland auf die „Liste der Verdächtigen zu setzen“, so der Parlamentarier.

Dugina-Mord: Russland könnte Ukraine-Konflikt eskalieren lassen

Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da. In Kiew warnte man bereits am Wochenende davor, dass Putin für den Mord-Anschlag Rache nehmen und damit eine größere Mobilmachung im Kampf gegen die Ukraine rechtfertigen könnte. Holt Russland nun wirklich zu einem größeren Gegenschlag aus? Auch Putin-Kenner und Soziologe Igor Eidmann sieht das so. Alles deute auf eine Provokation hin, um „eine Ausrede zu bekommen, mit Putins Terror sowohl im Inland als auch gegen die Ukraine zu verstärken“, zitierte ihn fr.de.

Auch interessant

Kommentare