Corona-Krise

Trump bereitet USA auf dramatische Todeszahlen vor

Donald Trump auf dem Weg zu einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Foto: Alex Brandon/AP/dpa
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Donald Trump auf dem Weg zu einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Foto: Alex Brandon/AP/dpa
Im Central Park in New York wird ein provisorisches Krankenhaus aufgebaut. Foto: Mary Altaffer/AP/dpa
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Im Central Park in New York wird ein provisorisches Krankenhaus aufgebaut. Foto: Mary Altaffer/AP/dpa
Ein Jogger rennt auf der nahezu menschenleeren 7th Avenue in New York. Foto: Bebeto Matthews/AP/dpa
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Ein Jogger rennt auf der nahezu menschenleeren 7th Avenue in New York. Foto: Bebeto Matthews/AP/dpa
Ein chassidischer Jude in Brooklyn trägt einen Mundschutz, Handschuhe und einen Schutz über seinem Schtreimel, der traditionellen Kopfbedekung. Foto: Marcus Santos/ZUMA Wire/dpa
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Ein chassidischer Jude in Brooklyn trägt einen Mundschutz, Handschuhe und einen Schutz über seinem Schtreimel, der traditionellen Kopfbedekung. Foto: Marcus Santos/ZUMA Wire/dpa
Medizinisches Personal überprüft Personen, die an einem speziellen Covid-19-Testgelände in Boston ankommen. Foto: Michael Dwyer/AP/dpa
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Medizinisches Personal überprüft Personen, die an einem speziellen Covid-19-Testgelände in Boston ankommen. Foto: Michael Dwyer/AP/dpa
Patienten werden in das Krankenhaus "Maimonides Medical Center" im New Yorker Stadtteil Brooklyn verlegt. Foto: Michael Nagle/XinHua/dpa
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Patienten werden in das Krankenhaus "Maimonides Medical Center" im New Yorker Stadtteil Brooklyn verlegt. Foto: Michael Nagle/XinHua/dpa
Medizinstudenten und Arzthelferinnen in Schutzkleidung stehen zusammen, bevor sie in einem Camp in Las Vegas Obdachlose auf eine mögliche Infizierung testen. Foto: John Locher/AP/dpa
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Medizinstudenten und Arzthelferinnen in Schutzkleidung stehen zusammen, bevor sie in einem Camp in Las Vegas Obdachlose auf eine mögliche Infizierung testen. Foto: John Locher/AP/dpa
US-Präsident Donald Trump und Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten. Foto: Patrick Semansky/AP/dpa
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US-Präsident Donald Trump und Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten. Foto: Patrick Semansky/AP/dpa

Aus der schnellen Rückkehr zur Normalität wird erst mal nichts - das leuchtet mittlerweile auch US-Präsident Donald Trump ein. Er stimmt die USA auf ein düsteres Szenario in der Coronavirus-Pandemie ein: Allein in den USA könnten 100.000 Menschen sterben.

Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat die Amerikaner in der Coronavirus-Krise auf dramatische Opferzahlen vorbereitet. Wenn es gelinge, die Todeszahl durch Eindämmungsmaßnahmen auf 100.000 zu begrenzen, "dann haben wir alle zusammen einen guten Job gemacht".

Er fügte bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus hinzu: "Das ist eine furchtbare Zahl." Trump kündigte an, geltende Richtlinien zur sozialen Distanzierung um einen Monat bis Ende April auszuweiten. Am Montag schloss er nicht aus, dass es über diesen Zeitpunkt hinaus eine weitere Verlängerung geben könnte. Er werde auf seine Experten vertrauen, sagte Trump bei Fox News. "Wir müssen dieses Ding, dieses Virus, verschwinden lassen. Wir müssen es besiegen. Wir sind im Krieg."

MEHR ALS ZWEI MILLIONEN TOTE OHNE EINDÄMMUNGSMASSNAHMEN?

Trump begründete die Verlängerung der Schutzmaßnahmen mit einer am 16. März veröffentlichten Studie des Imperial College in London, die von 2,2 Millionen Toten in den USA ausging, sollten überhaupt keine Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergriffen werden. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in den USA liegt der Johns-Hopkins-Universität zufolge bereits bei 153.000. Mehr als 2800 Menschen starben. Besonders besorgniserregend ist die Lage im Bundesstaat New York. Hotspots drohen sich aber auch in Chicago und New Orleans zu entwickeln.

DIE HOFFNUNG

Die Ärztin Deborah Birx von der Coronavirus-Arbeitsgruppe im Weißen Haus sagte, Vorhersagen gingen auch mit Eindämmungsmaßnahmen von 80.000 bis 160.000 Toten in den USA aus, potenziell sogar von mehr als 200.000 Toten. "In diesem Modell wird vollständig davon ausgegangen, dass wir weiterhin exakt das tun, was wir tun." Sie fügte hinzu: "Wir hoffen, dass diese Modelle nicht ganz richtig sind. Dass wir es besser machen können, als diese Vorhersagen sind." Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, sagte dem Sender ABC, dass trotz der Ausweitung der Maßnahmen mehr Menschen sterben werden. "Wie viele genau wir verlieren werden, ist unsicher und hängt von der Wirksamkeit unserer Anstrengungen ab."

ENDE DES "ALPTRAUMS"

Trump erwartet, dass die Zahl der Toten in der Corona-Krise in den USA in zwei Wochen ihren Höhepunkt erreichen könnte. Angesichts dessen sei es besonders wichtig, dass jeder die Richtlinien nachhaltig befolge. Je besser diese umgesetzt würden, "desto schneller wird dieser Alptraum enden", sagte Trump.

Die vor zwei Wochen veröffentlichten Richtlinien sehen unter anderem vor, dass Menschen Abstand zueinander halten und Ansammlungen von mehr als zehn Menschen vermieden werden sollen. Zudem sollen Restaurants, Cafés und Bars Speisen und Getränke nur zur Mitnahme oder Lieferung anbieten. Trump zeigte sich optimistisch, dass bis zum Sommer das Schlimmste überstanden sein könnte. "Wir können davon ausgehen, dass wir bis zum 1. Juni auf dem Weg der Erholung sind."

VERÄNDERTE TONLAGE

Noch vor wenigen Tagen hatte Trump gesagt, dass er die USA bis Ostersonntag - also in zwei Wochen - wieder weitgehend im Normalbetrieb sehen wolle. Nun sagte er: "Nichts wäre schlimmer, als den Sieg zu verkünden, bevor der Sieg gewonnen ist. Das wäre der größte Verlust von allem." Trump versicherte zugleich: "Wir werden diesen unsichtbaren Fluch, diesen unsichtbaren Feind besiegen."

STREIT ÜBER EINDÄMMUNGSMASSNAHMEN

Am Wochenende stand die Möglichkeit im Raum, dass die Regierung in Washington die Bewegungsfreiheit für Menschen in den Staaten New York, New Jersey und Connecticut drastisch einschränken könnte, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Nach Beratungen mit seiner Coronavirus-Arbeitsgruppe und den betroffenen Gouverneuren der Bundesstaaten verkündete Trump, dass das nicht nötig sein werde. Mit den noch nicht spruchreifen Aussagen hatte sich Trump Kritik eingehandelt. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo sprach von einer "Kriegserklärung" an die Staaten.

EPIZENTRUM NEW YORK

Der US-Ostküstenstaat New York mit der gleichnamigen Millionenmetropole hat sich zum Epizentrum der Coronavirus-Pandemie in den USA entwickelt. Lokale Behörden haben immer wieder gewarnt, dass die Kapazitäten der Krankenhäuser dort nicht ansatzweise auf die Ansteckung weiter Teile der Bevölkerung vorbereitet seien. Es könnte zu Engpässen bei Beatmungsgeräten kommen. "Wir versuchen, unsere Köpfe über Wasser zu halten und nicht unterzugehen", sagte die Ärztin in der Notaufnahme eines Krankenhauses in New York, Arabia Mollette, dem TV-Sender CNN. Für Entlastung soll das Lazarettschiff "Comfort" der Marine sorgen. Am Montagvormittag (Ortszeit) steuerte das riesige Schiff auf die Stadt zu - vorbei an der Freiheitsstatue. Bürgermeister Bill de Blasio zeichnete am Sonntag ein dramatisches Bild der Lage. "Hier in New York fühlt es sich wortwörtlich an wie zu Kriegszeiten."

CNN-Bericht zur Lage in New York

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