Tausende wollen in die USA 

Trump an Migranten: Unser Militär wartet auf euch

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Mittelamerikanische Migranten bei ihrem Marsch durch Mexiko in Richtung USA. Foto: Jesús Alvarado

Sie sind noch Tausende Kilometer entfernt, Präsident Trump sieht in ihnen aber bereits eine Gefahr für die USA: Migranten aus Mittelamerika setzen in Mexiko ihren Weg fort. An der Grenze zu Guatemala kommt es zu Zusammenstößen - ein Mensch stirbt.

Washington/Tecún Umán (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat Migranten aus Mittelamerika auf dem Weg in die USA zur Umkehr aufgefordert. An der Südgrenze zu Mexiko warte bereits das Militär auf die Menschen, schrieb Trump auf Twitter.

Er sprach erneut von einer Invasion der USA. Viele Bandenmitglieder und "einige sehr schlechte Menschen" hätten sich in die sogenannte Migranten-Karawane gemischt, so Trump. Die Migrantengruppe setzte derweil ihren Weg im Süden Mexikos fort und wollte die Stadt Niltepec im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca erreichen.

Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" plant das US-Militär, rund 5000 Soldaten zusätzlich an die Grenze zu Mexiko zu schicken. Das Pentagon bestätigte die Zahl zunächst nicht. Die Planung laufe noch, hieß es am Montag. Es sei zu früh, um über Zahlen zu spekulieren. Bereits in der vergangenen Woche hatte das Pentagon erklärt, dass Soldaten an der Grenze lediglich logistische Aufgaben übernehmen würden - und nicht, wie von Trump häufig angedeutet, die Grenze bewaffnet verteidigen würden.

Die Migranten legten am Montag eine rund 60 Kilometer lange Strecke im Süden Mexikos zurück. Vor allem Frauen und Kinder wurden unter anderem in Fahrzeugen des Roten Kreuzes transportiert. Andere Migranten konnten auf Lkw oder Transporter mitfahren. Dem Zug haben sich nach Schätzungen mittlerweile 3000 bis 5000 Menschen aus Honduras, Guatemala und El Salvador angeschlossen.

Eine Gruppe war am 13. Oktober in der honduranischen Stadt San Pedro Sula losgelaufen - nach und nach schlossen sich weitere Migranten an. Ihr Ziel sind die USA. Die meisten möchten die Grenzstadt Tijuana erreichen, die am Montag noch rund 3500 Kilometer entfernt war. Es gibt kürzere Strecken an die US-Grenze; diese führen jedoch durch die östlichen Bundesstaaten Veracruz, Tamaulipas und Nuevo León, die wegen Auseinandersetzungen zwischen mexikanischen Drogenkartellen weitaus gefährlicher sind.

Trotz der Drohungen Trumps erreichten immer mehr Menschen die Grenze Guatemalas zu Mexiko. Am Wochenende versammelten sich erneut Tausende Migranten am Grenzübergang bei Tecún Umán. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei. Ein 26-Jähriger aus Honduras wurde dabei von einem Gummigeschoss am Kopf tödlich verletzt. Unklar war zunächst, ob er bei einem Einsatz von Polizisten aus Guatemala oder aus Mexiko verletzt wurde.

US-Präsident Donald Trump hat den Versuch Tausender Lateinamerikaner, über Mexiko in die USA zu gelangen, zum Wahlkampfthema gemacht. Möglich scheint, dass er vor der Kongresswahl am 6. November Maßnahmen ergreift, um bei seiner republikanischen Wählerschaft zu punkten. Die sogenannte Migranten-Karawane dürfte aber nicht vor der Wahl an der US-Grenze ankommen.

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