Corona-Krieg

Niedrige Inzidenz in Niedersachsen: Städten gehen Lockerungen nicht weit genug

Im Kampf gegen Corona geht es ständig aufwärts. Die Inzidenz in Niedersachsen sinkt weiter, die Zahl der Neuinfektionen fällt. Doch die Lockerungen sind ungenügend. Nun hagelt es Kritik.

Hannover – Aufgrund der Coronazahlen in Niedersachsen sollte die Lage eigentlich entspannt sein. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt seit Freitag bei 5,8. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 83 Neuinfektionen und 3 Todesfälle, die in Verbindung mit dem Virus stehen. Besonders gute Nachrichten gibt es aus Friesland und Lüchow-Dannenberg. In den beiden Landkreisen liegt die Zahl der Neuinfektionen auf Null. Schlusslicht in Niedersachsen bleibt weiterhin die Stadt Delmenhorst mit einer Inzidenz von 18,1.

Land:Niedersachsen
Fläche:47.614 km²
Regierungschef:Stephan Weil (SPD)
Bevölkerung:7,982 Millionen (2019)
Hauptstadt:Hannover

Doch die guten Inzidenzzahlen spiegeln sich nicht in den Lockerungen wider. Zumindest sieht es der niedersächsische Städtetag so. Dieser bemängelt, dass die Corona-Regelungen unklar formuliert und viel zu lasch wären. Besonders dass die Maskenpflicht auf Wochenmärkten bestehen bleibt, stößt beim Verband massiv. Diese Entscheidung sei „einem Großteil der Menschen nicht vermittelbar“, bemängelt Städtetag-Sprecher Stefan Wittkop gegenüber der Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ).

Corona-Lockerungen für Sportler und Familien fehlen

Die niedrige Inzidenz scheint auch keine Auswirkungen auf Lockerungen in Schwimmbädern zu haben. Dabei wären in Freibädern sowie auf Spielplätzen durchaus Änderungen möglich. Laut Wittkop werden sportliche Aktivitäten im Freien von den geplanten Regelungen schlichtweg übergangen. „Da ändert sich nichts.“, so der Beigeordnete. Die Maskenpflicht und die Testpflicht soll in den Schulen ebenfalls bis Ende September aufrechterhalten werden.

Niedersachsener Städtetag: Corona-Lockerungen ungenügend

Veranstaltungen und private Treffen bald wieder möglich

Die Corona-Beschränkungen für Veranstaltungen und private Treffen sollen in Niedersachsen hingegen so schnell wie möglich gelockert werden. Bei einer Inzidenz zwischen zehn und fünfunddreißig sollen sich bis zu zehn Personen aus zehn Haushalten treffen dürfen. Geimpfte, Genesene und Kinder bis vierzehn Jahre dürfen zusätzlich dabei sein. Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter zehn dürfen sich darüber hinaus bald bis zu 50 Personen im Freien und 25 Personen in privaten Räumen treffen. Mit negativen Coronatests sollen noch größere Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Grillfeiern möglich sein.

Neue Corona-Deltavariante breitet sich aus

Doch nicht jeder ist von einer Lockerung aufgrund der niedrigen Inzidenzzahlen überzeugt. Der Kanzleramtschef Helge Braun warnt davor, die Corona-Beschränkungen zu schnell aufzuheben. „Wir können im Sommer nicht zu einer völligen Normalität zurückkehren.“, warnt der CDU-Politiker in einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Vor allem die Ausbreitung der Delta-Mutante des Coronavirus bereitet Braun Sorgen. „Die große Aufgabe ist zu verhindern, dass sich die noch ansteckendere Delta-Variante schnell in Deutschland ausbreitet. Ausbreiten wird sie sich aber“, zeigt sich der Bundesminister für besondere Aufgaben besorgt. Laut Braun müsse die Maskenpflicht so lange bleiben, bis die gesamte Bevölkerung ein Impfangebot habe. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa & Sina Schuldt/dpa

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