Bundestagswahl 2021

Triell: So funktioniert die zweite TV-Debatte der Kanzlerkandidaten

Das zweite TV-Triell mit Annalena Baerbock, Olaf Scholz und Armin Laschet findet am Sonntagabend statt. Das müssen Sie zur Debatte wissen.

Berlin – Zwei Wochen vor der Bundestagswahl 2021 ist ein großer Teil der Wähler noch unentschlossen. Im Kampf um das Kanzleramt stellen sich am Sonntagabend, 12. September 2021 die Kandidaten Annalena Baerbock (Grüne), Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD) wie schon vor zwei Wochen in einem Triell den Fragen der Moderatoren und liefern sich den zweiten großen TV-Schlagabtausch des laufenden Wahlkampfs. Dieses Mal wird die Sendung bei ARD, ZDF und Phoenix übertragen. Kommende Woche zeigt ProSiebenSat1 die dritte Auflage der TV-Debatte.  

Fernsehsendung:TV-Triell zur Bundestagswahl 2021
Sendetermin:Sonntag, 19. September 2021, ab 20.15 Uhr
Sender:ARD, ZDF und Phoenix
Kandidaten:Annalena Baerbock, Armin Laschet, Olaf Scholz

Besonders für Armin Laschet geht es um viel: Die Union steht wegen desaströser Umfragewerte weiter unter Druck, das Triell könnte den Umfragetrend drehen. Meinungsforscher sehen Olaf Scholz in Führung, die Grünen um Annalena Baerbock belegen den dritten Platz. Am Samstag, 11. September stellte sich der CSU-Parteitag mit lang anhaltendem Beifall hinter Laschet. Zuvor hatte es wiederholt Sticheleien von CSU-Chef Markus Söder gegen den NRW-Ministerpräsidenten gegeben.

Triell auf ARD und ZDF: Wann findet die TV-Debatte zwischen Laschet, Scholz und Baerbock statt?

Das nächste Triell der Kanzlerkandidaten wird live ab 20.15 Uhr auf den Sendern ARD, ZDF und Phoenix übertragen. Gleichzeitig wird ein Livestream in den Mediatheken verfügbar sein. Der Schlagabtausch findet im Studio in Berlin-Adlershof statt. Studiopublikum ist nicht zugelassen. 

Am kommenden Wochenende folgt ein weiteres Triell: Die Fernsehsender ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins, die zu einer Gruppe (ProSiebenSat.1 Media SE) gehören, präsentieren am Sonntag, 19. September eine eigene Diskussionsrunde. Das erste Triell wurde von RTL und n-tv gezeigt. Bisher war es so, dass zu den Bundestagswahlen ein großes TV-Duell mit öffentlich-rechtlicher sowie Beteiligung der Privatsender gab – inklusive vier Moderatoren für zwei Kandidaten.

Triell statt Duell: Welche Regeln gelten?

Die Moderatoren werden verschiedene Themengebiete ansprechen und den Kandidaten Redezeit zuteilen. Ziel sei es, ein ausgewogenes Verhältnis zu schaffen, teilt das ZDF mit. Es soll aber keine starren Vorgaben geben. Die Redezeit soll bei Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz ungefähr gleich verteilt sein. Zum Abschluss der Sendung wird es jeweils ein einminütiges Statement der drei Kanzlerkandidaten geben.

Das Besondere am diesjährigen Wahlkampf ist, dass es die erste Bundestagswahl ist, bei der die Amtsinhaberin oder der Amtsinhaber nicht wieder antritt und gleich drei Kandidaten um die Gunst der Wähler wetteifern.

TV-Triell zwischen Laschet, Scholz und Baerbock: Wer moderiert die Debatte live?

Die Moderation des Triells übernehmen Maybrit Illner und Oliver Löhr. Illner moderiert für das ZDF bereits seit etwa 20 Jahren politische Sendungen. Sie war auch bei mehreren Kanzlerduellen dabei: Den Auftakt machte sie 2002 bei dem Duell zwischen Gerhard Schröder (SPD) und Edmund Stoiber (CDU). Auch bei den bisher vier Duellen mit Beteiligung von Angela Merkel (CDU) wurde sie als Moderatorin eingesetzt: 2005 gegen Gerhard Schröder, 2009 gegen Frank-Walter Steinmeier (SPD), 2013 gegen Peer Steinbrück (SPD) und 2017 gegen Martin Schulz (SPD).

Die Moderatoren Maybrit Illner (ZDF) und Oliver Köhr (ARD) stehen vor dem TV-Triell im Studio Berlin Adlershof.

Oliver Köhr ist seit Mai 2021 Chefredakteur bei der ARD und damit Nachfolger von Rainald Becker. Er koordiniert in der Programmdirektion aktuelle Sendungen wie „Tagesschau“ oder „Tagesthemen“ sowie Sondersendungen. Zuletzt war er seit 2019 stellvertretender Leiter des ARD-Hauptstadtstudios und dort als stellvertretender Chefredakteur Fernsehen.

Triell mit Baerbock, Laschet und Scholz: Schwerpunkt auf Gespräch

Das TV-Triell soll offiziell 95 Minuten dauern und sich auf die drei Bewerber konzentrieren. Wie der Tagesspiegel berichtet, soll es keine Clips als Einspieler in der Sendung geben. Man habe sich dazu entschieden, ein reines Gesprächsangebot zu machen, wird die ARD zitiert.

Damit soll der Fokus klar auf die Antworten der drei Kandidaten sowie auf ihre Reaktion, Mimik und Gestik gelegt werden. Themenschwerpunkte könnten die Klimaziele der Parteien, die Rentenpolitik, die Digitalisierung in Deutschland oder die Razzia im Bundesfinanzministerium sein.

TV-Triell: Gibt es einen Gewinner?

Am Sonntagabend soll es am Ende der Debatte zwei Blitz-Umfragen der Sender unter den Zuschauern geben, wen sie als Gewinner sehen. Die Ergebnisse sollen am späten Abend vorliegen.

Olaf Scholz hatte laut einer Blitz-Umfrage des Forsa-Instituts das erste TV-Triell klar für sich entschieden. Rund 36 Prozent der Zuschauer sahen den SPD-Kanzlerkandidaten als Sieger, gefolgt von Annalena Baerbock (30 Prozent) und Armin Laschet (25 Prozent).

Wahlumfrage vor dem Triell: SPD weiter deutlich vor Union

Laut einer aktuellen Wahlumfrage des Insa-Instituts konnte die SPD ihren Vorsprung weiter ausbauen und liegt nun sechs Prozentpunkte vor der Union. Im Sonntagstrend für die Bild am Sonntag konnten die Sozialdemokraten um Kanzlerkandidat Olaf Scholz insgesamt um einen Prozentpunkt zulegen und kommen nun auf 26 Prozent. Die Union von Armin Laschet liegt weiter bei 20 Prozent.

Den dritten Platz belegen die Grünen. Die Partei von Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock rangiert aktuell auf 15 Prozent und liegt nur noch zwei Punkte vor der FDP, die derzeit auf 13 Prozent kommt. Um jeweils einen Punkt sanken die Umfragewerte der AfD (11 Prozent) und der Linken (6 Prozent). (Mit dpa-Material)* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Kumm/dpa

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