Kampagnen-Agentur

The Republic: Unionspolitiker gegen „politischen Linksdrift“

Friedrich Merz (CDU) redet energisch auf der Bühne beim Deutschlandtag der Jungen Union.
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Gilt als Unterstützer von „The Republic“: CDU-Politiker Friedrich Merz.

Mit Kampagnen will „The Republic“ konservative Werte stärken. Unionspolitiker in Deutschland befürtworten die Idee und unterstützen das Projekt: etwa Friedrich Merz.

Berlin – Freiheit, Sicherheit, Wohlstand: Das sind die Schlagwörter, mit denen die neue Kampagnen-Agentur „The Republic“ auf sich aufmerksam machen will. Ziel sei es, den „politischen Linksdrift“ in Deutschland zu stoppen und dem „bürgerfeindlichem Klima in Deutschland“ die Stirn zu bieten, heißt es unter anderem in der Selbsterklärung der Agentur aus Berlin. Knapp einen Monat nach der Bundestagswahl 2021 scheint es so, dass sich parteiextern Interessensvertreter zusammengefunden haben, um nach der historischen Wahlniederlage der Union und den internen Reibereien in den Parteien wieder die konservativen Werte nach Außen zu vertreten.

Deutscher Politiker:Friedrich Merz (CDU)
Geboren:11. November 1955 (Alter 65 Jahre), Brilon
Privat:verheiratet, ein Kind
Größe:1,98 Meter

Das Layout, die Überschriften und die Themenauswahl bei „The Repbulic“ sprechen eine deutliche Sprache: Die Parallelen zu Kampagnen, die man aus den trumpschen US-Wahlkämpfen kennt, sind nicht zu übersehen. Kopf und Gründer der Agentur ist der 32-jährige Armin Petschner-Multari, der als Leiter der Digitalen Kommunikation der CSU im Bundestag tätig war. Im erweiterten Führungsteam soll Caroline Bosbach mitarbeiten. Für die Anfangszeit soll „The Republic“ ein Startkapital von rund 200.000 Euro zur Verfügung haben und auf 1000 freie Mitarbeiter zurückgreifen können*. Bereits im August stellte Petschner-Multari seine Idee im Leipziger „Niemeyer Sphere“ vor. Anwesend war damals auch Friedrich Merz (CDU), der innerhalb der Partei als Teil des konservativen Flügels angesehen wird.

The Republic: Unionspolitiker unterstützen das Vorhaben

Weitere Unterstützer sollen Carsten Linnemann, Chef der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, und Stefan Müller, Parlamentarischer Geschäftsführer der CSU im Bundestag, sein. Gegenüber der „Welt“ sagte Müller: „Die bürgerliche Mitte in Deutschland hat im digitalen Raum deutlich Nachholbedarf. Hier geht ‚The Republic‘ neue Wege.“ Er habe das Projekt aufmerksam verfolgt und wünsche den Initiatoren im Sinne der Meinungsfreiheit viel Erfolg. Weitere Unterstützer sollen nach „Handelsblatt“-Informationen vor allem aus dem Wirtschaftsflügel kommen.

Zum Auftakt hat „The Republic“ drei Kampagnen gestartet: Zunächst soll der „Gender-Wahnsinn“ gestoppt werden. Es würde schon länger um mehr als nur „harmlose Gender-Sternchen“ gehen, heißt es auf der Webseite der Agentur. Inzwischen würden „revolutionäre Gender-Aktivisten offen gegen traditionelle Geschlechterrollen und das klassische Familienbild“ kämpfen. Gegen diese Entwicklung will die Agentur entschieden vorgehen. Das Gender-Sternchen ist schon länger Bestandteil von Diskussionen. Auch die Frauenministerin Christine Lambrecht (SPD) forderte jüngst ein Verbot des Sternchens, da es nicht für jeden verständlich sei.

The Republic: Kampagnen sollen konservative Werte vermitteln

In einer zweiten Kampagne will „The Republic“ radikale Kräfte in Deutschland ausbremsen. Nach Ansicht der Verfasser gebe es in Deutschland ein „undurchsichtiges Netzwerk radikaler Aktivisten“, das durch Steuermittel gefördert wird. Dieses würde unter dem „Deckmantel von Anti-Rassismus, Umweltschutz und politischer Bildungsarbeit“ agieren. Ziel soll es laut Webseite sein, unter anderem die Gemeinnützigkeit von Greenpeace und anderen NGO‘s abzuerkennen.

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Statt weiter ungehindert Milliarden Euro jährlich in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu investieren, fordert „The Republic“ in einer dritten Kapagne eine umfassende Reform. Diese umfasst eine Schlankheitskur und eine Effizienzsteigerung. Ziel sei es, eine Organisation zu schaffen, die „sich auf ihre Kernaufgaben konzentriert und auf eine neutrale Berichterstattung statt auf moralisierenden Haltungsjournalismus setzt.“

The Republic: Kampagnenidee hat Paralellen zum US-Wahlkampf

Mit seinen knalligen Farben und provozierenden Überschriften erinnert das Angebot von „The Republic“ an pro-republikanische Nachrichtenseiten aus Amerika, die während des US-Wahlkampfes häufig Stimmung für den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump machten. Der Start der Kampagnen sorgte Ende dieser Woche für ein großes Echo in den sozialen Netzwerken. Zwischenzeitlich trendete auf Twitter der Hashtag #TheRepublic. Neben viel Zustimmung hagelt es aber auch Kritik aus Reihen der CDU: Matthias Hauer (CDU) sagte auf der Plattform, dass sich dem „politischen Linksdrift“ nicht eine kommerzielle Kampagnenagentur entgegenstellt, sondern die CDU und CSU.

Mit ihren ersten Kampagnen hat sich die Agentur auf jeden Fall ins Interessenfeld der Öffentlichkeit gespielt. Dennoch ärgern sich einige Unionspolitiker nach „Handelsblatt“-Informationen, dass diese nun mit der CDU/CSU in Verbindung gebracht werde. Die Agentur hätte als überparteiliche Initiative eine Chance gehabt, mehr Menschen zu erreichen. Nun würde sie als unionsnah angesehen. * kreiszeitung.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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