Syrienkonflikt: Die Standpunkte der großen Mächte

1 von 6
USA: Ein völlig außer Kontrolle geratenes Regime in Damaskus, das Giftgas einsetzt, wäre nicht nur eine besondere Bedrohung für den engen Verbündeten Israel. Es würde auch die Gefahr erhöhen, dass Chemiewaffen in die Hände des Terrornetzwerks Al-Kaida oder anderer militanter Kräfte gelangen. Das zu verhindern, liegt ganz klar im direkten Interesse der USA. Generell ist die Eindämmung von Massenvernichtungswaffen ein Hauptanliegen von Präsident Barack Obama. Einem syrischen Giftgasangriff tatenlos zuzusehen, würde seine Glaubwürdigkeit international aufs Spiel setzen.
2 von 6
RUSSLAND: Mit dem Regime in Damaskus unterhält Moskau seit Sowjetzeiten enge Kontakte. Die Geheimdienste arbeiten zusammen, zudem ist Syrien ein treuer Waffenkunde Russlands. Immer wieder betont der Kreml, dass das Riesenreich sich grundsätzlich nicht in die Belange anderer Staaten einmische. Die Syrer müssten den Konflikt allein lösen. Die UN-Vetomacht lehnt ein militärisches Engagement aber auch ab, um wirtschaftliche und geostrategische Vorteile in der Region nicht aufs Spiel zu setzen. So unterhält Russland im syrischen Hafen Tartus seine einzige Marinebasis im Mittelmeer.
3 von 6
CHINA: Peking beruft sich im Syrienkonflikt immer wieder auf das Prinzip der Nichteinmischung und hat sich lediglich allgemein gegen den Einsatz von Chemiewaffen ausgesprochen. Unter internationalem Druck teilte das Außenministerium am Freitag mit, dass es auf einen reibungslosen Einsatz der UN-Inspekteure hoffe. „Die derzeitige Situation unterstreicht die Bedeutung und Dringlichkeit einer politischen Lösung für das Syrien-Problem“, sagte ein Sprecher.
4 von 6
FRANKREICH: Die Regierung von Präsident François Hollande gilt seit langem als offensiver Unterstützer der syrischen Opposition. Schon früh setzte sich Paris für eine Anerkennung der Oppositionskoalition durch den Westen ein. Gemeinsam mit London stellte Paris auch das Waffenembargo der Europäischen Union infrage. Nach den jüngsten Giftgas-Vorwürfen hat Frankreich rasch eine „Reaktion der Stärke“ gegen das Regime in Damaskus gefordert. Dabei ließ die Regierung kaum Zweifel daran, dass dies eine militärische Aktion sein sollte.
5 von 6
GROSSBRITANNIEN: Wie kaum ein anderes Land macht Großbritannien Druck für ein militärisches Eingreifen in Syrien. Außenminister William Hague sagt offen, dafür sei ein einhelliges Votum des Weltsicherheitsrates nicht mehr notwendig. Londons offensive Haltung hat wohl auch innenpolitische Gründe. Premierminister David Cameron will ähnlich wie 2011 in Libyen zeigen, dass sein Land trotz klammer Kassen und erheblicher Kürzungen auch bei den Militärausgaben noch handlungsfähig ist. Das Eingreifen Tony Blairs im Irak aufgrund lückenhafter Informationen über Chemiewaffen bei Saddam Hussein klingt aber noch bitter nach. Auch der politische Erfolg des Libyen-Bombardements steht infrage.
6 von 6
DEUTSCHLAND: Berlin gehört bislang zu den strikten Gegnern eines internationalen Militäreinsatzes in Syrien - zu groß die Sorge vor einem Flächenbrand in der gesamten Region, zu schlecht die Erfahrungen nach dem Krieg in Libyen, zu klein das Vertrauen in die zerstrittene Opposition. Stattdessen hofft die Bundesregierung darauf, Russland doch noch davon überzeugen zu können, Assad fallen zu lassen. Mittlerweile keimt allerdings die Sorge, dass man - wie vor zweieinhalb Jahren beim Libyen-Einsatz - wieder einmal im Abseits stehen könnte. Das will Berlin auf jeden Fall verhindern.

Berlin - Der blutige Bürgerkrieg in Syrien spaltet die internationale Gemeinschaft. Russland hält dem Regime in Damaskus die Stange, die Westmächte im UN-Sicherheitsrat wollen Präsident Baschar al-Assad in die Schranken weisen. Ein Überblick.

Das könnte Sie auch interessieren

Für diese unglaublichen Dinge können Sie Cola verwenden

Cola ist nicht immer das gesündeste Getränk, doch es kann recht nützlich sein. In der Fotostrecke zeigen wir Ihnen, was sie damit im …
Für diese unglaublichen Dinge können Sie Cola verwenden

Das traditionelle Fischgericht Poke

Eine große Schüssel, darin roher Fisch, Reis und Gemüse: Das ist Poke, ein hawaiianisches Nationalgericht. Wer es essen will, muss aber nicht bis zum …
Das traditionelle Fischgericht Poke

Jaguar XF Sportbrake im Test: Ende gut, alles gut

Er sieht gut aus und ist technisch auf der Höhe der Zeit. Doch so richtig etabliert hat sich der Jaguar XF nie. Das liegt an der starken Konkurrenz …
Jaguar XF Sportbrake im Test: Ende gut, alles gut

Extreme Fashion - wie Abenteurer zu Trendsettern wurden

Auf dem Rückweg von höchsten Gipfeln, tiefsten Gewässern und dem Weltall bringen Menschen vor allem Wissen mit. Dass sie Designern dabei wichtige …
Extreme Fashion - wie Abenteurer zu Trendsettern wurden

Meistgelesene Artikel

Merkel erfreut über Van-Der-Bellen-Sieg: „Ansatz ist richtig“

Merkel erfreut über Van-Der-Bellen-Sieg: „Ansatz ist richtig“

Darum musste das Ordnungsamt bei Laschets Wahlparty einschreiten

Darum musste das Ordnungsamt bei Laschets Wahlparty einschreiten

Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern: CDU will weiter mit SPD regieren

Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern: CDU will weiter mit SPD regieren

Bouffier nach Saarland-Wahl: „Entzauberung“ von Schulz 

Bouffier nach Saarland-Wahl: „Entzauberung“ von Schulz