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Tankrabatt: Spritpreis-Bremse für Benzin und Diesel gilt erst ab Juni

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Von: Jens Kiffmeier

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Der Tankrabatt für Diesel und Benzin lässt auf sich warten. Die Spritpreis-Bremse aus dem Entlastungspaket 2022 gilt erst ab Juni. Andere Länder sind schneller.

Update vom 27. April 2022, 12:20: Das Bundestagskabinett hat am Vormittag das Entlastungspaket 2022 beschlossen und billigt damit auch Rabatte für Benzin und Bahn. Das bedeutet auch, dass der Tankrabatt beschlossene Sache ist. Im Rahmen des Tankrabatts soll der Liter Benzin etwa 30 Cent weniger kosten, bei Diesel sind es 14 Cent. Am bisherigen Starttermin scheint sich offensichtlich nichts geändert zu haben. Eine Änderung gibt es für ALG-II-Beziehende: Empfänger von Hartz IV erhalten einen Corona-Bonus von 200 statt 100 Euro. Ab wann die Maßnahmen aus dem Entlastungspaket 2022 voraussichtlich gelten und für wen zeigt eine Übersicht der Kreiszeitung.

Berlin – Billiges Benzin und kostengünstiger Diesel: Bei dem angekündigten Tankrabatt 2022 brauchen die deutschen Autofahrer noch Geduld. Die Spritpreis-Bremse aus dem Entlastungspaket 2022 soll erst zum 1. Juni eingeführt werden. Früher ließe sich das Vorhaben wohl nicht rechtssicher umsetzen, kündigte Finanzminister Christian Lindner (FDP) laut der Welt an.

Tankrabatt 2022: Wann Diesel und Benzin aus dem Entlastungspaket 2022 günstiger werden

Somit wird der Tankrabatt 2022 für Diesel und Benzin aus dem Entlastungspaket 2022 erst später kommen als geplant. Lindner gehe davon aus, dass die Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe sich durch die nötigen parlamentarischen Hürden nicht schneller realisieren lasse, hieß es über den anvisierten Start-Termin des Tankrabatts für Diesel und Benzin aus dem Entlastungspaket 2022 am 1. Juni 2022. Während Pendlerinnen und Pendler in Deutschland damit weiter mit hohen Kosten rechnen müssen, sind in den europäischen Nachbarländern die Preise an den Zapfsäulen aber schon deutlich gefallen.

Tankrabatt: Ab wann gilt die Spritpreis-Bremse für Benzin und Diesel aus dem Entlastungspaket 2022?

Der Tankrabatt ist Teil des sogenannten Entlastungspakets 2022. Bislang ist Tanken so teuer wie nie. Deshalb plant die Ampel-Koalition von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) regulierend einzugreifen und die Energiesteuer auf Kraftstoffe für drei Monate zu senken. Sofern die Entlastung an den Tankstellen an die Verbraucher weitergegeben werden, könnte der Preis für Benzin und Diesel wieder in die Richtung der Zwei-Euro-Marke gedrückt werden. Bislang hatte noch kein konkretes Datum festgestanden. Doch ein Sprecher des Finanzministeriums hatte auf Anfrage von kreiszeitung.de von einer „schnellstmöglichen“ Umsetzung gesprochen.

 Finanzminister Christian Lindner (FDP) redet zuversichtlich. Im Hintergrund steckt ein Zapfhahn in einem Autotank.
Verspricht den Tankrabatt aus dem Entlastungspaket 2022 zum 1. Juni: Finanzminister Christian Lindner (FDP). (kreiszeitung.de-Montage) © Stefan Sauer/Fabian Sommer/dpa

Die Zeit drängt. Denn seit Jahresbeginn sind die Energiepreise rasant gestiegen. Nachdem lange der internationale Gaspreis als Kostentreiber gewirkt hatte, verursachte zuletzt auch die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs einen zusätzlichen Preissprung. Neben Benzin und Diesel explodieren auch die Kosten fürs Heizen und für Lebensmittel. Deshalb verabschiedete die Bundesregierung ein 17 Milliarden Euro schweres Entlastungspaket 2022. Neben dem Tankrabatt ist darin auch eine Energiekostenpauschale von 300 Euro für Arbeitnehmer, ein Kinderbonus, ein Zuschuss zu Hartz IV sowie ein 9-Euro-Ticket für Bus und Bahn vorgesehen, das bundesweit gelten soll.

Tankrabatt 2022: Möglicher Start – Finanzminister Christian Lindner (FDP) bringt 1. Juni ins Spiel

Doch für Millionen von Pendlerinnen und Pendler zeigt sich der Teuer-Schock vor allem auf dem täglichen Weg zur Arbeit. Für Finanzminister Lindner ist deshalb der Tankrabatt ab dem 1. Juni 2022 eines der Herzstücke in dem Entlastungspaket. Mit der geplanten Steuersenkung für Kraftstoffe soll Benzin wieder um 30 Cent pro Liter und Diesel um rund 14 Cent billiger werden. So hat es die Politik jedenfalls bei der Vorstellung des Ampel-Plans verkündet. Doch nach der Ankündigung muss das Gesetz jetzt im Ministerium ausgearbeitet und anschließend durch den Bundestag und den Bundesrat gebracht werden.

Damit mahlen in Deutschland die Mühlen mal wieder langsam. Denn andere Länder sind schneller. Das zeigen Daten, die das Statistische Bundesamt am Montag veröffentlicht hat. So müssen Autofahrer, die im Osterurlaub unterwegs sind und die Grenzen in die Nachbarländer passieren, weniger Geld an den Zapfsäulen abdrücken. So haben nur weniger Länder in Europa höhere Spritpreise als Deutschland – nämlich nur Finnland und Schweden.

Tankrabatt für Diesel und Benzin: Andere EU-Länder sind bei Reduzierung der Spritpreise schneller

Den Angaben zufolge kostete Diesel in Deutschland (Stand 4. April) 2,06 Euro pro Liter. Das sind 45 Cent mehr als etwa im Nachbarland Polen. Auch in Luxemburg (1,76 Euro), Österreich (1,84 Euro), Dänemark (1,93 Euro) oder in den Niederlanden (2,04 Euro) war der Sprit günstiger als hierzulande. Ähnlich verhalten sich die Preisabstände auch bei Benzin und Super.

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Ein zentraler Grund für die Differenzen seien unterschiedliche Steuern, berichtete die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Daten der EU-Kommission. So hätten einige Länder wie Italien, Frankreich, Belgien oder die Niederlande bereits als Reaktion auf die durch den Ukraine-Krieg extrem gestiegenen Spritpreise die Steuern gesenkt, hieß es. Daher machte sich der Konflikt an den Tankstellen nicht so stark bemerkbar wie in Deutschland. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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