Russe soll spioniert haben

Kiew erklärt Militärattaché zur persona non grata

Kiew - Die ukrainische Regierung hat den russischen Militärattaché in Kiew festnehmen lassen und unter dem Vorwurf  der Spionage zur persona non grata erklärt.

Das teilte das Außenministerium in Kiew am Mittwochabend in einer Presseerklärung mit, die von ukrainischen Medien verbreitet wurde. Der Militärattaché, dessen Name nicht genannt wurde, sei "auf frischer Tat" ertappt worden. Weitere Einzelheiten wurden nicht bekanntgegeben.

Der Militärattaché sei Tätigkeiten nachgegangen, die "mit seinem diplomatischen Status nicht vereinbar" seien, hieß es in der Erklärung. Er müsse die Ukraine "so schnell wie möglich" verlassen.

Die Regierungen in Kiew und Moskau befinden sich seit Wochen in einem tiefen Konflikt. Die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel Krim wurde nach einem umstrittenen Referendum in die Russische Föderation eingegliedert. Im Osten der Ukraine stehen mehr als ein dutzend Städte unter der Kontrolle prorussischer Milizen.

Die Übergangsregierung in Kiew versetzte die Armee am Mittwoch in "volle Kampfbereitschaft". Interimspräsident Oleksander Turtschinow räumte jedoch gleichzeitig ein, die Sicherheitskräfte seien "hilflos" gegenüber den prorussischen Separatisten. Auch die Bedrohung durch einen von Russland angezettelten Krieg gegen die Ukraine sei real, sagte Turtschinow.

Das russische Außenministerium kritisierte am Abend die "kriegerische Rhetorik" aus Kiew. Gewalt müsse vermieden und statt dessen ein Dialog "zur nationalen Versöhnung des Landes" eingeleitet werden, hieß es. Außenminister Sergej Lawrow forderte zudem den Westen zum Einlenken auf. Russland werde nichts überstürzen und "keine Dummheiten" begehen, behalte sich aber eine Reaktion vor, falls der Westen seine Sanktionen gegen Moskau aufrechterhalte, sagte er bei einem Besuch in Chile.

Lawrow verlangte die Freilassung der von prorussischen Milizen festgehaltenen Militärbeobachter der OSZE. Die russische Regierung habe aber keinen direkten Einfluss auf die bewaffneten Kämpfer in der Ostukraine, beteuerte der russische Chefdiplomat. Milizenführer Wjatscheslaw Ponomarjow hatte zuvor erklärt, die Beobachter würden "bei erster Gelegenheit" freigelassen. Die Gespräche verzögerten sich aber "aus technischen Gründen". Details nannte Ponomarjow nicht. Die Milizen halten seit Freitag sieben OSZE-Militärbeobachter fest, darunter drei Bundeswehrsoldaten und einen Dolmetscher aus Deutschland.

afp

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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