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Putin an Krebs oder Parkinson erkrankt? Video heizt Spekulationen an

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Von: Erkan Pehlivan

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Hat Putin Parkinson, ist er krebskrank? Doch lässt sich wirklich vom Erscheinungsbild zuverlässig auf den Gesundheitszustand eines Menschen schließen?

Moskau - Ungewöhnliche äußerliche Merkmale deuten bei dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf mögliche Krankheiten an. Daher häufen sich Gerüchte, die besagen, dass das Staatsoberhaupt von Russland an Krebs oder Parkinson erkrankt sein könnte. Auslöser für die Spekulationen ist ein kürzlich aufgetauchtes Video, bei dem sich der russische Präsident mit der rechten Hand geradezu am Tisch festzuklammern scheint, als er mit seinem Verteidigungsminister spricht.

Schon zuvor hatte es Rätselraten gegeben, weil der Kremlchef ausländische Gäste wie Kanzler Olaf Scholz (SPD) - vor dem russischen Angriff auf die Ukraine Ende Februar - stets an einem sechs Meter langen Tisch maximal auf Abstand hielt. In den Internetforen fragte sich manch einer, ob sich Putin nicht ins Gesicht schauen lassen wollte. Die Spekulation reichten über Parkinson, Schilddrüsenkrebs, Schlaganfall bis hin zu Demenz, sobald das Gesicht des russischen Staatsoberhaupts mal aufgedunsen wirkte oder sein Gang hölzern.

Spekulation um Krankheiten vom russischen Präsidenten Wladimir Putin
Wladimir Putin, russischer Präsident © Maxim Shemetov/dpa

Was sagt das äußere Erscheinungsbild über den Gesundheitszustand von Wladimir Putin?

Doch kann das äußere Erscheinungsbild eines Menschen tatsächlich etwas über seinen Gesundheitszustand verraten? Welchen Aufschluss gibt die Haut als größtes menschliches Organ? Vom bloßen Anblick her ließen sich nur wenige Diagnosen dingfest machen, sagte Christiane Bayerl von der Dermatologischen Gesellschaft der dpa.

„Verschiedene klinische Zeichen machen aufmerksam“, ergänzte sie - unabhängig vom Beispiel Putin. Dermatologen würden dann je nach Anzeichen etwa Gewebeuntersuchungen, Abstriche auf Keime oder auch Ultraschall durchführen, um in die Haut zu sehen. Mit nicht-geschultem Blick Schlüsse ziehen zu wollen, hält die Expertin aber für schwierig. „Leider wird auch vieles von Laien fehlinterpretiert.“

Leidet Wladimir Putin an Parkinson? Hautveränderungen könnten dafür sprechen

Auch bei einer Reihe von neurologischen Erkrankungen gebe es Hautveränderungen, schildert Peter Berlit,, Generalsekretär der Gesellschaft für Neurologie. Wirke der Gang eines Menschen gestört, könne das manchmal „zumindest Verdachtsdiagnosen erlauben“ - etwa auf Spastiken oder Parkinson. Eine reduzierte Mimik weise womöglich unter anderem auf Einnahme bestimmter Medikamente hin oder auf psychische Erkrankungen. Demenz könne man nicht an äußerlichen Faktoren erkennen, stellt er klar. Weitere äußere Warnzeichen? „Unwillkürliche Bewegungen der Extremitäten oder spontane Muskelzuckungen können wichtige Krankheitssymptome sein.“

Aus Körperhaltung, Motorik, Geschwindigkeit der Bewegung oder dem Gesichtsausdruck könne man durchaus Indizien für Krankheiten ableiten, sagte auch Allgemeinmediziner Manfred Imbert der dpa. Aber: „Man hat damit nie eine Gewissheit, sondern zunächst nur eine Wahrscheinlichkeit.“ Und es brauche einige Erfahrung, um äußerliche Auffälligkeiten oder sichtbare Veränderungen einordnen zu können, die dem Laien wohl in der Regel fehlen dürften, wie der niedergelassene Arzt aus Alsdorf bei Aachen zu Bedenken gibt. „Wenn ein Auto qualmt und klappert, weiß auch der Laie, dass etwas nicht stimmt, aber eben noch lange nicht, was genau da nicht stimmt.“ Ob die Anzeichen bei Wladimir tatsächlich auf schwere Krankheiten deuten, bleibt damit offen.

Wladimir Putin: Zittern bedeutet nicht automatisch Parkinson

Bei vielen Erkrankungen gebe es eine ganze Reihe von möglichen Symptomen, die aber zugleich auch zu mehreren anderen Störungen passen würden. Beispiel: „Nicht jedes Zittern ist Parkinson.“ Hingegen könnten ein starrer Gesichtsausdruck, verzögerte Reaktion oder Schwindel sehr wohl auf Parkinson hindeuten. Auch beim Schlaganfall verhalte es sich mit den äußeren Indizien ein bisschen so „wie bei einem Chamäleon“, das seine Körperform und -farbe stark verändern kann. Je nach Länge der Durchblutungsstörung im Gehirn und je nach betroffenem Areal könne es mal zu Lähmungserscheinungen kommen, mal zu Gefühlsstörungen, in anderen Fällen würden Sprachstörungen ausgelöst, erläutert Imbert.

Schilddrüsenkrebs - zurück zu den Gerüchten um den russischen Präsidenten - sei äußerlich nicht zu erkennen, es sei denn, es gebe dicke Knotenbildungen am Hals im fortgeschrittenen Stadium. Ohnehin hält es der Mediziner für „unzulässig“, aus Videoclips auf bestimmte Krankheiten schließen zu wollen. „Eventuell kann man sehen, dass was nicht in Ordnung ist, aber darüber hinaus wäre alles im Reich der Spekulationen anzusiedeln.“ (EP/dpa)

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