Die Rivalität des Jahrzehnts

Söder gegen Laschet: Alles über den CDU/CSU-Kampf innerhalb der Union

Die Nominierung des Kanzlerkandidaten der CDU/CSU verlief alles andere als rund. Anwärter Söder und Laschet lieferten sich eine erbitterte Konfrontation

  • Erst Ende März wurde Armin Laschet als CDU-Kanzlerkandidat bestätigt

  • In Umfragen führte jedoch bis zuletzt CSU-Chef Markus Söder

  • Dass Söder Laschet vollkommen unterstützen wird, ist jedoch fraglich

Berlin – Ende April stand der Bundeskanzlerkandidat der Union fest. Der CDU-Bundesvorstand votierte mit großer Mehrheit für Armin Laschet (60), derzeit noch als Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen tätig. Markus Söder (54) von der bayrischen CSU musste sich geschlagen geben und akzeptierte die Niederlage. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung äußerte Söder jedoch sein Unverständnis, dass Armin Laschet als Spitzenkandidat der Union zur Bundestagswahl 2021 aufgestellt wurde. So ließ Söder in einem Kandidateninterview anmerken, dass er und Laschet ganz unterschiedliche Vorstellungen vom Wahlprogramm und Demokratieverständnis haben. Die Verantwortung liege nun bei Laschet.

Rivalen unter sich: Armin Laschet und Markus Söder

Laschet gegen Söder: Wieso konnte sich Armin Laschet gegen Markus Söder durchsetzen?

Kanzlerkandidat Armin Laschet repräsentiert die gesamte CDU und konnte sich auch deshalb gegenüber Markus Söder durchsetzen, der eher von der kleineren bayrischen CSU Unterstützung erfuhr. In Umfragewerten, in denen die CDU nach wie vor an der Spitze steht, sprachen sich die meisten Befragten eindeutig für Söder aus. Nach Söders Niederlage im Rennen um das Bundeskanzleramt in Berlin äußerte der bayrische Ministerpräsident, dass er sich auf die bayrische Landespolitik konzentrieren werde. Wortwörtlich ließ er verlauten, dass das Amt in Bayern der deutlich schönere Job sei.

Söder und Laschet im Machtkampf

Nachdem Angela Merkel (66) ihren Rückzug aus der Bundespolitik ankündigte, stand die Union vor der schwierigen Entscheidung, einen geeigneten Kanzlerkandidaten in den eigenen Reihen zu finden. Die Chronologie der Ereignisse begann bereits im März 2020 als Annegret Kramp-Karrenbauer (58) als damalige CDU-Parteichefin ihren Rücktritt ankündigte. Dieser erfolgte, nachdem die CDU durch die „Thüringer Regierungskrise“ im März 2020 in schweres Fahrwasser geriet. Ausgelöst wurde die Krise von FDP-Politiker Thomas Kemmerich (56), der sich nach der Landtagswahl im März 2020 mit Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten wählen ließ. Unterstützung erhielt er auch von der Thüringer CDU-Fraktion. Annegret Kramp-Karrenbauer distanzierte sich klar und deutlich von den Geschehnissen und kündigte ihren Rücktritt als Parteichefin der CDU und den Verzicht auf die Kanzlerkandidatur 2021 an.

Chronologie der Ereignisse, die einen Machtkampf zwischen Söder und Laschet ermöglichten

Merkels Nachfolge war zu diesem Zeitpunkt wieder völlig offen. Bei der CDU hat es gewisse Tradition, dass die Funktion des Parteivorsitzes gleichzeitig mit der Kanzlerkandidatur einhergeht. Kramp-Karrenbauers Nachfolge sollte ursprünglich bereits im April 2020 auf einem CDU-Bundesparteitag bestimmt werden. Infolge der Corona-Pandemie konnte dieser jedoch nicht durchgeführt werden. Gleichzeitig agierte die gesamte Bundespolitik im Krisenmodus. Ein Parteitag kam da ungelegen.

Erst am 16. Januar 2021 wurde Armin Laschet auf einem digitalen Parteitag als neuer CDU-Parteichef bestätigt. Am 22. Januar stand das Ergebnis nach der rechtlich verbindlichen Briefwahl auch formell fest. Infolge der Corona-Pandemie rückte plötzlich auch der bayrische Ministerpräsident Markus Söder in den Focus der Öffentlichkeit. Viele waren von seinem strikten Kurs und schnellen Handeln in der Krise überzeugt. Auch viele Medien berichteten wohlwollend über den bayrischen Krisenmanager. Viele politische Beobachter vermuteten, dass er bereits insgeheim mit der Berliner Bundespolitik liebäugelte.

Folgende Kanzlerkandidaten treten zur Bundestagswahl 2021 an

  • CDU/CSU: Armin Laschet, amtierender Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen
  • SPD: Olaf Scholz, (63) derzeitiger Finanzminister und Vize-Kanzler
  • Grüne: Annalena Baerbock, (40) Bundesvorsitzende der Grünen seit 2018
  • FDP: Christian Lindner, (42) Parteivorsitzender der Liberalen


Besser spät als nie: Im April 2021 steht der CDU-Kanzlerkandidat fest

Nach langen, hitzigen und mitunter nervenaufreibenden Auseinandersetzungen einigte sich die Bundesfraktion von CDU/CSU auf Armin Laschet als gemeinsamen Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2021. Mitte April stimmte der CDU-Vorstand mit 31 Stimmen für Armin Laschet als neuen Kanzlerkandidaten. Auf den bayrischen Herausforderer Markus Söder entfielen nur neun Stimmen. Die K-Frage der Union wurde nun eindeutig entschieden. *Kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld

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