Vor Merkel-Gipfel

Corona in Bayern: Söder und Sachsen legen ganz neuen Pandemie-Plan vor - Aus Furcht vor Mutante

Markus Söder und Michael Kretschmer haben vor dem Corona-Gipfel mit Merkel einen gemeinsamen Pandemie-Plan vorgestellt. Hier die wichtigsten Eckpunkte und die Live-Pressekonferenz zum Nachlesen.

  • Bisher kocht jedes Bundesland in Sachen Corona*-Politik gerne sein eigenes Süppchen.
  • Immerhin Sachsen und Bayern haben nun einen Zehn-Punkte-Plan ausgearbeitet für ein gemeinsames Pandemie-Vorgehen. Ein gemeinsames Vorgehen an der tschechischen Grenze ist da zum Beispiel ein Punkt.
  • Hier die wichtigsten Eckpunkte des Plans und die Pressekonferenz zum Nachschauen und Nachlesen, inklusive der düsteren Prognose von Markus Söder* für Mittwoch (siehe Update von 10.47 Uhr).

10.55 Uhr: Die Pressekonferenz ist vorbei. Weiter unten nochmal genau alle Aussagen für Sie zum Nachlesen. Davor hier eine kurze Zusammenfassung.

Das Problem: Tschechien hat eine sehr hohe Corona-Inzidenz und ist Mutationsgebiet. Die britische Variante wütet dort. An der deutschen Corona-Karte sieht man deutlich, dass diese hohen Infektionsraten über die Grenze in die anliegenden Landkreise in Sachsen und Bayern hinüberschwappen. Landkreise wie Tirschenreuth in der Oberpfalz oder der Vogtlandkreis in Sachsen führen seit Wochen immer wieder die deutsche Corona-Hitliste mit den höchsten Inzidenzen an. Kretschmer wollte da nicht länger zusehen und hat gemeinsam mit Söder die Sachsen-Bayern-Allianz ins Leben gerufen.

Ziel dieser Allianz: Die Ansteckungen aus Tschechien möglichst auf null drücken und die chronisch hohe Corona-Infektionslage in den bayerischen und sächsischen Grenzlandkreisen endlich in den Griff zu bekommen.

Maßnahmen: Und dafür haben sich Söder und Kretschmer tatsächlich überraschend konkrete Maßnahmen überlegt. Ein Überblick:

  • Impfstoff: 15.000 Dosen Corona-Impfstoff werden heute (1. März) von Bayern, Sachsen und Thüringen nach Tschechien geliefert. Zusätzlich fordern Söder und Kretschmer direkte Extra-Impfstoff-Lieferungen von der EU in die betroffenen Regionen. „Wir müssen in den Hotspots schneller immunisieren als anderswo“, sagt Söder.
  • Die Test-Strategie soll in den Grenzregionen radikal ausgeweitet werden. Firmen sollen zu eigenen Testzentren werden. Betriebe können sich dafür melden und schulen lassen. Pendler haben eine Testpflicht bei Einreise nach Deutschland. Schnellstest heißt da das Zauberwort. Mit welchen Tests und wie genau und vor allem ab wann das vonstattengehen soll, wissen die beiden Ministerpräsidenten aber noch nicht. PCR-Positivtests sollen alle sequenziert werden, damit die Corona-Mutante nicht unentdeckt bleibt.
  • Die Grenzkontrollen bleiben erstmal weiter bestehen. Die seien nicht schön, sagen die beiden. Aber dringend nötig, das hätten Stichproben gezeigt. Wichtig sei jetzt, alle Pendler schnellstmöglich zu impfen. Denn die tragen ja die Mutante weiter. „Klar ist: Einreise nur mit negativem Testergebnis“, steht in dem gemeinsamen Papier.
  • Öffnen und Lockern könne man in den Grenzregionen erstmal noch nicht. Erst, wenn es ein völlig neues Testkonzept und eine höhere Impfrate gebe. Söder spricht für Bayern deshalb von einem regionalen Öffnungskonzept. Wo die Inzidenz niedrig sei, etwa in München, müsse „etwas gehen“. Andernorts eben noch nicht.
  • Der Corona-Gipfel am Mittwoch mit Angela Merkel werde wohl kaum „bis 17 Uhr“ zu Ende sein. Söder sagt einen langen Abend voraus. Die Meinungen gingen weit auseinander. Aber zumindest Sachsen und Bayern seien sich klar und einig. Immerhin. Muss die Kanzlerin am Mittwoch nur noch die 14 anderen Länder unter einen Hut bringen.

10.47 Uhr: Söder gibt noch einen Ausblick auf die Corona-Gipfel mit Merkel am Mittwoch. „Bis 16, 17 Uhr werden wir da noch nicht fertig sein.“ Die Diskussionen werden am Mittwoch lange dauern und hart, sagt der Bayer. Dazu auch ein sehr schöner Söder-Satz: „Die Sonne gibt den Menschen das Gefühl, dass sich die Gefahr verringert hat.“

10.37 Uhr: Die Pressekonferenz neigt sich dem Ende zu. Wir fassen für Sie die wichtigsten Punkte danach nochmal hier zusammen. Aktuell beantworten die beiden Ministerpräsidenten eine Nachfrage zur Corona-Impfpflicht. Kretschmer sagt: Die Diskussion mache dann Sinn, wenn es genug Impfstoff gebe. Vorher nicht. Söder ergänzt noch einen typischen Söder-Satz: „Der Verlust von Impfgeschwindigkeit ist die Verzögerung von Freiheit.“

10.29 Uhr: Konkret geht es um 15.000 Dosen Impfstoff für Tschechien, der in den Grenzregionen verimpft werden soll. Der wird heute von den Tschechen in Leipzig abgeholt. Bayern, Thüringen und Sachsen treten gemeinsam diese 15.000 Dosen ab.

10.23 Uhr: Söder konkretisiert zum Impfkonzept. Impfstoff für tschechische Pendler sei eine „symbolische Maßnahme“, was die Menge angehe, gleichzeitig aber auch eine „wirksame“. Grundsätzlich müsse man beim Impfen mehr Tempo machen. Söder wiederholt seine Forderung, Astrazeneca für alle ohne Priorisierung zugänglich zu machen. „Keine Impfdose darf in Deutschland länger liegen bleiben.“

10.19 Uhr: Kretschmer wiederholt die zwei Maßnahmen gegen diese „verheerende Wirkung“. Man wolle ein völlig neues, intensives Testregime und eine eigene Impfstrategie für die Grenz-Landkreise. Unternehmen sollen selbst zu Testzentren werden und vor Ort im Betrieb testen. Es soll Extra-Impfstoff für die stark belasteten Regionen locker gemacht werden.

10.13 Uhr: Jetzt spricht Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und erklärt nochmal, wie er auf die Allianz-Idee gekommen ist. Es sei eine „Selbstverständlichkeit“ gewesen mit Blick auf die konstant hohen Zahlen, in Tschechien nachzufragen, „wie können wir helfen?“. Gleichzeitig sei es unvermeidlich gewesen, die Grenzen zu schließen. Kretschmer zitiert hohe Zahlen an mit der britischen Mutante infizierten Grenzgängern aus Tschechien, die in Stichproben aufgefallen waren. „Mit den jetzigen Werkzeugen werden dieser Situation nicht her“, sagt Kretschmer. „Wir müssen den Effekt des Weitertragens in die benachbarten Regionen verhindern.“

10.11 Uhr: Zudem wiederholt Söder seine Forderung, das Impfkonzept komplett zu überarbeiten. Der Impfstoff müsse von Hausärzten oder Betriebsärzten verimpft werden, sobald genug da sei. „Nur so können wir den dramatischen Rückstand, den Deutschland hat, aufholen. Und so sind wir uns für den Mittwoch ziemlich einig.“

10.09 Uhr: Gleichzeitig soll Tschechien direkt aus Bayern unterstützt werden. „Mit Betten“, sagt Söder. Und man wolle beispielsweise die Pendler aus Tschechien schnell impfen.

10.08 Uhr: Söder will mehr Impfstoff in die Hotspot-Regionen bringen. Vor allem Astrazeneca. „Eine Antwort auf Hotspots ist doch, dass man nicht das gleiche Öffnungsregime haben kann, wie bei uns in München, man muss dort schneller immunisieren.“

10.06 Uhr: „Regionale Bestimmungen ja“, sagt Söder, aber gleichzeitig müsse es ein einheitliches Vorgehen aller Bundesländer geben. „Deshalb ein dringender Appell an den Bund“, sich bis Mittwoch genau darum zu kümmern. Sachsen und Bayern mit seinen Hotspots könne dagegen noch enger zusammenarbeiten. „Wir brauchen einen engen Austausch.“

Update, 10.01 Uhr: Die Pressekonferenz startet pünktlich als Erstes spricht Markus Söder über die neue Sachsen-Bayern-Allianz. Ein Hauptgrund für das Projekt ist laut Söder das Mutationsgebiet Tschechien als gemeinsamer Nachbar. „Welche Entscheidungen wir in dieser Woche treffen, ist entscheidend“, sagt Söder. Es gehe jetzt um eine „Balance zwischen Vorsicht und kluges Öffnen.“

Update, 10 Uhr: Noch lassen die beiden Ministerpräsidenten auf sich warten.

Update, 09.08 Uhr: Markus Söder und Michael Kretschmer wollen um 10 Uhr vor die Presse treten und ihre Corona-Politik vorstellen. Hier verfolgen Sie die Pressekonferenz live im Video und im Ticker.

München, 1. März, 06.44 Uhr: Bayern und Sachsen wollen im Kampf gegen Corona noch enger zusammenarbeiten. Am Montag (10.00 Uhr) wollen die beiden Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und Michael Kretschmer (CDU) einen Zehn-Punkte-Plan für das gemeinsame Vorgehen gegen die Pandemie vorstellen. Söder hatte eine engere Kooperation zuletzt schon angekündigt, etwa was Test- und Quarantänekonzepte angeht - Ziel sei insgesamt ein möglichst einheitliches Vorgehen.

Bayern und Sachsen sind durch ihre Grenzen zu Tschechien derzeit besonders herausgefordert: Landkreise in Grenznähe zählen seit einiger Zeit zu den auffälligsten Corona-Hotspots in Deutschland. Deshalb laufen inzwischen auch verschärfte Kontrollen an den Grenzen zum Nachbarland Tschechien.

Söder und Kretschmer nennen Zehn-Punkte-Plan gegen Corona - PK hier live

Wir werden die Pressekonferenz hier live begleiten und umgehend über mögliche Neuerungen informieren. Übrigens: Seit heute gelten diverse neue Lockerungen in Bayern. Hier eine ausführliche Übersicht.*

*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Blutiger Dornfelder: ein Krimi-Rotwein-Paket zum Genießen

Blutiger Dornfelder: ein Krimi-Rotwein-Paket zum Genießen

Trauerfeier für Prinz Philip am kommenden Samstag

Trauerfeier für Prinz Philip am kommenden Samstag

Große Anteilnahme am Tod Prinz Philips

Große Anteilnahme am Tod Prinz Philips

Bayern verlieren Final-Wiedersehen gegen Paris Saint-Germain

Bayern verlieren Final-Wiedersehen gegen Paris Saint-Germain

Meistgelesene Artikel

Merkels Notbremsen-Gesetz durchgesickert: Kanzlerin will „Brücken-Lockdown“ - erster Widerstand im Bundestag

Merkels Notbremsen-Gesetz durchgesickert: Kanzlerin will „Brücken-Lockdown“ - erster Widerstand im Bundestag

Merkels Notbremsen-Gesetz durchgesickert: Kanzlerin will „Brücken-Lockdown“ - erster Widerstand im Bundestag
Corona: Forscher warnen Merkel-Regierung vor Symbol-Maßnahmen - „DRINNEN lauert die Gefahr“

Corona: Forscher warnen Merkel-Regierung vor Symbol-Maßnahmen - „DRINNEN lauert die Gefahr“

Corona: Forscher warnen Merkel-Regierung vor Symbol-Maßnahmen - „DRINNEN lauert die Gefahr“
Droht Angela Merkel eine bittere Niederlage? Streit mit Ländern um Corona-Notbremse eskaliert - „Entwürdigend“

Droht Angela Merkel eine bittere Niederlage? Streit mit Ländern um Corona-Notbremse eskaliert - „Entwürdigend“

Droht Angela Merkel eine bittere Niederlage? Streit mit Ländern um Corona-Notbremse eskaliert - „Entwürdigend“

Kommentare