Bericht bei Wikileaks

Snowden möchte Asyl in Deutschland

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Findet er in Deutschland Zuflucht?  Edward Snowden.

Washington - Der amerikanische Whistleblower Edward Snowden hat nach Angaben der Enthüllungsplattform Wikileaks in Ländern von China über Deutschland bis Venezuela Asyl beantragt.

Die Anträge seien von der Rechtsberaterin von Wikileaks, Sarah Harrison, einem Beamten des russischen Konsulates auf dem Moskauer Flughafen am Sonntag übergeben worden. Einige davon seien den betreffenden Botschaften zugeleitet worden.

In der auf Dienstag datierten Wikilaks-Mitteilung werden als weitere Asylländer neben China, Deutschland und Venezuela Österreich, Bolivien, Brasilien, Kuba, Finnland, Frankreich, Indien, Italien, Irland, die Niederlande, Nicaragua, Norwegen, Polen, Spanien, die Schweiz und Bolivien genannt. Die Angaben von Wikileaks konnten nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden.

Fünf Fakten rund um Skandal-Enthüller Snowden

Die Enthüllung: Snowden hat streng geheime Informationen über Überwachungsprogramme der USA an die Medien weitergeleitet. Danach greift der Geheimdienst NSA im großen Stil auf Telefondaten und E-Mail-Konten von Millionen US-Bürgern zu. Wollen die Agenten anhand gesammelter Daten einer bestimmten terroristischen Bedrohung nachgehen, müssen sie dazu jedoch richterliche Erlaubnis einholen. © AP
Der Enthüller: Seit er sich als Hauptquelle hinter den Enthüllungen der Blätter „The Guardian“ und „The Washington Post“ zu erkennen gab, hatte sich Snowden in Hongkong versteckt gehalten. Das US-Justizministerium stellte Strafanzeige wegen Spionage und Diebstahls von Staatseigentum gegen den Ex-Geheimdienstmitarbeiter. Einen Auslieferungsantrag der USA lehnten die Behörden in Hongkong jedoch mit dem Hinweis ab, dass eingereichte Unterlagen nicht gesetzlichen Vorgaben entsprochen hätten. © AP
Die Flucht: Noch bevor die ersten Medienberichte über die US-Überwachungsprogramme kursierten, hatte Snowden den US-Staat Hawaii schon in Richtung Hongkong verlassen. Dort angekommen, setzte er seine Enthüllungsinterviews mit Reportern fort. Dann verließ er Hongkong in Begleitung von Vertretern der Enthüllungsplattform Wikileaks. Snowden flog nach Moskau. Dort durfte er den Transitbereich des Flughafen nach langem Hickhack verlassen. Die USA zeigten sich enttäuscht von Russland. © AP
Die Diplomatie: Schon der US-Antrag auf eine Überstellung Snowdens scheiterte an der fehlenden Kooperation Hongkongs. Auch Russland unterhält kein Auslieferungsabkommen mit den USA. © AP
Die Zukunft: Snowdens Kooperation mit Wikileaks dürfte ein neues Kapitel einläuten, was Ausmaß und Qualität möglicher weiterer Enthüllungen anbelangt. Schon jetzt haben Snowdens Einlassungen für einigen Aufruhr gesorgt, auch wenn daran beteiligte Journalisten beteuerten, zum Schutz der nationalen Sicherheit nicht den vollen Umfang seiner brisanten Informationen ans Licht gebracht zu haben. © AP

„Ohne jede rechtliche Anordnung will die Regierung mich daran hindern, mein Grundrecht auszuüben. Ein Recht, das jedem zusteht. Das Recht auf Asyl.“ Damit sollten nicht ihm, sondern „jenen, die nach mir kommen“ Angst gemacht werden. Obama habe Vizepräsident Joe Biden angewiesen, Druck auf Länder auszuüben, bei denen er um Asyl gebeten habe.

Der von den USA wegen Spionage gesuchte Snowden war nach seinen Enthüllungen zunächst nach Hongkong geflohen. Am 23. Juni reiste er nach Moskau weiter. Dort soll er sich zur Zeit im Transitbereich eines der Hauptstadt-Flughäfen aufhalten.

Am Dienstag wurde bekannt, dass Snowden seinen Antrag in Russland zurückgezogen hat. Österreich und Polen lehnen das Gesuch des ehemaligen NSA-Mitarbeiters ab. AP/dpa

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