Objekt der Zeitgeschichte

Schwierige "Landshut"-Demontage in Brasilien

Demontiert: Die frühere Lufthansa-Maschine "Landshut" ohne Flügel. Foto: Paulo Wagner
1 von 15
Demontiert: Die frühere Lufthansa-Maschine "Landshut" ohne Flügel. Foto: Paulo Wagner
Die am 13. Oktober 1977 entführte "Landshut" nach der Landung in Mogadischu. Foto: Archiv
2 von 15
Die am 13. Oktober 1977 entführte "Landshut" nach der Landung in Mogadischu. Foto: Archiv
Der linke Flügel der "Landshut" wird abgebaut. Foto: Paulo Wagner
3 von 15
Der linke Flügel der "Landshut" wird abgebaut. Foto: Paulo Wagner
Die frühere Lufthansa-Maschine "Landshut" steht zur Demontierung auf dem Flughafen in Fortaleza in Brasilien. Foto: Paulo Wagner
4 von 15
Die frühere Lufthansa-Maschine "Landshut" steht zur Demontierung auf dem Flughafen in Fortaleza in Brasilien. Foto: Paulo Wagner
Auch die Triebwerke der "Landshut" wurden demontiert. Foto: Paulo Wagner
5 von 15
Auch die Triebwerke der "Landshut" wurden demontiert. Foto: Paulo Wagner
Hier spielte sich vor 40 Jahren das Drama von Mogadischu ab: Innenraum der früheren Lufthansa-Maschine "Landshut". Foto: Paulo Wagner
6 von 15
Hier spielte sich vor 40 Jahren das Drama von Mogadischu ab: Innenraum der früheren Lufthansa-Maschine "Landshut". Foto: Paulo Wagner
Allein zur Abnahme der Flügel müssen rund 1500 Nieten und Schrauben gelöst werden. Foto: Paulo Wagner
7 von 15
Allein zur Abnahme der Flügel müssen rund 1500 Nieten und Schrauben gelöst werden. Foto: Paulo Wagner
Sitzreihen der vor 40 Jahren von Terroristen entführten "Landshut" auf dem Flughafen in Fortaleza (Brasilien). Foto: Paulo Wagner
8 von 15
Sitzreihen der vor 40 Jahren von Terroristen entführten "Landshut" auf dem Flughafen in Fortaleza (Brasilien). Foto: Paulo Wagner

Es ist eine ungewöhnliche Operation: Die durch das Geiseldrama und die GSG-9-Befreiung berühmt gewordene "Landshut" steht flugunfähig in Brasilien. Nun wird sie auseinander gebaut, um die frühere Lufthansa- Maschine in Deutschland als Objekt der Zeitgeschichte auszustellen.

Fortaleza (dpa) - Die Rückholung der vor vierzig Jahren von Terroristen entführten früheren Lufthansa-Maschine "Landshut" gestaltet sich zum Teil schwieriger als erwartet. Als wichtige Etappe konnte nun die linke Tragfläche der flugunfähig im brasilianischen Fortaleza stehenden Boeing 737 abgenommen werden.

Seit 21. August ist ein Team der Lufthansa Technik vor Ort. Es ist eine große Herausforderung für die Ingenieure: Allein zur Abnahme der Flügel müssen rund 1500 Nieten und Schrauben gelöst werden, jedes abgenommene Triebwerk wiegt rund 1,5 Tonnen. 

Zu Beginn musste die Maschine erst einmal mit neuen Bugrädern versehen werden, um die zwischen anderen stillgelegten Flugzeugen stehende Boeing auf das Vorfeld zu fahren, sagte Lufthansa Technik-Sprecher Jens Krüger der Deutschen Presse-Agentur. "Wir würden die Maschine gerne vor der Bundestagswahl (24. September) nach Hause bringen", sagte Krüger. 

Die großen Teile wie die Tragflächen sollen mit einer Antonov 124 und andere Teile mit Seecontainern nach Deutschland gebracht werden. Eine Ausstellung im Dornier-Museum in Friedrichshafen zum 40. Jahrestag der Befreiung der Geiseln im somalischen Mogadischu am 18. Oktober könnte zeitlich schwierig werden. Es sei ein nationales Interesse, mit dem Flugzeug als Ausstellungsstück an den Deutschen Herbst 1977 zu erinnern, hatte Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) betont. In Friedrichshafen soll die Maschine dauerhaft als restauriertes Ausstellungsobjekt an das "Landshut"-Drama erinnern. 

Es hatte vor Beginn der Demontage zunächst einige Tage gedauert, bis rund 8,5 Tonnen an Werkzeug und Flugzeughebern aus dem Zoll herauskamen. Die 1970 in Dienst gestellte Maschine war bis 2008 für verschiedene Eigentümer unterwegs. Von 1970 bis 1985 war die Boeing 737 für die Lufthansa im Einsatz, dann als "John Adams" für Presidential Airways in den USA. Später wurde sie zum Frachtflugzeug, flog für TAN Honduras, L'Aéropostale, in Malaysia und Indonesien, bis sie 2002 an die Airline TAF Linhas Aereas in Fortaleza ging. 

Aufgrund eines schweren Defekts am 14. Januar 2008 wurde das Flugzeug (letztes Kennzeichen: PT-MTB) nach 38 Jahren Dienst für fluguntauglich erklärt. Das Auswärtige Amt erwarb die "Landshut" Berichten zufolge für rund 20 000 Euro von dem Flughafenbetreiber in Fortaleza - das war vor allem die Summe für die aufgelaufenen "Parkkosten" auf dem Flughafen. Insgesamt können Demontage, Transport und Zusammenbau am Ende einen Millionenbetrag kosten. 

Am 13. Oktober 1977 hatten vier Palästinenser in Absprache mit der Roten Armee Fraktion (RAF) die "Landshut" mit 91 Menschen an Bord auf dem Flug von Mallorca nach Frankfurt/Main gekapert, um die inhaftierte RAF-Führung in Stuttgart-Stammheim freizupressen. Nach einer Landung im südjemenitischen Aden erschossen die Terroristen den Kapitän Jürgen Schumann. Co-Pilot Jürgen Vietor musste die "Landshut" weiterfliegen nach Mogadischu. Dort stürmte am 18. Oktober 1977 die Anti-Terror-Einheit GSG 9 die Maschine und befreite die Geiseln.

Dornier Museum

Das könnte Sie auch interessieren

Abschluss Oberschule Dörverden

Dörverden - Von Christel Niemann - Ihr letztes Stündchen hatte geschlagen und für 64 Schüler der Aller-Weser Oberschule Dörverden wurde es Realität. …
Abschluss Oberschule Dörverden

Sporttage beim MTV Schweringen

Nicht zu heiß und nicht zu kalt: Für die alljährlichen Sporttage in Schweringen war das Wetter am vergangenen Wochenende perfekt.
Sporttage beim MTV Schweringen

Entlassungsfeier an der KGS Leeste

Die KGS Leeste hat 97 Abiturienten im Rahmen einer mehrstündigen Gala entlassen. Fotos: Sigi Schritt
Entlassungsfeier an der KGS Leeste

Hurricane Festival: Die Bilder vom Freitag

Mit einem Mix aus Sonne, Regen und Wind ist das "Hurricane"-Festival in Scheeßel am Freitag gestartet. Laut Vorhersagen soll das Wetter dieses Jahr …
Hurricane Festival: Die Bilder vom Freitag

Meistgelesene Artikel

Maybrit Illner: Darum fehlte die Talkmasterin in eigener ZDF-Sendung

Maybrit Illner: Darum fehlte die Talkmasterin in eigener ZDF-Sendung

Melania Trump sendet mit Spruch auf Jacke versteckte Botschaft - und sorgt damit für Wirbel

Melania Trump sendet mit Spruch auf Jacke versteckte Botschaft - und sorgt damit für Wirbel

„In ein paar Tagen könnte alles vorbei sein“: heute journal beschwört Merkel-Aus - zurecht?

„In ein paar Tagen könnte alles vorbei sein“: heute journal beschwört Merkel-Aus - zurecht?

Bundesregierung beklagt Alleingang: Trumps Regierung zieht sich aus UN-Menschenrechtsrat zurück

Bundesregierung beklagt Alleingang: Trumps Regierung zieht sich aus UN-Menschenrechtsrat zurück