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Laschet und Scholz besuchen Katastrophengebiet: Kritik am Krisenmanagement

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet ist in die vom Hochwasser stark betroffene Ruhrgebietsstadt Hagen gereist. Kritische Stimmen melden sich in puncto Krisenmanagement.

Düsseldorf/Mainz – Die Lage im Westen des Landes ist dramatisch: Wegen der verheerenden Hochwasserlage* – besonders in Nordrhein-Westfalen – hat CDU-Kanzlerkandidat und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet seinen Besuch zur Klausurtagung der CSU-Landesgruppe im bayerischen Seeon abgesagt. Laschet reiste am Vormittag spontan ins Ruhrgebiet und ins Sauerland, um sich vor Ort ein Bild über die Lage nach den stundenlangen Regenfällen in der Nacht zu machen.

Person:Armin Laschet (CDU)
Geburtsdatum und - ort:18. Februar 1961 in Aachen
Beruf:NRW-Ministerpräsident

Unter anderem war Laschet auch in Altena (Märkischer Kreis), wo am Mittwochnachmittag ein 46-jähriger Feuerwehrmann seinen Einsatz mit dem Leben bezahlen musste. Er war nach der Rettung eines Mannes ins Wasser gestürzt und abgetrieben. Kollegen konnten den Mann nur noch tot bergen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt starben in NRW mindestens 15 Menschen.

Scholz und Laschet besuchen Hochwasserregionen: Laschet besucht besonders betroffene Stadt Hagen

„Die Lage ist immer noch dramatisch. Es werden Menschen noch immer vermisst“, sagte Laschet zur „Bild“-Zeitung. Die Landespolizei habe deshalb Hubschrauber bereitgestellt, um bei der Suche nach den Vermissten zu helfen. „Das ist für die Menschen eine dramatische Lage“, so Laschet. „Wir tun jetzt alles, um als Land zu helfen“, sagte Laschet. Helfer aus dem ganzen Land seien in die Hochwassergebiete unterwegs.

Der Unions-Kanzlerkandidat informierte sich in der Leitzentrale des Märkischen Kreis beim Landrat und beim Kreisbrandmeister über die Lage, wie die Deutsche Presse-Agentur aus NRW-Regierungskreisen erfuhr. Anschließend fuhr er in die besonders von den Unwettern betroffene Stadt Hagen, um sich auch dort ein Bild vor Ort zu machen.

Nachdem sich Laschet über die Lage in der Ruhrgebietsstadt Hagen informieren hat lassen, trat er vor die Kameras.

Unterdessen werden die Stimmen aus der Opposition lauter, die das Krisenmanagement von Armin Laschet kritisieren. „Wir müssen so schnell wie möglich einen Überblick über die Schäden erhalten, um dann gezielt vor Ort unterstützen zu können“, erklärte NRW-SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty gegenüber dem Westdeutschen Rundfunk (WDR). Die Landesregierung sei nun gefordert, diese Hilfe zügig zu organisieren. Zudem fragt seine Fraktion: „Wo ist der Krisenstab der Landesregierung?“ Die Kommunen würden vom Land allein gelassen.

Scholz und Laschet besuchen Hochwasserregionen: Grüne fordern entschlosseneres Handeln von Laschet

Auch die Grünen forderten ein entschlosseneres Handeln von Laschet. „Die Betroffenen brauchen nun schnelle und unbürokratische Hilfe“, betonten auch die Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Verena Schäffer und Josefine Paul, im Gespräch mit dem WDR. Die Häufung von Starkregenereignissen wären eine Folge des voranschreitenden Klimawandels, stellten sie fest. „Diese Unwetter machen noch einmal sehr deutlich: Unsere Städte klimafester zu machen ist kein nice to have, sondern ein must have.“

Gerade mit Blick auf das Krisenmanagement muss sich Laschet die Kritik gefallen lassen. Während beispielsweise Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) bei der Flutkatastrophe 2002 in Ostdeutschland selbst mit anpackte, stellt sich Krisenmanager Laschet aktuell im feinen Zwirn in die Feuerwehrgerätehäuser sowie Leitstellen in seinem Bundesland und lässt sich berichten. Echter Tatendrang sieht anders aus.

Scholz und Laschet besuchen Hochwasserregionen: Vizekanzler unterbricht Sommerurlaub

Auch Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich in die Krisengebiete begeben. Scholz unterbrach wegen des Hochwassers in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen am Donnerstagmorgen seinen Urlaub.

Noch am selben Tag wolle sich der Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat zusammen mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ein Bild von der Lage im Katastrophengebiet machen, wie das Ministerium in Berlin auf Anfrage mitteilte. „Die Menschen im Katastrophengebiet sind in Not, die Schäden sind immens“, erklärte Scholz. „Da muss der Bund mit anpacken.“ Er werde alles dafür tun, dass der Bund finanzielle Hilfe leiste.

Person:Olaf Scholz (SPD)
Geburtsdatum und -ort:14. Juni 1958 in Osnabrück
Beruf:Bundesfinanzminister und Vizekanzler

In Rheinland-Pfalz ist das genaue Ausmaß der Katastrophe in mehreren Landkreisen und kreisfreien Städten laut Innenministeriums derzeit noch nicht absehbar. Seit Stunden läuft ein großangelegter Rettungseinsatz. Polizeihubschrauber seien unterwegs, um Menschen von Hausdächern oder aus Bäumen zu retten, berichtete Dreyer. Auch die Bundeswehr helfe mit rund 200 Soldaten. Es gebe sehr viele Vermisste. Sie zu erreichen sei schwierig, da das Mobilfunknetz zum Teil ausgefallen sei.

SPD-Kanzlerkandidat und Vizekanzler Olaf Scholz reist am Donnerstag in die Krisengbiete nach Rheinland-Pfalz, um sich dort gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ein Bild von der dramatischen Lage zu machen. (Symbolbild)

Im Eifel-Landkreis Ahrweiler kamen fünf Menschen ums Leben. Alle seien nach bisherigen Erkenntnissen in den Fluten ums Leben gekommen, teilte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) mit. Der gesamte Landkreis ist von der Unwetterlage betroffen. Mehrere Orte waren laut Polizei wegen des Hochwassers von der Außenwelt abgeschnitten.

Da ist richtiges Anpacken gefordert ... nicht nur von den Hilfskräften, sondern von allen. Eben auch von Olaf Scholz und von Armin Laschet. * kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Roberto Pfeil/dpa

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