Alte Post werden zum Verhängnis

Sarah-Lee Heinrich: Grüne-Jugend-Sprecherin für Hakenkreuz-Post kritisiert

Sarah-Lee Heinrich, die neue Bundessprecherin der Grünen Jugend, sieht sich einer Hetze auf Twitter ausgesetzt. Sie wird für Posts mit rechten Inhalten kritisiert.

Berlin – Das Internet vergisst nie oder nur schwer: Diese Erfahrung musste die neu gewählte Bundessprecherin der Grünen Jugend, Sarah-Lee Heinrich, in den vergangenen Tagen machen. Etwa zwei Wochen nach der Bundestagswahl 2021 geht es konkret um Tweets, die die 20-Jährige in den Jahren 2014 und 2015 auf der Kurznachrichtenplattform Twitter gepostet haben soll.

Um ihre Person tobt deshalb seit vergangenen Sonntag ein virtueller Streit – #sarahleeheinrich trendete zwischenzeitlich und erklomm die Bestenliste der nationalen Charts auf Twitter. Heinrich selbst spricht von einem „Shitstorm“ und verweist auf ihr damals junges Alter. Sie hat sich aber auch für ihre Äußerungen entschuldigt.

Politikerin: Sarah-Lee Heinrich
Geboren: 22. März 2001 in Iserlohn (20 Jahre)
Funktion: Bundessprecherin der Grünen Jugend
Beruf:Studentin

Sarah-Lee Heinrich: Umstrittener Tweet von Jugendsprecherin der Grünen wurde inzwischen gelöscht

Sie bedauere den veröffentlichen Beitrag. „Ich wurde gerade auf einen Tweet aufmerksam, in dem mein Account im Jahr 2015 ‚Heil‘ unter einen Tweet mit Hakenkreuz kommentierte“, schrieb die 20-Jährige auf Twitter. Sie könne sich nicht an das Posten der Nachricht erinnern, ihre Reaktion ist aber klar: „Das war maximal dumm und unangebracht.“ Der Tweet würde in keiner Weise ihre politische Position widerspiegeln, sie sei Teil einer antifaschistischen Jugendorganisation. Der Tweet wurde inzwischen gelöscht.

Sarah-Lee Heinrich spricht auf dem 55. Bundeskongress der Grünen Jugend.

Heinrich hatte bereits vorher beklagt, dass sie sich, seit ihrer Wahl zur Bundessprecherin, rechter Hetze ausgesetzt sieht. „Haben wohl Bammel vor einer schwarzen, linken Frau.“ Es kursierten Screenshots von alten Tweets von ihr, „die zum Teil vulgär oder beleidigend sind“. Was bei den Screenshots fehlt, machte Heinrich ebenfalls deutlich: „Was bei den Screenshots von Tweets mit Absicht rausgenommen wird: Die sind von 2014/2015“, kritisierte sie. „Da war ich 13/14 Jahre alt.“

Sarah-Lee Heinrich: Bundessprecherin der Grünen Jugend fiel bereits vorher auf

Sarah-Lee Heinrich ist nicht die einzige Politikerin der Grünen: Während des Wahlkampfs geriet Grünen-Chefin Annalena Baerbock wiederholt in das Visier von Hetzern. Auch gab es in einigen Städten gehäuft Wahlplakate, die öffentlich zum Mord an den Grünen aufriefen. „Messt mich und kritisiert mich gern an meinen Positionen und meiner politischen Arbeit. Ich werde mich jetzt nicht zu allem erklären, was ich mal so mit 14 gedacht und gesagt habe, das verlange ich auch von niemandem“, forderte sie.

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Die 20-Jährige war am Samstag gemeinsam mit Timon Dzienus in Erfurt zu den neuen Bundessprechern der Grünen Jugend gewählt worden. Heinrich erhielt beim Bundeskongress der Nachwuchsorganisation 93,84 Prozent der Stimmen. Sie legte in ihrer Bewerbungsrede den Fokus auf soziale Fragen. „Viele Menschen haben Angst, dass Klimaschutz bedeutet, dass es ihnen schlechter gehen wird. Das kann ich verstehen, denn auch sie wissen, wie löchrig unser Sozialstaat ist und dass sie, sobald sie arbeitslos werden, in dieser Gesellschaft nichts mehr wert sind.“

Bundessprecherin der Grünen Jugend: Unterstützung von Katrin Göring Eckardt

Während in Berlin die Bundespartei über eine mögliche Ampel-Regierung sondiert, kritisierte Heinrich den Mangel an Ausbildungsplätzen, schlecht bezahlten Nebenjobs für Studenten sowie die Benachteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund. Nach der Hetze auf Twitter solidarisierte sich unter anderem die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt mit der neuen Bundessprecherin der Grünen Jugend. „Wir machen alle Fehler. Du stehst dazu und entschuldigst dich. Danke dafür. Aber auch danke, dass du klar sagst, was ist, Ausgrenzung durch Armut, durch NichtWeissSein, durch Rassismus oder Gleichgültigkeit“, schrieb sie am Sonntag. Ob das die Twitter-Gemeinde vorerst beruhigen und der Shitstorm gegen Sarah-Lee Heinrich aufflauen wird, muss sich in den kommenden Tagen zeigen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bodo Schackow

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