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Ukraine: Hilfe für Russland aus Nordkorea? Militärexperte spricht im TV über massive Verstärkung

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Von: Patrick Freiwah

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Russlands Staatschef Wladimir Putin und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un stoßen im April 2019 im Rahmen eines gemeinsamen Treffens an
Russlands Staatschef Wladimir Putin und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un, im April 2019 bei einem gemeinsamen Treffen. © UPI Photo/Imago

Russland erhält im Ukraine-Konflikt womöglich bald massive Verstärkung. Nordkorea hat den Truppen von Wladimir Putin offenbar militärische Unterstützung angeboten.

Moskau - Der umkämpfte Donbass mit den Regionen Donezk und Luhansk, wo sich die Mehrzahl der Bevölkerung Russland zugehörig fühlt, wird künftig zum Land von Wladimir Putin gehören: An dieser These lässt zumindest der Kreml keinen Zweifel aufkommen. Die ukrainische Armee hingegen verteidigt die umkämpften Gebiete, unterstützt auch durch westliche Waffenlieferungen (aktuelle Entwicklungen im News-Ticker).

Zur Verwirklichung seiner Ambitionen könnte Russland offenbar schon bald Unterstützung erhalten: In einer Sendung des russischen Staatsfernsehens ging es darum, dass möglicherweise eine ganze Armada an Streitkräften aus Nordkorea zur Verstärkung anrückt. Der russische Militärexperte Igor Korotchenko sprach im Sender Rossija-1 davon, wie „großartig“ es wäre, wenn Freiwillige nicht nur dabei helfen, die vom Krieg brach liegende Infrastruktur mitaufzubauen. Es ist auch von Kämpfen an der Seite Russlands die Rede. Einen entsprechenden Mitschnitt veröffentlichte BBC-Reporter Francis Scarr per Twitter.

Ukraine: Russland bald mit Unterstützung durch Streitkräfte aus Nordkorea?

„Es gibt Berichte, dass rund 100.000 Nordkoreaner darauf vorbereitet werden, sich dem Konflikt zwischen Russland und der Ukraine anzuschließen und die Armee von Wladimir Putin zu unterstützen“, erklärte Korotchenko. Auf die Anmerkung eines weiteren Studiogastes, dass sich das wie ein Witz anhöre, entgegnete der 62-Jährige: „Vielleicht ist es einer, vielleicht nicht. Das Wesentliche: Nordkorea hat politisch seine Position klargemacht und nordkoreanische Helfer scheinen bereit, uns beim Wiederaufbau der Städte zu helfen, welche von der Ukraine zerstört wurden.“ Als Beispiel nennt er Städte wie Cherson, die von Russland „befreit“ wurden und dies auch so bleiben solle.

Russland und Nordkorea im Donbass Seite an Seite? „Warum schüchtern sein?“

Ob die Truppen-Verstärkung aus Nordkorea bereits in die Wege geleitet wurde? Unklar. TV-Sender wie Rossija-1 sind bekannt als Kreml-nahes Sprachrohr. Schließlich ist der Ukraine-Konflikt längst zu einem Informationskrieg ausgeartet, in dem sich die beteiligten Kriegsparteien gegenseitig der Lüge bezichtigen.

Korotchenko führte aus, dass es sich um ein Angebot von Präsident Kim Jong-un handele, machte jedoch aus seiner Meinung keinen Hehl: „Wir sollten es annehmen. Warum schüchtern sein und uns dieses Angebot nicht zu eigen machen?“ Koreanische Arbeiter seien „robust und anspruchslos“. 

Derweil warnt UN-Generalsekretär António Guterres vor einem steigenden Risiko atomarer Vernichtung. Die Gefahr sei so groß wie am Höhepunkt des Kalten Krieges:

Dass die Volksrepublik Nordkorea (DPRK) im Ukraine-Konflikt zu den Unterstützern der russischen Seite gehört, ist schon länger klar. Das Land stimmte als eines von fünf Ländern gegen die UN-Resolution zur Verurteilung des Ukraine-Kriegs. Auch China gehört zu den Staaten, die Russland bei der Invasion im westlichen Nachbarland den Rücken stärken. Peking enthielt sich bei der Resolution.

Ukraine: Russland bald mit Kriegsgerät aus Nordkorea? „Möchten sich revanchieren“

Korotchenko erklärte weiter, dass Nordkorea Artillerie-Systeme und selbst produzierte großkalibrige Mehrfach-Raketenwerfer habe, dazu über eine enorme Erfahrung verfüge. Ihm zufolge handele es sich bei der angebotenen Unterstützung im Osten der Ukraine um eine Art Freundschaftsdienst: „Wir halfen Nordkorea einst (im Koreakrieg gegen Südkorea, d. Red.), nun möchten sie sich dafür revanchieren, mit uns den ukrainischen Faschismus bekämpfen“, so der Militärexperte.

Dazu wurde Nordkorea als Teil des kommunistischen Blocks (Oktober 1945) gegründet, die Verbindungen sind seit jeher ausgeprägt. Auch nach dem Fall der Sowjetunion setzten die beiden Länder ihre engen Beziehungen fort, zudem teilen sich die Staaten eine schmale Grenze im Süden Russlands, unterhalb der Stadt Wladiwostok.

Auch an anderer Stelle formieren sich die Fronten: Taiwan und China sind im Konflikt, durch die Reise der US-Politikerin Nancy Pelosi droht dieser zu eskalieren. Russlands Außenminister Lawrow stellt sich klar auf eine Seite. (PF)

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