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„Keine Wunderwaffe“: Selenskyj reagiert verhalten auf Panzerlieferungen

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Von: Moritz Serif

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Die Ukraine kann sich laut einem Fachmann nicht darauf verlassen, dass russische Schwächephasen im Ukraine-Krieg dauerhaft anhalten.

Zürich – Laut eines Militärexperten aus der Schweiz hat der Kreml im Ukraine-Krieg eine Schwächephase überwunden.
„Wir steuern auf eine Gemengelage zu, in der Kampfpanzer mit Blick auf die Verteidigung und Gegenoffensiven eine wichtige Rolle spielen“, sagt Niklas Masuhr, Forscher am Center for Security Studies der Universität ETH in Zürich.

Seit dem Herbst habe Russland seine Position verbessert, etwa durch die Errichtung von Verteidigungslinien. Die Nachrüstung der ukrainischen Panzer sei erschwert, weil Russland viele Fabriken und Fertigungsstraßen etwa für Panzermunition zerstört habe. Die NATO-Staaten hätten alten Reserven bereits zur Verfügung gestellt, berichtet fr.de.

Ukraine-Krieg: Deutschland will Ukraine Leopard-Panzer liefern

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine. (Archivbild)
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine. (Archivbild) © Ukraine Presidency/imago

Entsprechend rückten jetzt westliche Kampfpanzer wie der Leopard aus deutscher Produktion oder der Abrams aus den USA in den Fokus. Nach wochenlangem Hin und Her hat die Bundesregierung nach Angaben aus Koalitionskreisen von Dienstagabend die Lieferung von Leopard-Panzern bewilligt.

Mit einem Minimum von 100 westlichen Panzern könne die Ukraine eine Panzerbrigade nach westlichem Modell ausrüsten, sagte Masuhr. „Kampfpanzer sind aber keine Wunderwaffe. Sie müssen im Verbund eingesetzt und repariert werden und mit Munition ausgestattet werden.“

Ukraine-Krieg: Militärfachmann weist auf logistischen Albtraum hin

Der Experte wies zudem auf einen logistischen Alptraum für die Ukraine hin, falls die Lieferungen nicht gut abgestimmt würden. Selbst verschiedene Versionen des gleichen Typs bedeuteten zusätzliche Herausforderungen. „Wenn die Ukraine auch längerfristig befähigt werden soll, sich zu verteidigen, ist es wichtig, dass das Logistiksystem nicht übermäßig kompliziert ist“, sagte Masuhr.

Für die Ukraine wäre es wohl insbesondere hilfreich, wenn Komponenten westlicher Panzer jenseits der Grenzen teils gewartet und repariert würden - wie dies bei Artilleriegeschützen bereits geschehen. Zum Kriegsverlauf sagte der Militärexperte: „Die Ukraine hat ihre bisherigen Gegenoffensiven in russischen Schwächephasen durchgeführt, hauptsächlich im Herbst. Seitdem hat Russland sich aber konsolidiert und auf Kommandoebene eine stetere Hand.“

Ukraine-Krieg: Selenskyj reagiert verhalten auf angekündigte Panzerlieferung aus Deutschland

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat zurückhaltend auf Berichte über die angekündigte Lieferung von Kampfpanzern aus deutscher Produktion gezeigt. In seiner Videoansprache am Dienstagabend erwähnte er erst gegen Ende das Thema. „Viele Bemühungen, Worte, Versprechen“, sagte er wenig begeister. Wichtiger sei, die Realität zu sehen. „Es geht nicht um fünf oder zehn oder fünfzehn Panzer. Der Bedarf ist größer.“

Mehr Freude zeigt hingegen Selenskyjs Kanzleichef Andrij Jermak über die Panzerlieferungen aus Deutschland. „Wir werden alles haben, alles für die Rückeroberung unserer Gebiete und für die Gegenoffensive. Panzerfahrer werden sich freuen, ebenso wie Artilleristen und später auch Piloten“, ließ dieser über Telegram verlauten. Bald werde „alles wieder Ukraine“ sein.

Ende des Ukraine-Krieges nicht absehbar

Die Ukraine könne sich auch nicht darauf verlassen, dass sich „russische Unzulänglichkeiten aus dem ersten Jahr notwendigerweise wiederholen werden“. Der Krieg dauert bereits seit vergangenen Jahres an. Der Westen will der Ukraine nun Panzer liefern. (mse/dpa)

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