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Tot bei Schamanen: Russischer Oligarch stirbt unter mysteriösen Umständen

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Von: Jens Kiffmeier

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Die Liste wird seit Beginn des Ukraine-Krieges immer länger: Wieder ist ein russischer Oligarch tot aufgefunden worden. Steckt Putin dahinter?

Moskau – Es ist der sechste Todesfall innerhalb weniger Wochen: Der russische Top-Manager Alexander Subbotin ist tot. Der Oligarch sei leblos bei einem Schamanen-Ehepaar aufgefunden worden, berichteten mehrere Medien übereinstimmend. Wie bereits bei den anderen Fällen sind die Hintergründe völlig rätselhaft und mysteriös – weshalb die Gerüchte und Spekulationen am Montag in die Höhe schossen. Lässt Russlands Präsident Wladimir Putin aus Angst vor einem Sturz unliebsame Gegner aus dem Weg räumen?

Ukraine-News: Oligarch tot bei Schamane aufgefunden – Verdacht fällt sofort auf Russlands Präsident Wladimir Putin

Der Kremlherrscher steht unter enormen Druck. Der Ukraine-Krieg hat sich für Wladimir Putin bislang zu einem Fiasko entwickelt. Statt am 9. Mai, dem 77. Jahrestages des Sieges über Nazi-Deutschland, mit einer Rede einen erneuten militärischen Erfolg verkünden zu können, musste Russlands Präsident in seiner Rede eine geänderte Zielsetzung einräumen. Statt einer Entmilitarisierung der Ukraine konzentriert sich die russische Armee jetzt auf eine Eroberung der östlichen Gebiete. Doch aus den Reihen der Oligarchen hatte es zuletzt massive Kritik an dem Feldzug gegeben.

Tot unter seltsamen Umständen: Der russische Oligarch Alexander Subbotin wurde leblos bei einem Schamanen aufgefunden.
Tot unter seltsamen Umständen: Der russische Oligarch Alexander Subbotin wurde leblos bei einem Schamanen aufgefunden. © Donat Sorokin/imago

Inwieweit Subbotin dem Ukraine-Krieg kritisch gegenüberstand, ist unklar. Fest steht aber: Der milliardenschwere Oligarch wurde jetzt tot aufgefunden. Zuvor soll er sich wegen einer angeblichen Alkoholsucht bei einem Schamanen in Behandlung begeben haben – was in bestimmten Kremlkreisen nicht ungewöhnlich ist. Wie russische Medien berichteten, bekam er dabei „Krötengift“ und „Hahnenblut“ verabreicht – und soll dann einen Herzinfarkt erlitten haben. Die Polizei übernahm die Ermittlung.

Subbotin war Ex-Vorstandsmitglied bei Lukoil Trading House LLC, einem Tochterunternehmen des russischen Ölkonzerns. Außerdem war er Miteigentümer der New Transport Company. Bis vor wenigen Wochen war der Lukoil-Konzern noch von Wagit Alekperow geführt worden, jedoch musste er seinen Posten räumen – vielleicht auch auf Druck von Putin. Denn der Manager hatte zuvor seine „Besorgnis“ über den Ukraine-Krieg, in dem es sogar Minensuchhunde mit Russland aufnehmen und von Selenskyi ausgezeichnet werden, kundgetan.

Russische Oligarchen: Für Sturz von Putin sind die Wirtschaftsbosse zu machtlos

Der Todesfall von Subbotin reiht sich ein in eine lange Liste. Insgesamt sechs Oligarchen starben in den vergangenen Wochen unter seltsamen Umständen, die bis heute nicht aufgeklärt sind. Vier Fälle betrafen dabei Manager von Gazprom, zum Teil auch deren Ehefrauen und Kinder. Kremlkritische und ukrainische Medien spekulieren seit dem darüber, ob Russlands Präsident Wladimir Putin seine Finger im Spiel hat. Die toten russischen Oligarchen wüssten zu viel über die finanziellen Machenschaften im Kreml, hieß es.

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Tatsächlich scheint hinter den Kulissen des Machtapparates in Moskau die Unruhe zu wachsen. Vor allem in den Reihen des Geheimdienstes FSB soll die Kritik an Putin wegen des Ukraine-Krieges zunehmen. Experten halten es noch am wahrscheinlichsten, dass von dort ein Putsch ausgehen könnte. Die Oligarchen selber gelten eher als machtlos, wenn es um einen Sturz des Präsidenten geht. Die Wirtschaftsbosse seien nicht organisiert und hätten kein gemeinsames Interesse, gab Russland-Experte Michael Rochlitz im Interview mit kreiszeitung.de zu Bedenken. Ihre Macht, den Krieg zu beenden oder Putin gefährlich zu werden, sei eher „begrenzt“, so der Professor der Uni Bremen.

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