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Terror wegen Waffenlieferung? Putins Schergen rächen sich offenbar mit Briefbomben in Spanien

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Von: Jens Kiffmeier

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Tödliche Post: Sechs Briefbomben tauchten in Spanien auf. Drahtzieher soll eine Terrorgruppe aus Russland sein. Nimmt Putin Rache für Waffenlieferungen?

Moskau/Madrid – Sechs Briefbomben an sechs verschiedenen Orten: Ende des vergangenen Jahres hat eine weitgehend fehlgeschlagene Terrorserie Spanien in Angst und Schrecken versetzt. Nun gibt es neue Erkenntnisse über die Drahtzieher. Offenbar steckt eine militante Gruppierung aus Russland hinter den versuchten Attentaten. Demnach soll der Auftrag direkt vom russischen Geheimdienst erteilt worden sein. Doch warum? Aus Rache wegen spanischer Waffenlieferung im Ukraine-Krieg?

Russland: Putins Spione sollen Briefbombenanschläge in Spanien in Auftrag gegeben haben

Ende November und Anfang Dezember waren sechs Briefbomben in Madrid verschickt worden. Die Pakete tauchten in der Residenz von Premierminister Pedro Sánchez auf, in der US-amerikanischen sowie in der ukrainischen Botschaft. Außerdem traf es auch einen Waffenhersteller in Saragossa, der Granatwerfer herstellt, die Spanien der Ukraine im Krieg gegen Russland geliefert hat. Eine weitere Briefbombe ging an den Luftwaffenstützpunkt Torrejón de Ardoz. Bei den Vorfällen wurde eine Person, die in der ukrainischen Botschaft arbeitete, verletzt, berichtet merkur.de.

Verbreitet er in Europa Terror? Russlands Präsident Wladimir Putin wird im Ukraine-Krieg so etwas laut Nato-Berichten zugetraut.
Verbreitet er in Europa Terror? Russlands Präsident Wladimir Putin wird im Ukraine-Krieg so etwas laut Nato-Berichten zugetraut. © Carlos Lujan/Mikhail Klimentyev/dpa

Briefbomben in Spanien: „Russian Imperial Movement“ (RIM) soll von Putins Geheimdienst beauftragt worden sein

Laut der New York Times steckt hinter der Terrorserie eine radikale Organisation, die sich „Russian Imperial Movement“ (RIM) nennt. Das Blatt beruft sich auf Geheimdienstinformationen. Demnach liegen sowohl den spanischen als auch US-amerikanischen Ermittlern Hinweise vor, dass die Gruppe den Auftrag direkt vom russischen Geheimdienst GRU erhalten haben soll. So sollen konkret Personen identifiziert worden seien, die Mitglied der Organisation sind und zugleich in die Angriffe verwickelt sein könnten.

Die Gruppe gilt als äußerst militant. Wirklich viel ist über die Organisation nicht bekannt. Wie die Wochenzeitung Die Zeit kürzlich berichtete, ist die Bewegung vor allem für rassistische Hetze bekannt und soll die Mitglieder aus der ultrarechten, christlich-orthodoxen Szene rekrutieren. In St. Petersburg gibt es dem Bericht zufolge ein paramilitärisches Ausbildungszentrum. In den USA wurde „Russian Imperial Movement“ bereits vor einiger Zeit als terroristische Gruppierung eingestuft.

Zwist mit Spanien im Ukraine-Krieg: Russland sauer wegen Leopard-2-Lieferung?

Doch warum Spanien? In den US-Behörden geht man laut der New York Times davon aus, dass Russland im Ukraine-Krieg seine Handlungsmacht signalisieren wollte. Man sende das klare Zeichen, dass man bei Bedarf Terroranschläge „in ganz Europa durchführen könnte“, hieß es in dem Bericht. „Die Fähigkeit, die Russische Imperiale Bewegung gelegentlich als Stellvertreter einzusetzen, ist für den russischen Geheimdienst nützlich, insbesondere weil es für rivalisierende Länder schwieriger wird, der russischen Regierung Handlungen zuzuschreiben“, hieß es weiter.

Zuletzt hatte sich die spanische Regierung durchaus kremlkritisch gezeigt. So wurde immer wieder erwogen, deutsche Leopard-2-Panzer aus spanischen Beständen in den Ukraine-Krieg zu liefern. Dies scheiterte aber daran, dass sich die deutsche Bundesregierung um Kanzler Olaf Scholz (SPD) weigerte, eine Ausfuhrgenehmigung für die Kriegsgeräte aus deutscher Produktion zu erteilen. (jkf)

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