Revolutionswächter Ali Dschafari

"Telefonat Ruhanis mit Obama war ein Fehler"

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Revolutionswächter General Mohammad Ali Dschafari

Teheran - Der Chef der mächtigen iranischen Revolutionswächter hat das historische Telefonat zwischen Präsident Hassan Ruhani und US-Präsident Barack Obama als "taktischen Fehler" kritisiert.

Die von der Internetseite Tasnimnews.com am Montag verbreitete Stellungnahme von General Mohammad Ali Dschafari ist die erste Kritik eines hohen iranischen Funktionärs nach dem Gespräch der beiden Staatschefs am Freitag. Anstelle mit Obama zu telefonieren, hätte Ruhani "auf konkrete Aktionen der USA warten sollen", erklärte Dschafari. Der Fehler könne jedoch "repariert werden".

Das Telefonat Obamas und Ruhanis war der erste direkte Kontakt zwischen den Staatsspitzen seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen nach der iranischen Revolution 1979. Mit seiner Stellungnahme setzte sich Dschafari über eine Mahnung Ruhanis und auch des geistigen Führers Ayatollah Ali Chamenei an die Revolutionswächter hinweg, sich aus der Politik herauszuhalten. Chamenei, der im Iran das letzte Wort hat, äußerste sich bislang nicht zu dem Kontakt zwischen Obama und Ruhani.

Das iranische Waffenarsenal

Das iranische Waffenarsenal
Präsident Ahmadinedschad hat am Sonntag den Auftrag für die Produktion von hochangereichertem Uran erteilt - eine Geste der Provokation nach den Signalen des Einlenkens vor der Münchner Sicherheitskonferenz. © dpa
Das iranische Waffenarsenal
Der Iran unterhält mit mehr als 520 000 Mann die größte Streitmacht im Nahen Osten. © dpa
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Noch bedrohlicher erscheint den Nachbarn und den Westmächten das abgeschirmte Nuklearprogramm des Landes. © dpa
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Der Westen befürchtet, dass das Mullah-Regime in den Besitz von Atomwaffen gelangen will. © dpa
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Raketen, die solche Massenvernichtungswaffen wohl transportieren könnten, hat der Iran bereits. © dpa
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Im Arsenal sind mehrere hundert Geschosse der Typen Schahal 1 und 2, die bis zu 330 und 700 Kilometer weit reichen. © dpa
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Mit den mehrstufigen Raketen Schahab 5 und 6 (auf dem Bild eine Shahab 3) könnten die Iraner sogar Städte in Mitteleuropa angreifen. © dpa
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Für den Bau einer einsatzfähigen Interkontinentalrakete benötigt der Iran jedoch noch zehn bis 15 Jahre, vermuten westliche Experten. © dpa
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Ausgangsbasis für die Herstellung von Atomwaffen ist hoch angereichertes Uran, das iranische Wissenschaftler in den Nuklearfabriken Natans und Ghom herstellen. © dpa
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Der Westen bezweifelt, dass das Atomprogramm wie behauptet nur friedlichen Zwecken dient. © dpa
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Der UN-Sicherheitsrat hat 2006 erstmals den Stopp der Urananreicherung verlangt - ohne Erfolg, trotz späterer Sanktionen. © dpa
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Auf der Münchner Sicherheitskonferenz hat US-Senator Joseph Lieberman jetzt mit einem Militärschlag gegen den Iran gedroht, wenn Wirtschaftssanktionen nicht wirken sollten. © dpa
Das iranische Waffenarsenal
Westliche Geheimdienste vermuten, dass der Iran bald genügend Material für eine Bombe haben könnte. Sie rätseln aber, wann ein funktionsfähiger Sprengkopf zur Verfügung steht. © dpa

Rückendeckung für seinen Schritt erhielt der Präsident am Montag von Verteidigungsminister Hussein Dehghan. Der Anruf von Obama zeige "die Macht und Großartigkeit" des Irans, sagte er in Teheran.

Ruhani hat sich aus Anlass der UN-Generaldebatte in New York in den vergangenen Tagen in zahlreichen Interviews und Reden um eine Verbesserung der Beziehungen zu den USA und zum Westen bemüht und betont, sein Land betreibe sein Atomprogramm zu ausschließlich friedlichen Zwecken. Auf die Kernforderung des Westens, die eigene Urananreicherung einzustellen, ist er bisher aber nicht eingegangen. Der Westen hat wegen des Verdachts, Teheran strebe nach der Atombombe, zahlreiche Sanktionen verhängt.

AFP

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