Ost-Rentner holen deutlich auf

Renten steigen um mehr als drei Prozent

Eine monatliche Rente von 1000 Euro, die nur auf West-Beiträgen beruht, erhöht sich dadurch um 31,80 Euro, eine gleich hohe Rente mit Ost-Beiträgen um 39,10 Euro. Foto: Jens Kalaene
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Eine monatliche Rente von 1000 Euro, die nur auf West-Beiträgen beruht, erhöht sich dadurch um 31,80 Euro, eine gleich hohe Rente mit Ost-Beiträgen um 39,10 Euro. Foto: Jens Kalaene

Gute Nachrichten für Deutschlands Rentner. Sie erhalten bald deutlich mehr Geld auf ihrem Konto. Doch es mehren sich mahnende Worte.

Berlin (dpa) - Die Bezüge der rund 20 Millionen Rentner in Deutschland steigen zum 1. Juli spürbar. In Westdeutschland steigen die Renten um 3,18 Prozent, im Osten sogar um 3,91 Prozent. Das teilte das Bundesarbeitsministerium am Mittwoch in Berlin mit.

Eine monatliche Rente von 1000 Euro, die nur auf West-Beiträgen beruht, erhöht sich dadurch um 31,80 Euro, eine gleich hohe Rente mit Ost-Beiträgen um 39,10 Euro. Die automatische Rentenanpassung kostet rund 3,8 Milliarden Euro in der zweiten Jahreshälfte 2019.

Die Rentenerhöhung fällt exakt so aus, wie in einer Prognose vom Herbst vorhergesagt. Nun steht sie fest, weil Daten des Statistischen Bundesamtes und der Deutschen Rentenversicherung Bund unter anderem zur Lohnentwicklung vorliegen.

Zugleich nähern sich die Ostrenten weiter an die Westbezüge an. Der Rentenwert im Osten steigt auf 96,5 Prozent des Westwerts. Bis zum Jahr 2024 steigt er aufgrund einer Gesetzesvorgabe aus dem Jahr 2017 schrittweise auf 100 Prozent. Der Rentenwert gibt konkret in Euro an, wie viel ein Entgeltpunkt in der Rentenversicherung wert ist; ein Entgeltpunkt wird anhand einer komplizierten Formel berechnet und ist maßgeblich für die Höhe der Rente.

Das Rentenniveau steigt leicht auf 48,16 Prozent an. Es gibt als Verhältnis der Rente zum Durchschnittslohn Auskunft über die Absicherungskraft der Rente.

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte, die Rentnerinnen und Rentner profitierten von der guten Lage am Arbeitsmarkt. "Die gesetzliche Rente bleibt die zentrale Säule der Alterssicherung in Deutschland."

Die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, betonte: "Mit der Rentenanpassung in diesem Jahr erleben wir seit 2014 eine Steigerung der Renten im Westen von 15 Prozent und im Osten von 20 Prozent." Das liege deutlich über der Preissteigerung in diesem Zeitraum.

Neben der Lohnentwicklung wirkt auch der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor positiv auf die Rente und ist für einen Anteil von plus 0,64 Prozentpunkten für die Erhöhung mitursächlich. Das zeigt, dass in der guten Konjunktur die Zahl der Beitragszahler stärker gestiegen ist als die der Rentner. In den kommenden Jahren wird das Verhältnis mit dem Erreichen der Altersgrenze bei der Babyboomergeneration für die Rentenkasse ungünstiger werden.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach forderte, auch auf lange Sicht müssten die Weichen so gestellt werden, "dass ein stabiles Rentenniveau für die morgigen Generationen gute Rentenerhöhungen bringen kann". Der Präsident des Sozialverbands Deutschland, Adolf Bauer, sagte: "Nötig ist eine langfristige Niveausicherung bei 53 Prozent, um das Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung zu stärken." Die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Verena Bentele, sagte, die Rentenerhöhung sei nur "ein Tropfen auf den heißen Stein". Kommen müsse die Grundrente für Geringverdiener.

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