Erhöhung angekündigt

Rente 2022: Stärkste Erhöhung seit knapp 40 Jahren für Rentner

Die Renten in Deutschland steigen so stark wie lange nicht. Auf die Erwerbstätigen könnte hingegen eine stärkere Belastung zukommen – ihre Beiträge könnten steigen.

Berlin – Eine steigende Inflationsrate in Deutschland und eine Nullrunde für Rentnerinnen und Rentner in Deutschland durch die Corona-Pandemie: Zuletzt gingen etwa 21 Millionen Menschen in der Bundesrepublik leer aus. Zumindest in Westdeutschland – in Ostdeutschland gab es zuletzt eine kleine Erhöhung um 0,72 Prozent. Nun gibt es aber für Millionen deutscher Rentner einen Grund zur Freude: Wie aus dem Entwurf des Rentenversicherungsberichts 2021 hervorgeht, könnten die Renten im Juli 2022 in Westdeutschland um 5,2 Prozent und im Osten um 5,9 Prozent steigen.

Regelmäßiges Einkommen: Rente
Eintrittsalter in Deutschland:67. Lebensjahr
Durchschnittsrente Mann:1178 Euro
Durchschnittsrente Frau: 768 Euro

Rente 2022: Stärkster Anstieg in Westdeutschland seit fast 40 Jahren

Damit könnten die Renten 2022 in Westdeutschland so stark steigen wie seit fast 40 Jahren nicht mehr – 1983 gab es einen Anstieg um 5,59 Prozent. In den östlichen Bundesländern gab es zuletzt 2016 ein deutliches Plus: Mit 5,95 Prozent liegt der Wert auf einem vergleichbaren Niveau wie die zu erwarteten Erhöhungen im kommenden Jahr. Die Angaben stammen vom Schätzerkreis Rentenversicherung, der sich aus Fachleuten der Rentenversicherung, des Bundesamts für Soziale Sicherung und des Bundesarbeitsministeriums zusammensetzt.

Auf mehr Geld können Rentner ab Juli 2022 hoffen.

Soziale Chancengleichheit und mehr Sicherheit für alle Bürgerinnen und Bürger ist auch ein großes Anliegen der möglichen Ampelkoalition. SPD, Grüne und FDP haben sich in ihrem gemeinsamen Sondierungspapier auf fünf Punkte geeinigt, um Altersarmut zu minimieren und Wohlstand zu halten. So soll unter anderem das Renteneintrittsalter in der kommenden Wahlperiode nicht angehoben und ein Teil der gesetzlichen Rente über Kapitalinvestitionen abgedeckt werden. Für Arbeitsuchende soll zudem Hartz IV durch ein Bürgergeld ersetzt werden.

Nach möglicher Erhöhung der Rente 2022 können Ruheständler möglicherweise auch mit Erhöhung im Jahr 2023 rechnen

Während die Parteien der möglichen Ampelkoalition derzeit noch Details für einen Koalitionsvertrag aushandeln, zeigen Prognosen für 2023 ebenfalls einen positiven Trend bei den Renten*: Nach aktuellen Schätzungen könnten Rentner nicht nur bei der Rente 2022, sondern auch im darauffolgenden Jahr ebenfalls mit einer deutlichen Erhöhung ihrer Bezüge rechnen. Im Westen wäre ein Anstieg um etwa 4,9 Prozent möglich, im Osten um 5,7 Prozent.

Diese Werte sind aber mit äußerster Vorsicht zu betrachten, da wirtschaftliche Entwicklungen sowie die Rentenfinanzen durch Unsicherheiten beeinflusst werden können. Die Corona-Pandemie kann, wie bereits im vergangenen Jahr, zu einer negativen Entwicklung der Bezüge beitragen.

Rente 2022: Rücklage der Rente wächst auf 37,2 Milliarden Euro

Nach Einschätzung der Rentenexperten habe die gesetzliche Rentenversicherung die Corona-Pandemie aber bisher gut überstanden. So werden die Reserven der Rentenkassen in diesem Jahr voraussichtlich leicht steigen. Gegenwärtige Schätzungen gehen von einer Nachhaltigkeitsrücklage von etwa 37,2 Milliarden Euro zum Jahresende aus. Ende 2020 waren es 37,1 Milliarden Euro.

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Wie aus Informationen der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht, könnte es nach zwei Jahren mit Erhöhungen wieder zu Nullrunden kommen. Gemäß gesetzlicher Mechanismen zur Stabilisierung werde es wieder zu solchen Nullrunden kommen, sagte Anja Piel vom Vorstand der Rentenversicherung. Nach derzeitigem Stand wird eine durchschnittliche Steigerungsrate von 2,3 Prozent bis 2035 erwartet. Insgesamt könnte dies ein Rentenplus von 37 Prozent bedeuten.

Rente 2022: Rentenniveau soll bis 2025 bei 48 Prozent bleiben

Schlechte Prognosen werden hingegen für die langfristige Rentenentwicklung aufgestellt: Zwar halten SPD, Grüne und FDP in ihrem Sondierungspapier fest, dass das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent fallen soll, wirklich realistisch scheint dies aber auf lange Sicht nicht zu sein. Gegenwärtig liegt das Niveau bei 49,4 Prozent – bisher ist bis 2025 ein Absinken des Rentenniveaus unter 48 Prozent gesetzlich ausgeschlossen. Danach könnte es bergab gehen. Dabei sollten die Pläne der Ampel nur die künftigen Generationen betreffen, die ohne Reform kaum Aussicht auf eine ausreichende Altersvorsorge haben.

„Längerfristig sinkt das Sicherungsniveau über 47,6 Prozent im Jahr 2030 bis auf 45,7 Prozent zum Ende des Vorausberechnungszeitraums im Jahr 2035“, heißt es im Entwurf der Rentenversicherung. Schlechte Aussichten also für Beitragszahler. Für ein gutes Leben im Alter will die Ampelkoalition auf ein bewährtes System aus gesetzlicher Rente sowie betrieblicher und privater Altersvorsorge setzen – es bleibt aber abzuwarten, wie dies gelingen soll, ohne Erwerbstätige in höhere Beitragssätze zu treiben und ihre Rentenbezüge zu reduzieren. *kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

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