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Rente mit 63 Jahren? So gelingt der verfrühte Job-Ausstieg

Viele Menschen in Deutschland wünschen sich die Frührente.
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Viele Menschen in Deutschland wünschen sich die Frührente.

Immer mehr junge Menschen wünschen sich die Frührente. Und das ist gar nicht so unrealistisch. Aber wie kann die vorgezogene Rente gelingen?

Berlin – Jeden Tag einfach tun und lassen, was man möchte und sich dabei keine Sorgen um das Einkommen machen müssen – das klingt für immer mehr Arbeitnehmer nach einem echten Lebenstraum. Laut einer aktuellen Umfrage der Bergischen Universität Wuppertal wollen 54 Prozent der Befragten so früh wie möglich raus aus dem Job – und rein in die Freiheit. Vor allem die junge Generation träumt dabei von der Frührente. Und ganz so unrealistisch ist die Idee vom früheren Renteneintritt gar nicht. 

Einkommensart:Rente
Eintrittsalter in Deutschland: 67 Jahre
Durchschnittsrente: Mann: 1178 Euro & Frau: 768 Euro

Üblicherweise gehen die Deutschen zwischen dem 65. und dem 67. Lebensjahr in Rente. Wann Schluss mit der Arbeit ist, hängt aktuell vom Geburtsjahr ab. So erhöht sich die Regelaltersgrenze für den Renteneintritt für alle Menschen, die ab 1947 geboren sind stufenweise erst um einen, dann um zwei Monate auf 67 Jahre im Geburtsjahrgang 1964. Wer dann vor dem geplanten Renteneintritt im Jahr 2031 die Arbeit niederlegen möchte, wird zum Frührentner.

Frührente: Diese Möglichkeiten haben Arbeitnehmer für den vorgezogenen Job-Ausstieg

Dafür gibt es gleich mehrere Möglichkeiten. Zunächst kommt es erstmal darauf an, wie viel früher man aufhören möchte zu arbeiten. Wer lediglich zwei bis drei Jahre früher in Rente gehen möchte, der kann offiziell Frührente bei der Deutschen Rentenversicherung beantragen. Dafür muss der Antragsteller mindestens fünf Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben. Allerdings müssen Frührentner in jedem Fall auf einen Teil ihrer üblichen Rente verzichten. Wie hoch diese Summe ist, das hängt von verschiedenen Faktoren ab. 

Normalerweise verlangt die Deutsche Rentenversicherung einen Abschlag von Frührentnern. Arbeitnehmer, die mindestens 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, müssen diesen allerdings nicht zahlen. Alle Frührentner in spe, die auf weniger sozialversicherungspflichtige Arbeitsjahre zurückblicken, nehmen für den frühen Arbeitsausstieg jedoch einen Abschlag von 0,3 Prozent weniger Rente in Kauf. Hier gilt es genau nachzurechnen, wie viel Geld man zum Leben braucht und ob es möglich ist, auf diese Summe zu verzichten. Übrigens: Ab dem 50. Lebensjahr kann sich jeder bei der Deutschen Rentenversicherung darüber informieren, wie hoch seine zu erwartende Rente im gewünschten Alter sein wird. 

Zu wenig Rente? So können Arbeitnehmer schon vor Renteneintritt die Altersvorsorge aufstocken

Sollte die errechnete Summe nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen, gibt es mehrere Möglichkeiten, die Rente aufzustocken. Wenn der Arbeitgeber mitspielt, ist es etwa möglich, ein Arbeitszeitkonto bei der Rentenversicherung einzurichten. Dort werden Überstunden, ungenutzte Urlaubstage und Bonuszahlungen gesammelt. Das Konto kann bei Bedarf dann früher als die eigentliche Rente genutzt werden, um frühzeitig den Job zu verlassen.

Manchmal ist die Frührente aber auch näher, als man denkt. Bestimmte Berufsgruppen haben nämlich ohnehin ein Sonderrecht, früher in Rente zu gehen. Dazu gehören neben Menschen mit Behinderungen und gesundheitlichen Einschränkungen unter anderem Berufssoldaten. Die dürfen unter bestimmten Umständen bereits mit 55 Jahren in Rente gehen. 

Ab dem 50. Geburtstag ist es zudem möglich, eine Sonderzahlung in die Rentenkasse einzuzahlen, um seine voraussichtliche Rente aufzustocken. Wer allerdings Geld über hat, der sollte vorher prüfen, ob es sich nicht eher lohnt, das in eine private Altersvorsorge zu investieren. Die kann man selbst so gestalten, wie man sich das vorstellt und schon viele Jahre vor dem eigentlichen Renteneintritt auszahlen lassen. Wer früh anfängt zu sparen, der vermisst dabei auch die fehlende gesetzliche Rente nicht, die dann erst mit 63 ausgezahlt werden würde. Alternativ kann – wer eine Immobilie besitzt – diese in unterschiedlichen Modellen in eine Altersversorgung umwandeln. 

Rente vor dem 60. Lebensjahr: Das können wir von Selfmade-Millionären über die Altersvorsorge lernen

Für Arbeitnehmer, die sich einfach nach etwas mehr Freizeit sehnen, gibt es noch das Modell der Altersteilzeit. Ab dem 55. Lebensjahr kann die Arbeitszeit mit einem entsprechenden Antrag bis zu 50 Prozent gekürzt werden. Allerdings gibt es auch hier finanzielle Einbußen – wenn auch recht geringe. Bei Altersteilzeit bekommen Arbeitgeber die Hälfte ihres Gehaltes plus 20 Prozent steuer- und beitragsfrei obendrauf. Übrigens: Wer in Frührente geht aber dann doch wieder einer bezahlten Tätigkeit nachgeht, darf lediglich 6.300 Euro pro Jahr dazuverdienen, alles darüber hinaus wird angerechnet. 

Viele Menschen wünschen sich allerdings nicht nur die klassische Frührente, sie träumen vielmehr von der Rente schon lange vor ihrem 60. Lebensjahr. Und wer früh anfängt und konsequent seine Finanzen im Blick hat, der kann dieses Ziel vielleicht sogar erreichen. Zumindest gibt es immer wieder Geschichten von Selfmade-Millionären, die mit Mitte 40 in Rente gehen. Und obwohl das eher die Ausnahme ist, kann man aus diesen Erfolgsgeschichten hilfreiche Tipps für die eigenen Finanzen ableiten. 

Viele jungen Frührentner setzen beispielsweise auf ein altbewährtes Prinzip: Sparen, sparen, sparen. Wer bereits als junger Mensch anfängt, sparsam zu leben und stets unter seinen Verhältnissen zu bleiben, der kann sich später wahrscheinlich über ein gut gefülltes Bankkonto freuen. Gut überlegte Investitionen in Immobilien, Aktien oder andere Wertanlagen können ebenfalls ein guter Weg zur frühen Rente sein. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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