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Rente: Beiträge ab 2023 voll absetzbar – Lindner schnürt Milliardenpaket

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Von: Jens Kiffmeier

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Schneller als gedacht: Bereits ab 2023 sollen Steuerzahler ihre Rentenbeiträge voll absetzen können. Damit will Lindner die Deutschen von der Inflation entlasten.

Berlin – Kleines Geschenk vom Fiskus: Die Steuerzahler in Deutschland sollen bereits ab dem kommenden Jahr 2023 ihre Rentenbeiträge voll von der Steuer absetzen können. Geplant war dieser Schritt von der Ampel-Koalition eigentlich erst in zwei Jahren. Doch Finanzminister Christian Lindner (FDP) will dieses Vorhaben jetzt „bewusst vorziehen“, wie er der Nachrichtenagentur dpa sagte. Zum einen wolle er dadurch mehr Klarheit im Steuersystem schaffen. Und zum anderen seien in Zeiten der hohen Inflation weitere Entlastungen wichtig.

Rente: Beiträge zur Altersvorsorge sollen ab 2023 voll von der Steuer absetzbar sein – plant Lindner

Das Vorhaben der Politik ist dem Medienbericht zufolge bereits im Entwurf des Jahressteuergesetzes verankert. Den Berechnungen des Finanzministeriums zufolge werden die Deutschen dadurch 2023 um rund 3,2 Milliarden Euro entlastet, 2024 um 1,76 Milliarden Euro. Konkret heißt das, dass die Rente damit erst in der Auszahlungsphase im Alter besteuert wird.

Rentenbeiträge als Sonderausgabe in Steuerklärung angeben – das gilt für die gesetzliche Rente wie für die Rürup-Rente

Vorher können die Beiträge zur Altersvorsorge steuerlich in der Steuererklärung als Sonderausgabe geltend gemacht werden. Dies gilt sowohl für die gesetzliche Rentenversicherung wie für die landwirtschaftliche Alterskasse, den berufsständigen Versorgungseinrichtungen sowie Basisrentenverträge (Rürup-Renten).

Zieht die Reform der Rente vor: Finanzminister Christian Lindner (FDP).
Zieht die Reform der Rente vor: Finanzminister Christian Lindner (FDP). © Michael Kappeler/dpa

Bis es so weit ist, muss der Plan aber noch einige parlamentarischen Hürden nehmen. Doch das Vorhaben dürfte zugleich auch die Debatte um ein neues Entlastungspaket befeuern. Nachdem die Bundesregierung von Olaf Scholz (SPD) wegen der hohen Energiepreise und der gestiegenen Inflation milliardenschwere Entlastungen wie das 9-Euro-Ticket oder die Energiepauschale auf den Weg gebracht hatte, verstummte der Ruf nach weiteren Ausgleichszahlungen nicht. Rentnerinnen und Rentner gingen dabei leer aus.

Neues Entlastungspaket: Finanzminister Christian Linder macht mit Rentenplan einen eigenen Vorstoß

Zuletzt hatte Lindner sich immer gegen ein drittes Entlastungspaket gestemmt und die Deutschen vertröstet. Dabei verwies er auf die leeren Kassen. Zugleich hatte er aber betont, dass es weitere Erleichterungen bedürfe, aber erst ab 2023. Nachdem zuletzt viele Vorschläge für ein neues Entlastungspaket kursiert waren, brachte er jetzt mit dem Vorziehen der Steuerreform einen eigenen Ansatz in die Diskussion.

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