Altersvorsorge

Rente: Früher aussteigen – das müssen Schwerbehinderte beachten

Eine Frau im Rollstuhl Berlin in Deutschland
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Schwerbehinderte können in Deutschland unter gewissen Bedingungen eine Frührente beantragen (Symbolbild).

Schwerbehinderte können häufig früher in Rente gehen. Doch in der Frührente gilt es einiges zu beachten, um den Status nicht wieder zu verlieren.

Berlin – Rente deutlich vor 67 und das ohne Abschläge? Bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist es für Betroffene unter bestimmten Voraussetzungen möglich, vor dem 67. Lebensjahr abschlagsfrei in den Ruhestand zu gehen. Hierfür gibt es vom deutschen Rentensystem die Altersrente für Schwerbehinderte, die allerdings unabhängig vom Alter gewisse Voraussetzungen an den Versicherten stellt. So heißt es von der Deutschen Rentenversicherung, dass ein Mindestmaß beim Grad der Behinderung von 50 und eine Mindestversicherungszeit von 35 Jahren erreicht sein muss.

Regelmäßiges Einkommen:Rente
Eintrittsalter in Deutschland:67. Lebensjahr
Durchschnittsrente Mann:1178 Euro
Durchschnittsrente Frau:768 Euro

Raus aus dem Job und die goldenen Jahre der Rente genießen: Wie es in einer aktuellen Umfrage heißt, ist der frühere Renteneintritt ein Wunsch von über 50 Prozent der Befragten. Wer lediglich zwei bis drei Jahre früher in Rente gehen möchte, kann offiziell Frührente beantragen. Derweil sieht der frühere Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, jetzige Rentner als die Krisengewinner in der Corona-Pandemie.

Frührente bei Schwerbehinderung: Unter bestimmten Voraussetzungen bleibt Rente abschlagsfrei

Der frühestmögliche Zeitpunkt für den Renteneintritt bei Schwerbehinderung hängt dem Portal „Ihre Vorsorge“ nach vom Geburtsjahr ab. Außerdem davon, ob Versicherte auf Teile ihrer Rente verzichten möchten – also einen Abschlag in Kauf nehmen wollen. Für Menschen, die vor 1957 geboren wurden, können demnach ihre volle Rente mit 63 Jahren und elf Monaten erhalten. Das Eintrittsalter erhöht sich schrittweise bis zum Jahrgang 1964. Hier gilt, dass Schwerbehinderte ohne Abschlag mit 65 Jahren in Rente gehen können.

Für die kommenden Jahre rechnen Experten ohnehin mit einer starken Zunahme an Rentnern: Die geburtenstarken Jahrgänge der Nachkriegsgeneration, sogenannte Baby-Boomer, stehen kurz vor dem Renteneintrittsalter. Experten befürchten dadurch ein Ungleichgewicht im Rentensystem und Milliardenverluste für die deutsche Wirtschaft.

Rente für Schwerbehinderte: Nachweis über Schwere der Behinderung erforderlich

Wie die Deutsche Rentenversicherung in einer Information mitteilt, sei es allerdings wichtig, dass die Schwerbehinderung vor Rentenbeginn vorliegt. Ein späterer Nachweis sei für den Rentenanspruch nicht von Bedeutung, heißt es weiter. Der Grad der Behinderung muss zudem mindestens bei 50 liegen. Über den Grad kann beispielsweise das Versorgungsamt entscheiden. Gegenüber der Rentenversicherung kann ein Schwerbehindertenausweis als Nachweis vorgelegt werden. Der Grad der Schwerbehinderung darf zudem nicht vor Renteneintritt verloren gehen – ein späterer Entzug ist ohne Folgen für die Rente.

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Wie bei der normalen Rente besteht auch bei Rentnern mit einer Schwerbehinderung eine Obergrenze bezüglich der Nebenverdienste. Diese dürfen nicht mehr als 400 Euro betragen. Aufgrund eines höheren Nebeneinkommens kann der Rentenanspruch zum Erliegen kommen. Bei einer erneuten Beantragung muss wieder der Nachweis der Schwerbehinderung erbracht werden. Bezüglich Nebenverdienste hat Verdi zuletzt die Pläne der Ampel kritisiert, die eine Anhebung der Minijobgrenze in Erwägung zog.

Rente 2022: Mindestversicherungszeit von 35 Jahren bei Schwerbehinderung

Um die Mindestversicherungszeit von 35 Jahren zu erfüllen, werden auch Schulbesuche oder ein Studium angerechnet. Zudem werden unter anderem Kindererziehungszeiten oder Zeiten von Krankheit, Schwangerschaft, Arbeitslosigkeit berücksichtigt. Eine genaue Aufschlüsselung liefert die Deutsche Rentenversicherung. Bei allen Möglichkeiten des früheren Renteneintritts bei Schwerbehinderten gibt „Ihre Vorsorge“ zu bedenken, dass auch ein früheres Ausscheiden aus dem Berufsleben ohne Abschläge eine negative Auswirkung auf die Höhe der Rente haben kann: Wer früher in Rente geht, dem fehlen Beitragsmonate und die Rente fällt niedriger aus.

Das deutsche Rentensystem steuert derweil auf unruhige Zeiten zu: Zwar haben die Ampel-Parteien um den designierten Kanzler Olaf Scholz (SPD) einen Fünf-Punkte-Plan für die Rente angekündigt, nach Einschätzungen von Experten ist die Zukunftsfähigkeit dennoch ungewiss. CDU-Politikerin Franziska Hoppermann sprach sich aus diesem Grund für ein neues Rentenkonzept aus. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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