Aufschlag für Altersbezüge

Rente 2022: Können Ruheständler jetzt mit einer Erhöhung rechnen?

Nach der Nullrunde ein kräftiges Plus: Rentner dürfen auf eine Erhöhung der Beträge hoffen – und zwar in Ost und West. Ein Versprechen, das sich halten lässt?

Berlin – Das Warten auf eine Rentenerhöhung* könnte bald zu Ende sein: Im kommenden Jahr 2022 können Rentnerinnen und Rentner vielleicht wieder mit einem Aufschlag bei ihren Altersbezügen rechnen. Das stellte unlängst die Deutsche Rentenversicherung Bund in Aussicht. „Ich gehe davon aus, dass die ausgebliebene Erhöhung im kommenden Jahr in gewissem Umfang nachgeholt wird und die Rentner 2022 ein ordentliches Plus bekommen werden“, ließ Präsidentin Gundula Roßbach im Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe durchblicken.

Träger der gesetzlichen Rente:Deutsche Rentenversicherung Bund
Rechtsform:Körperschaft des öffentlichen Rechts
Gründung:1. Oktober 2005
Versicherte:23,2 Millionen

Im laufenden Jahr hatten viele Ruheständler noch auf eine Erhöhung der Rente verzichten müssen – zumindest alle im Westen. Im Osten durften sich die Rentnerinnen und Rentner zum 1. Juli 2021 noch über eine Anhebung der Beträge von 0,7 Prozent freuen. Der Grund für die Ungleichbehandlung: Bis zum Jahr 2024 sollen die Ost-Renten noch an die West-Renten angeglichen werden. Doch alle anderen mussten wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Corona-Lockdown erst einmal Verzicht üben, wie diese Übersicht für die Anspruchsberechtigten zeigt*.

Rente 2022: Wie viel wird ausgezahlt? Rentnerinnen und Rentner können mit Erhöhung rechnen

Doch nun sollen die Ruheständler eigentlich alle wieder zum Zug kommen. Über die genaue Höhe gibt es aber noch keine Zahlen. Dazu hielt sich die Deutsche Rentenversicherung bedeckt. Vor dem Frühjahr 2022 könne man keine Beträge nennen, stellte Präsidentin Roßbach klar. Man müsse erst die Lohnentwicklung im laufenden Jahr betrachten, was wiederum von der wirtschaftlichen Entwicklung nach dem Ende der Corona-Krise abhängig sei.

Leitet er als Kanzler eine Rentenreform ein? Olaf Scholz verhandelt gerade über eine Ampel-Koalition. (Montage von kreiszeitung.de)

Nachdem die Pandemie die Wirtschaft über fast zwei Jahre durch viele Lockdowns im Würgegriff hatte, setzt erst allmählich die wirtschaftliche Erholung ein. So rechnet die scheidende Bundesregierung erst ab 2022 mit einem neuen Boom. In diesem Jahr fällt die wirtschaftliche Erholung noch weitaus geringer aus, als die Große Koalition prognostiziert hatte. Das bestätigte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Mittwoch. Statt der anvisierten 3,5 Prozent wächst das Bruttoinlandsprodukt demnach oronabedingt nur um 2,6 Prozent.

Wie es am Ende aber grundsätzlich mit der Entwicklung der Renten weitergeht, wird bald nicht mehr die Große Koalition beschäftigen. Nach der Bundestagswahl verhandeln SPD, Grüne und FDP derzeit über die Bildung einer neuen Ampel-Koalition. Am Mittwoch trafen sich rund 300 Unterhändler in 22 Arbeitsgruppen, um Details für den Koalitionsvertrag auszuhandeln. Die Sicherung der Rente wird dabei ein großer Baustein werden.

Rentenerhöhung: Nach Nullrunde im Corona-Jahr 2021 sollen die Altersbezüge nun angepasst werden

Bereits in der Sondierungsphase hatten sich die drei Parteien auf Eckpunkte geeinigt. Demnach soll der Einstieg in eine Kapitaldeckung für die gesetzliche Rente gewagt werden. So sollen langfristig Rücklagen in einem Kapitalstock am Aktienmarkt erwirtschaftet und so in Zukunft die Renten abgesichert werden. Dafür haben die potenziellen Koalitionäre erst einmal einen Fünf-Punkte-Plan vorgelegt.

Bei Experten stieß die Idee zuletzt auf eine gewisse Sympathie. So nannte Professor Axel Börsch-Supan, Direktor am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik in München, den Ansatz grundsätzlich interessant. Es komme aber auf die genaue Ausgestaltung an, sagte er dem Bayerischen Rundfunk. „Ob das funktionieren kann, lässt sich noch überhaupt nicht beurteilen, weil wir keine Einzelheiten kennen und der Teufel im Detail steckt.“

Was lässt die neue Ampel-Koalition den Rentnerinnen und Rentnern zukommen? Unser Newsletter informiert Sie kostenlos.

Ohnehin betrifft der Ampel-Plan nur die künftigen Generationen, die ohne eine Reform um ihre Altersvorsorge zittern müssen. Die heutigen Rentnerinnen und Rentner dürfen sich erst einmal zurücklehnen – und auf einen kleinen Geldsegen hoffen. * kreiszeitung.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Lino Mirgeler/Soeren Stache/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Meistgelesene Artikel

Minister: Karl Lauterbach – darum muss Scholz ihn wohl opfern

Minister: Karl Lauterbach – darum muss Scholz ihn wohl opfern

Minister: Karl Lauterbach – darum muss Scholz ihn wohl opfern
Hartz IV: Jobcenter muss Schülerin elektronisches Wörterbuch bezahlen

Hartz IV: Jobcenter muss Schülerin elektronisches Wörterbuch bezahlen

Hartz IV: Jobcenter muss Schülerin elektronisches Wörterbuch bezahlen
Cannabis-Legalisierung: Ampel gibt Hanf frei – doch ab wann?

Cannabis-Legalisierung: Ampel gibt Hanf frei – doch ab wann?

Cannabis-Legalisierung: Ampel gibt Hanf frei – doch ab wann?
Bürgergeld 2022: Wer bekommt was? So viel zahlt die Ampel aus

Bürgergeld 2022: Wer bekommt was? So viel zahlt die Ampel aus

Bürgergeld 2022: Wer bekommt was? So viel zahlt die Ampel aus

Kommentare