Altersbezüge

Rente: Söder prescht mit Jugendrente vor

Markus Söder
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Markus Söder (CSU) spricht sich für eine Jugendrente aus, die auf der Idee der Generationenrente von CDU/CSU fußt.

Der Staat soll schon früh Geld für die Jugendrente anlegen. Laut CSU-Chef Markus Söder ist die Kinderente eine Möglichkeit, um die Rente in Deutschland zu retten.

München – Wie sichert Deutschland den Fortbestand der Rente? Die geplanten Änderungen der neuen Ampel-Regierung und Olaf Scholz sind laut vieler Experten unzureichend und würden das Finanzierungsproblem der Alterssicherung nur auf kommende Generationen vertagen. So sieht das auch CSU-Chef Markus Söder. In einem Gespräch mit Focus online erklärt er: „Wir brauchen nicht schon wieder eine Rentenkommission, um das Thema endlos vor uns herzuschieben, bis das System nicht mehr funktioniert.“ Der bayerische Ministerpräsident fordert daher die Einführung einer Generationenrente sowie Kinderrente und Jugendrente für junge Menschen. Die Ampel-Regierung plant derweil mit einem Fünf-Punkte-Plan für die Rente.

Regelmäßiges Einkommen:Rente
Eintrittsalter in Deutschland:67. Lebensjahr
Durchschnittsrente Mann:1178 Euro
Durchschnittsrente Frau:768 Euro

Jugendrente: Söder greift Idee der Generationenrente mit der Kinderrente auf

Wie Markus Söder gegenüber dem Nachrichtenportal erläutert, sollte der Staat bis zum 18. Lebensjahr Geld für jeden jungen Menschen in Form einer Kinderrente auf ein Konto einzahlen. „Dieses Geld arbeitet in den nächsten Jahrzehnten und bildet einen Grundstock, um die individuelle Rente des Einzelnen zu verbessern“, so der Politiker weiter über die mögliche Option einer Jugendrente. Er sieht darin eine Möglichkeit, langfristig eine Vermögensbildung zu schaffen, die auch jungen Menschen die Chance gibt, ihren Lebensstandard im Alter zu halten. Auch CDU-Politikerin Franziska Hoppermann sah die Zukunft der Altersvorsorge in Gefahr und fordert in neues Rentenkonzept.

Für das Vorhaben würden Söders Ansicht nach bereits einige Milliarden pro Jahr genügen. Die Idee der Jugend oder Generationenrente ist dabei nicht neu: Vor der Bundestagswahl 2021 warben CDU und CSU mit einer kapitalgedeckten Altersvorsorge um die zukünftigen Rentengenerationen Deutschlands. Sie planten, mit dem angelegten Geld pro Kind später die Rente finanzieren zu können. Im Wahlprogramm hieß es unter anderem, dass der Staat pro Kind 100 Euro pro Monat in einen Generations-Pensionsfonds einzahlen solle, der das Geld renditeorientiert anlegt.

Generationenrente: CSU-Idee könnte Deutschland 16,5 Milliarden Euro für die Kinderrente und Jugendrente pro Jahr kosten

Die Sorge ohne eine angestrebte Jugendrente: Wenn nicht dringend etwas für den Fortbestand der Rente getan werde, ist eine große Gruppe der jungen Menschen von Altersarmut bedroht. Wie es in einem Bericht des Business Insiders aus dem Juni 2021 heißt, würde der erste Brief mit Rentenbescheid vielen Jungerwachsenen Sorgen bereiten. Aus der gesetzlichen Rente würden sie so wenig Geld bekommen, dass es nicht einmal für die Miete ihrer Wohnung reichen würde. Da würde eine gesetzliche Kinderrente vielleicht Berührungsängste abschwächen. Denn laut einer Studie des Marktforschungsinstituts GfK gab ein Großteil der Befragten an, Angst vor Altersarmut zu haben. Indes will die Ampel mit Bürgergeld und Kindergrundsicherung Familien unterstützen.

Die Lösung der CDU/CSU im Wahlkampf klang vielversprechend, um diesem Effekt entgegenzuwirken. Dennoch barg sie auch einige Risiken. Was Markus Söder mit „einigen Milliarden“ Euro pro Jahr abtat, stellte laut des Rentenforschers Timm Bönke eine große Belastung für den Staat pro Jahr dar. „Die Idee ist innovativ, aber wird das Problem der umlagefinanzierten Rente für jüngere Generationen damit nicht lösen, weil es das aktuelle Rentenniveau nicht stabilisiert“, sagte er damals Business Insider und bezifferte die Kosten pro Jahr auf 16,5 Milliarden Euro.

Rente 2022: Experte sieht Rentner als Krisengewinner

Deutschlands Rentner werden im kommenden Jahr eine deutliche Steigerung ihrer Bezüge bekommen. Während die restliche Republik unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie leidet, könnte sich eine Vielzahl der Rentner als Krisengewinner entpuppen. Auch wenn die Bezüge nicht ganz so stark steigen wie erwartet und die nächsten Jahre für Rentner etwas weniger golden werden, können sich Rentner somit auf ein Plus auf dem Konto freuen.

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Die Pläne der Ampel-Regierung bezüglich der Anhebung der Verdienstgrenze bei Minijobs wird hingegen von Gewerkschaft kritisiert. Sie sehen die Gefahr, dass dadurch weniger Menschen rentenversicherten Beschäftigungen nachgehen und die Altersarmut steigen könnte.

Nachholfaktor bei der Rente: Verdi kritisiert Pläne der Ampel-Koalition

Während sich Markus Söder um die zukünftigen Generationen sorgt und die Ampel-Regierung alsbald bei der Kindergrundsicherung im Kampf gegen die Kinderarmut anpacken will, sorgt, kündigt Verdi-Chef Frank Werneke Widerstand gegen die Rentenpläne der neuen Ampel-Regierung an. Die Änderungen mit der Wiedereinführung des Nachholfaktors ab 2022 sei eine Fehlentscheidung, erklärte er gegenüber der Bild am Donnerstag. „Wir werden diese Entscheidung der Ampel nicht einfach akzeptieren, sondern in die politische Auseinandersetzung gehen. Damit stehen wir übrigens nicht allein“, kündigte er an.

Der Nachholfaktor wurde in der Finanzkrise 2008 eingeführt, als Ausgleich für die Rentengarantie. Die Große Koalition setze ihn 2018 aus. Die sorgt dafür, dass bei sinkenden Löhnen in einer Krise nicht auch die Renten gekürzt werden müssen. Steigen die Löhne wieder, soll der Faktor dafür sorgen, dass die nicht umgesetzte Rentenkürzung rechnerisch ausgeglichen wird. Indes kündigt sich ein großer Schwamm an neuen Rentnern an: Die Baby-Boomer-Generation wird in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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