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„Regierung soll 9-Euro-Ticket verlängern“: Wagenknecht nimmt Politik in die Pflicht

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Von: Felix Busjaeger

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Ist davon überzeugt, dass die Sanktionen gegen Russland ihren Zweck nicht erfüllen und die russische Wirtschaft sich relativ unbeschadet zeige: Sahra Wagenknecht.
Ist davon überzeugt, dass die Sanktionen gegen Russland ihren Zweck nicht erfüllen und die russische Wirtschaft sich relativ unbeschadet zeige: Sahra Wagenknecht. © Kay Nietfeld/dpa

Günstig mit Bus und Bahn fahren. Das 9-Euro-Ticket macht es möglich. Sahra Wagenknecht fordert nun eine Verlängerung des billigen Nahverkehrs.

Berlin – Das 9-Euro-Ticket in Deutschland ist weiterhin in aller Munde. Nach knapp sechs Wochen ist allerdings schon wieder Halbzeit: Nur noch den restlichen Juli und den folgenden August können Pendler und Touristen bundesweit das günstige Monatsticket nutzen. Vielerorts wurden schon Rufe nach einer Verlängerung oder nach einer Alternative zum 9-Euro-Ticket laut. Auch über ein Klimaticket wurde bereits diskutiert. Die ehemalige Fraktionschefin der Linke, Sahra Wagenknecht, hat eine klare Haltung zu der Debatte und fordert ein Umdenken der Regierung bei der Frage nach günstigem Nahverkehr (ÖPNV) in Deutschland.

9-Euro-Ticket: Sahra Wagenknecht fordert von der Regierung neues Entlastungspaket

Das 9-Euro-Ticket für Bus und Bahn gilt bereits jetzt schon als Erfolg. Die Verkehrsbranche konnte eine hohe Nachfrage verzeichnen. Die Schattenseite: überfüllte Züge und viele Verspätungen. Während die Politik in den vergangenen Wochen über mögliche Szenarien für die kommenden Monate beriet, hat sich Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) zuletzt dafür ausgesprochen, das Tarifsystem im ÖPNV dauerhaft zu vereinfachen. Auch der Städte- und Gemeindebund fand Gefallen an diesem Vorschlag. „Die ersten Wochen zeigen, dass das 9-Euro-Ticket durchaus erfolgreich war. Dazu trägt neben dem günstigen Preis sicherlich auch die einheitliche Tarifstruktur maßgeblich bei“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Zwar klopfte sich die Politik zuletzt wegen des „riesengroßen Erfolgs“ des 9-Euro-Tickets immer wieder selbst auf die Schulter, allerdings bleibt unklar, wie die Verkehrswende in Deutschland in den kommenden Monaten weiter gelingen soll. Das Klimaticket soll weitere Wege eröffnen. Inmitten der Belastungen durch den Ukraine-Krieg und der Inflation in Deutschland wurden unlängst Rufe nach einem weiteren Entlastungspaket laut. „Ein neues Entlastungspaket ist überfällig. Denn viele Menschen wissen nicht mehr, wie sie ihren Lebensunterhalt bezahlen sollen“, findet auch Sahra Wagenknecht. Exklusiv gegenüber IPPEN.MEDIA sprach sie sich zudem für einen günstigen Nahverkehr auch in der Zukunft aus.

Verlängerung des 9-Euro-Ticket: Wagenknecht fordert preiswerten Nahverkehr von Bundesregierung

„Die Bundesregierung sollte das 9-Euro-Ticket verlängern und den Bürgerinnen und Bürger weiterhin einen preiswerten Nahverkehr ermöglichen“, sagte die Linken-Politikerin. Im Interview mit FR.de von IPPEN.MEDIA sprach Wagenknecht zudem auch über die Russland-Sanktionen. Die Zukunft des 9-Euro-Tickets steht bereits länger zu Diskussion, stößt allerdings immer wieder auf die Frage der Finanzierung. Derzeit entgehen dem ÖPNV Einnahmen in Milliardenhöhe. Die Sonderfahrkarte wird mit 2,5 Milliarden Euro vom Bund finanziert. Im vergangenen Juni wurden insgesamt mehr als 30 Millionen günstige Monatstickets verkauft.

„Noch wichtiger als ein preiswertes Ticket ist aber, dass der öffentliche Nah- und Fernverkehr wieder ausgebaut wird. Viele Menschen können das 9-Euro-Ticket gar nicht nutzen. In ihrer Region fährt ja nichts. Da ist kein Bus. Da ist kein Bahnhof mehr“, verdeutlicht Wagenknecht und spricht damit ein Problem an, das gegenwärtig für viel Frust bei Pendlern sorgt: Auf vielen Strecken kommt es derzeit zu Verspätungen. Teilweise liegt dies an der Auslastung, aber mitunter auch an der Qualität der Strecke. Aktuell befindet sich die deutsche Politik zwar im Sommerschlaf, doch in den kommenden Wochen wird der Bundestag einiges zu entscheiden haben, um den Menschen weiterhin den öffentlichen Nahverkehr schmackhaft zu machen.

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