Corona-Pandemie

Quebec: Kein Schnaps und Cannabis mehr für Ungeimpfte

Karl Lauterbach ist nicht zufrieden mit dem Impffortschritt. Eine kanadische Provinz erlässt indes eine außergewöhnliche Regel, um das Impftempo zu erhöhen.

Quebec – Das Impftempo ist nicht nur hierzulande ein großes Thema. Während der neue Gesundheitsminister der Ampel-Koalition Karl Lauterbach (SPD) davor warnt, die Impfziele zu verfehlen, hat sich die kanadische Provinz Quebec etwas einfallen lassen, um Ungeimpfte zum Impfen zu bewegen. Registrierungen für Erstimpfungen haben sich vervierfacht – es geht um Schnaps und Cannabis.

Provinz:Quebec
Land:Kanada
Bevölkerung:8,485 Millionen (2019)

Quebec: Kein Schnaps und Cannabis mehr für Ungeimpfte kanadischer Provinz

Die Omikron-Variante gibt der Corona-Pandemie weltweit eine neue Dynamik. Überall soll deshalb das Impftempo angehoben werden. In Deutschland soll dafür bald auch in Apotheken geimpft werden dürfen. Die kanadische Provinz Quebec hat jetzt einen ganz eigenen Ansatz, um Ungeimpfte zum Impfen zu bringen: Das Gesundheitsministerium kündigte an, nur noch geimpften Personen den Zugang zu Verkaufsstellen für Alkohol und Cannabis zu gestatten.

Impfstation in Montreal: In der kanadischen Provinz Quebec erhalten Ungeimpfte zukünftig keinen Zugang mehr zu Abgabestellen für Alkohol und Cannabis.

Die Maßnahme trägt Früchte. Seit der Ankündigung der neuen Maßnahme, die offiziell am 18. Januar in Kraft treten soll, sind die Registrierungen für Erstimpfungen deutlich gestiegen. Die Zahl der Erstimpfungen gegen Corona hat sich nahezu vervierfacht. Gesundheitsminister Christian Dubé erklärte, die Zahl der täglichen Impftermine sei von ca. 1500 auf etwa 6000 gestiegen. Auch in Bars oder Sportstätten sowie Gesundheitseinrichtungen und Kinos ist eine Corona-Impfung in Kanada Zugangsvoraussetzung.

In Quebec ist Cannabis seit 2018 legalisiert – nun wird der Konsum für Ungeimpfte schwierig

In Kanada ist der Verkauf von Cannabis bereits seit 2018 gestattet. In Quebec sind die Abgabestellen für Cannabis komplett staatlich geführt, in anderen Regionen staatlich lizenziert. Die „Societe quebecoise du cannabis (SQDC)“, über die der Verkauf von Cannabis in Quebec läuft, verkaufte im ersten Jahr etwa neun Tonnen Cannabis-Produkte. Die Zahl der Konsumenten in Kanada hatte sich Experten zu Folge durch die Legalisierung indes nicht erhöht. Jetzt wird der Konsum für Ungeimpfte schwierig. Viele Konsumenten in Deutschland fragen sich derweil, wann die Legalisierungspläne der Ampel-Koalition auch hier Realität werden.

Während der Innenminister von Niedersachsen Boris Pistorius sich um den Jugendschutz sorgt, erklärte der renommierte Suchtexperte Prof. Dr. Heino Stöver kürzlich gegenüber der kreiszeitung.de, weshalb er den Jugendschutz im Rahmen der Legalisierung für gegeben hält. Auch in Deutschland soll der Verkauf von Cannabis in Zukunft ausschließlich durch geschultes Personal erfolgen.

Quebec: Nicht nur kein Alkohol und Cannabis mehr für Ungeimpfte – es könnte auch eine Sondersteuer folgen

Gesundheitsminister Dubé erklärte „Wir ergreifen alle Maßnahmen, um die Auswirkungen auf unser Personal und unser System so gering wie möglich zu halten“. Dabei setzt die kanadische Provinz nicht nur auf den Entzug von Alkohol und Cannabis für Ungeimpfte. Zuletzt gab es seitens der Politik in Quebec auch Überlegungen, eine Sondersteuer für Impf-Verweigerer einzuführen.

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Nach den Vorstellungen des Premierministers von Quebec, François Legault, sollen Ungeimpfte in seiner Provinz zukünftig eine spezielle Steuer zahlen. Legault erklärte, der „Gesundheitsbeitrag“ solle für „alle Erwachsenen, die sich weigern, sich impfen zu lassen“ gelten. Die kanadische Provinz geht in einigen Punkten einen Sonderweg – dazu gehört auch, Ungeimpften den Zugang zu Cannabis und Alkohol zu erschweren.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Ryan Remiorz/Imago

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