Prozess: Mursi erkennt Gericht nicht an

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Mohammed Mursi

Kairo - Kommende Woche soll ihm der Prozess wegen Anstiftung zum Mord gemacht werden. Doch der gestürzte ägyptische Präsident Mohammed Mursi erkennt das Gericht nicht an.

"Der Präsident erkennt weder das Verfahren an noch irgendeine andere Handlung, die aus dem Staatsstreich resultiert", erklärten Mohammed Mursis Anhänger am Montag. Deswegen werde sich Mursi auch nicht von Anwälten verteidigen lassen, hieß es in einer Erklärung der Demokratie-Allianz, die von Mursis Muslimbruderschaft angeführt wird.

Der islamistische Politiker wird weiterhin an einem geheimen Ort festgehalten. Ihm soll ab dem kommenden Montag der Prozess gemacht werden. Mursi wird beschuldigt, für den Tod von Demonstranten verantwortlich zu sein, die im Dezember 2012 vor seinem Präsidentenpalast demonstrierten. Das Militär entmachtete Mursi nach tagelangen Massenprotesten am 3. Juli. Im Anschluss kam es zu blutigen Unruhen, bei denen mehr als tausend Menschen getötet wurden, überwiegend Anhänger des Präsidenten.

Ägypten am Abgrund - Chronologie der Zeit nach Mursi

Ägypten am Abgrund
Trotz internationaler Kritik setzt die neue ägyptische Führung weiter auf Härte gegen die islamistischen Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi. Ein Überblick über die wichtigsten Entwicklungen seit der Entmachtung Mursis: © dpa
Ägypten am Abgrund
4. Juli: Der Chef der Muslimbruderschaft, Mohammed Badie (im Bild), sowie sein Vize Raschad Bajumi werden festgenommen. Mursis Anhänger rufen zu friedlichen Protesten gegen den "Militärputsch" auf. © dpa
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5. Juli: Bei Zusammenstößen von Mursis Gegnern und Anhängern sowie mit Sicherheitskräften werden landesweit 37 Menschen getötet und hunderte verletzt. Mansur löst das Oberhaus des Parlaments auf. © dpa
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7. Juli: Hunderttausende protestieren in ganz Ägypten für und gegen die Absetzung Mursis. © dpa
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8. Juli: Vor dem Sitz der Präsidentengarde in Kairo kommt es zu schweren Zusammenstößen, bei denen mehr als 50 Mursi-Anhänger getötet und 480 weitere verletzt werden. Die Muslimbrüder rufen daraufhin zum "Aufstand" auf. © dpa
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9. Juli: Mansur (im Bild) ordnet Parlamentswahlen für Anfang 2014 an. © dpa
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9. Juli: Ägyptens früherer Finanzminister Hasem al-Beblawi wird zum Übergangsregierungschef ernannt. © dpa
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16. Juli: Das neue Kabinett legt seinen Amtseid ab. Die Muslimbrüder sind nicht an der Regierung beteiligt und weisen sie als unrechtmäßig zurück. © dpa
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26. Juli: Gegen Mursi wird eine zweiwöchige Untersuchungshaft verhängt. Ihm wird vorgeworfen, mit der radikalislamischen Hamas bei Angriffen und Gefängnisausbrüchen kooperiert zu haben. © dpa
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27. Juli: Bei einer Kundgebung für Mursi in Kairo werden bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften mehr als 80 Zivilisten getötet. © dpa
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30. Juli: Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton besucht Mursi und erklärt, es gehe ihm gut. Deutschland, die USA und Frankreich fordern Mursis Freilassung. © dpa
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31. Juli: Die Regierung gibt grünes Licht für die Auflösung der Protestcamps in Kairo. Dort demonstrieren seit Wochen Mursis Anhänger. © dpa
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7. August: Die Präsidentschaft erklärt die ausländischen Vermittlungsbemühungen in der Krise für gescheitert und macht die Muslimbrüder dafür verantwortlich. © AFP
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12. August: Mursis Untersuchungshaft wird um weitere 15 Tage verlängert. Daraufhin kommt es erneut zu Protesten und Zusammenstößen zwischen beiden Lagern. © AFP
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14. August: Die Sicherheitskräfte beginnen mit der gewaltsamen Räumung der Protestcamps auf den Plätzen Rabaa-al-Adawija und al-Nahda. Dabei werden mindestens 578 Menschen getötet. Die Muslimbrüder sprechen von 2200 Todesopfern. Die Übergangsregierung verhängt einen einmonatigen Ausnahmezustand und eine nächtliche Ausgangssperre für weite Teile des Landes. Vize-Präsident Mohamed ElBaradei tritt zurück. © dpa
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15. August: Ägyptens Sicherheitskräfte erhalten die Erlaubnis, im Fall von Gewaltanwendung scharf auf Bürger zu schießen. US-Präsident Barack Obama sagt alle geplanten Militärmanöver mit Ägypten ab. Der UN-Sicherheitsrat berät in einer Dringlichkeitssitzung über die Krise. © AFP
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16. August: Landesweit werden am "Freitag der Wut" bei Straßenschlachten allein in Kairo 95 Menschen getötet, darunter auch ein Sohn des mittlerweile flüchtigen Muslimbruder-Chefs Badie. Die internationale Kritik an der Militärführung wird schärfer und die Tourismusbranche vollzieht eine Notbremsung. © AFP
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17. August: Die Polizei räumt die Al-Fath-Moschee am Ramses-Platz in Kairo, wo sich hunderte Islamisten verschanzt hatten. Einige werden beim Verlassen des Gotteshauses von wütenden Bürgern angegriffen. Die Behörden sprechen von mindestens 173 Todesopfern seit Freitag. © dpa
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18. August: Die EU verkündet, dass die Union ihre Beziehungen zu Ägypten "dringend überprüfen" will. Für Montag ist ein Treffen der EU-Botschafter in Brüssel angesetzt, "bald" soll nach Angaben von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) auch ein EU-Außenministertreffen folgen. © dpa

In der Hauptstadt Kairo gingen Streitkräfte und Polizei am Montag abermals gewaltsam gegen Studenten vor, die für Mursi demonstrierten. Wie Vertreter der Sicherheitsdienste mitteilten, zogen die Demonstranten von der renommierten Al-Ashar-Universität zu einer nahe gelegenen Straße und blockierten sie. Polizisten und Soldaten räumten die Straße mit Tränengas frei.

AFP

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