„Für junge Familien jetzt schon unerschwinglich“

Preise für Bauholz explodieren: Abgeordneter fordert Export-Stopp

Holztransport
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Um Engpässen und massiven Preissteigerungen bei Bauholz in Deutschland entgegenzuwirken, hält der Thüringer CDU-Bundestagsabgeordnete Weiler vorübergehende Exportbeschränkungen für notwendig.

Um explodierenden Baumaterial-Preisen entgegenzuwirken, fordert der CDU-Abgeordnete Albert Weiler drastische Konsequenzen. Die Bundesregierung will davon nichts wissen.

Berlin – Sie steigen und steigen und steigen: Um Engpässen und den massiven Preissteigerungen bei Bauholz in Deutschland entgegenzuwirken, hat der Thüringer CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Weiler vorübergehende Exportbeschränkungen gefordert.

Mitglied des Deutschen Bundestages:Albert Weiler
Geboren:15. Oktober 1965 (Alter 55 Jahre), Mayen
Partei:Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)
Amt:Mitglied des Deutschen Bundestages seit 2013

Viele Handwerksbetriebe arbeiteten trotz voller Auftragsbücher nicht mehr kostendeckend, einige stünden vor einer „existenzbedrohenden Situation“, sagte der Politiker der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf den massiven Anstieg von Holz- und Stahlpreisen. Derzeit kosten 2,36 Kubikmeter Holz umgerechnet etwa 233,22 Euro.

Politiker fordert Export-Stopp für Bauholz – „Für junge Familien jetzt schon unerschwinglich“

„Für junge Familien ist ein eigenes Haus jetzt schon unerschwinglich, weil die Preise für Baumaterialien explodiert sind“, so Weiler weiter. Er fordert, Holz zunächst in Deutschland zu vermarkten. Hierzulande verdienen Waldbauern nichts, während die Holzpreise in die Höhe schießen.

Weiler verwies auf eine neue Dokumentation des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages. Sie nährt Sorgen vor längerer Knappheit und verweist auf Faktoren, die über Folgen der Corona-Pandemie hinaus reichen. So breite sich der Borkenkäfer in dem für die USA wichtigen Lieferland Kanada wegen veränderter klimatischer Bedingungen aus.

Holzpreise explodieren: Abgeordneter fordert drastische Konsequenzen

Mit dem Bauholz-Mangel hatte sich im Juni auch die Wirtschaftsministerkonferenz beschäftigt. In einem Beschluss wurde damals betont, gegen den Mangel an Rohstoffen und Vorprodukten solle die Produktion ausgeweitet werden. Hemmnisse – wie beim Einsatz von Schadholz – seien abzubauen. Die Minister betonten die Bedeutung des freien Handels.

„Es reicht nicht aus, darauf zu hoffen, dass der Markt sich von selbst wieder stabilisiert“, kritisierte Weiler. Durch das russische Exportverbot für Rundholz ab 2022 werde sich die Situation in Deutschland nochmals verschärfen, daher „müssen jetzt auch unbequeme Wege gegangen werden“.

Bundesregierung gegen Export-Beschränkungen für Bauholz

Die Bundesregierung will davon aber nichts wissen. Sie setzt auf weniger drastische Maßnahmen. Man habe als Reaktion auf die Entwicklung bei den Holzpreisen auch in Abstimmung mit den Verbänden beschlossen, dass bei öffentlichen Bauprojekten „Kulanz gewährt wird, wenn es starke Preissteigerungen gibt“, sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums.

Würden nur zu negativen Gegenmaßnahmen und Sanktionen führen.

Die Bundesregierung lehnt Export-Beschränkungen für Bauholz ab

Die aktuellen Materialknappheiten, etwa bei Holz oder Stahl, ließen sich nicht mit Exportbeschränkungen bekämpfen, hieß es aus dem auch für Bau zuständigen Bundesinnenministerium. Diese „würden nur zu negativen Gegenmaßnahmen und Sanktionen führen“, sagte eine Sprecherin auf Anfrage.

Holzpreise in Deutschland steigen massiv: Baugewerbe hofft mittelfristig auf Entspannung

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte Mitte September berichtet, er habe gemeinsam mit Innenminister Horst Seehofer (CSU) einige Wochen zuvor die Bürgermeister und Landräte angeschrieben und gebeten, angesichts gestiegener Holzpreise die Möglichkeit zu schaffen, nachträglich Preisaufschläge der öffentlichen Hand für betroffene Handwerker zu ermöglichen.

Albert Weiler, seit 2013 im Bundestag, fordert hinsichtlich der Preisexplosion von Holz „unbequeme Wege zu gehen“.

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes hofft mittelfristig auf eine Entspannung der Situation. Die Erzeugerpreisindizes seien zwar noch hoch – seit Mitte Juli, Anfang August sei aber zumindest die Verfügbarkeit wieder hergestellt, sagte ein Verbandssprecher.

Holz und Stahl wird immer teurer: Auch Preise für Wohnimmobilien steigen drastisch

Derweil klettern auch die Preise für Immobilien immer weiter in die Höhe. Im zweiten Quartal sind sie um 11 Prozent gestiegen – eine Rekordmarke und der höchste Anstieg seit dem Jahr 2000, verkündet das Statistische Bundesamt.

Ein Trend, der bereits seit längerer Zeit zu beobachten ist – und sich auch im zweiten Jahresquartal fortsetzt. Die steigenden Immobilienpreise beschränken sich dabei nicht mehr nur auf die Großstädte, berichtet das „Handelsblatt“: Auch im Land und im Umland steigen die Preise.

In Hamburg 14,7 Prozent: In deutschen Metropolen steigen Preise am stärksten

Vor allem bei Ein- und Zweifamilienhäusern gebe es deutlich mehr Nachfrage als Angebot. Eigenheime verteuerten sich stärker als Eigentumswohnung – sowohl auf dem Land als auch in Großstädten.

In den sieben deutschen Metropolen stiegen die Preise erneut am stärksten. In Hamburg, München oder Düsseldorf ein Ein- oder Zweifamilienhaus kaufen will, muss dafür nun durchschnittlich 14,7 Prozent mehr bezahlen als noch 2020. Eigentumswohnungen wurden um 12,9 Prozent teurer. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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