Italiener reagiert empört

Presse: Steinbrücks "rüpelhafte Sätze"

+
Peer Steinbrück sorgt bei den italienischen Medien für heftige Empörung.

Rom - Peer Steinbrück hat mit seiner "Clowns-Aussage" für eine heftige Reaktion bei den italienischen Medien gesorgt. Sie stellen sich bei der "Schlacht" hinter Staatschef Giorgio Napolitano.

Die italienischen Medien haben auf die Attacke des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück gegen Silvio Berlusconi und Beppe Grillo breit und mit heftiger Kritik reagiert. Sie stellten sich dabei hinter die „Schlacht“ des Staatschefs Giorgio Napolitano, der Respekt für Italien eingefordert und ein Treffen mit Steinbrück abgesagt hatte. Steinbrück hatte Ex-Ministerpräsident Berlusconi und den Chef der populistischen Bewegung „5 Sterne“, Grillo, als „Clowns“ bezeichnet.

Peer Steinbrück: Von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen

Peer Steinbrück
Peer Steinbrück ist für derbe Sprüche bekannt. Mit provokanten Äußerungen sorgte er als SPD-Kanzlerkandidat und zuvor als Bundesfinanzminister wiederholt für Unmut, mehrfach auch im Ausland. © dpa
Peer Steinbrück
Februar 2013: Steinbrück verkündet bei einer SPD-Veranstaltung in Potsdam über die Wahl in Italien: „Bis zu einem gewissen Grad bin ich entsetzt, dass zwei Clowns gewonnen haben.“ Wegen der Äußerungen sagte Staatspräsident Giorgio Napolitano ein geplantes Abendessen mit Steinbrück ab.   © dpa
Peer Steinbrück
Dezember 2012: Kaum ist die Kritik an Steinbrücks Nebeneinnahmen leiser geworden, eckt er mit einer Bemerkung zum Kanzlerverdienst an. Der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ sagt er: „Nahezu jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen verdient mehr als die Kanzlerin. © dpa
Peer Steinbrück
(...) Ein Bundeskanzler oder eine Bundeskanzlerin verdient in Deutschland zu wenig - gemessen an der Leistung, die sie oder er erbringen muss und im Verhältnis zu anderen Tätigkeiten mit weit weniger Verantwortung und viel größerem Gehalt.“ Nicht nur in der Union, sondern auch in der SPD regt sich deutlicher Widerspruch. © dpa
Peer Steinbrück
Mai 2009: Als Bundesfinanzminister befürwortet Steinbrück Listen von Steuerparadiesen, auf denen auch EU-Staaten auftauchen. Mit Blick auf ein geplantes Treffen sagt er: „Selbstverständlich werde ich sie zur Nachfolgekonferenz im Juni in Berlin einladen: Luxemburg, Liechtenstein, Schweiz, Österreich, Ouagadougou.“ © dpa
Peer Steinbrück
Ouagadougou ist die Hauptstadt des afrikanischen Staates Burkina Faso. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) distanzieren sich von Steinbrücks Äußerungen. © dpa
Peer Steinbrück
März 2009: Am Rande eines Treffens der G20-Finanzminister bei London verweist Steinbrück darauf, dass der wachsende Druck auf Steueroasen Wirkung zeige: „Die Kavallerie in Fort Yuma muss nicht immer ausreiten, manchmal reicht es, wenn die Indianer wissen, dass sie da ist.“ Die Schweiz bestellt den deutschen Botschafter ein. © dpa
Peer Steinbrück
Oktober 2008: Nach einem OECD-Ministertreffen zum Thema Steuerflucht sagt der SPD-Politiker in Paris: „Wir müssen nicht nur das Zuckerbrot benutzen, sondern auch die Peitsche.“ Die Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey nennt die Aussage „inakzeptabel“. © dpa

„Rüpelhafte Sätze und reale Befürchtungen“ konstatierte der rechtsliberale Mailänder „Corriere della Sera“ in seinem Aufmacher auf der ersten Seite. „Zwischen Sorge und Flegelhaftigkeit gibt es doch einen Unterschied, den zu beseitigen niemandem erlaubt ist.“ Napolitanos Verhalten dazu sei „bestens“. Das angesehene Blatt sprach von Steinbrück als dem „deutschen König der Ausrutscher“ und der Furcht vor dem Populismus.

Auch die liberale Turiner „La Stampa“ begrüßte Napolitanos Haltung „im Namen der europäischen politischen Korrektheit“. Natürlich habe der Staatschef gut reagiert, als er ein Treffen mit Steinbrück ablehnte. Die linksliberale römische„La Repubblica“, eine Anti-Berlusconi-Speerspitze, nannte Napolitanos Reaktion eine diplomatische Notwendigkeit, Italien stehe im Clowns-Kostüm da.

Peer Steinbrück: Klare Kante und loses Mundwerk

Peer Steinbrück: Klare Kante und loses Mundwerk

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

„Eine Legende besagt: Hätte Herrmann nicht abgeschlossen, würde Friedl immer noch rückwärts laufen“

„Eine Legende besagt: Hätte Herrmann nicht abgeschlossen, würde Friedl immer noch rückwärts laufen“

Flughafen Bremen: Die Ziele im Winterflugplan 2019/2020

Flughafen Bremen: Die Ziele im Winterflugplan 2019/2020

Das bietet das neue Kreuzfahrtschiff "MSC Grandiosa"

Das bietet das neue Kreuzfahrtschiff "MSC Grandiosa"

Beeindruckende Bilder von Wüsten der ganzen Welt – Lebensraum der Extreme

Beeindruckende Bilder von Wüsten der ganzen Welt – Lebensraum der Extreme

Meistgelesene Artikel

Einigung über Grundrente - aber: Ist das System zu kompliziert?

Einigung über Grundrente - aber: Ist das System zu kompliziert?

Nach Wahl in Thüringen: Mike Mohring mit klarem Urteil zu AfD-Stimmen - „Ich will ...“

Nach Wahl in Thüringen: Mike Mohring mit klarem Urteil zu AfD-Stimmen - „Ich will ...“

Lanz greift „deutsche Greta“ an - Luisa Neubauer hat für ihn vergiftetes Lob

Lanz greift „deutsche Greta“ an - Luisa Neubauer hat für ihn vergiftetes Lob

Weniger Hartz-IV-Sanktionen: Deutschlands „faulster“ Arbeitsloser jubelt

Weniger Hartz-IV-Sanktionen: Deutschlands „faulster“ Arbeitsloser jubelt

Kommentare