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Bald wieder alles beim Alten? Maskenpflicht könnte im Corona-Herbst zurückkommen

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Von: Carolin Gehrmann

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Maskenpflicht in Deutschland wegen der Herbstwelle von Corona? Unwahrscheinlich ist das nicht. Im September könnte es eine Regelung geben. Reicht das?

Berlin – Angesichts der durch die Omikron-Variante BA.5 explodierenden Inzidenzen in Deutschland hat man eigentlich schon fast damit gerechnet: Die derzeit fast überall ausgesetzte Maskenpflicht könnte als Corona-Maßnahme zum Infektionsschutz zurückkommen. Das sagte nun auch Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe, wie auch die Deutsche Presseagentur (dpa) am Samstag meldete.

Maskenpflicht gegen Corona: Infektionsschutz soll für Corona-Herbst 2022 geregelt werden

„Die Wirksamkeit von Masken für den Einzelnen in Innenräumen ist unstreitig. Deswegen wird eine Form der Maskenpflicht in Innenräumen in unserem Konzept sicher eine Rolle spielen“, sagte Buschmann konkret. Mit dem angesprochenen Konzept meint er ein Maßnahmenpaket, das nach dem Vorbild des Sieben-Punkte-Plans von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) den Infektionsschutz auch nach dem 23. September dieses Jahres gesetzlich regeln soll. Denn wegen der Sommerwelle 2022 in Deutschland könnte der Corona-Herbst 2022 für die Politik herausfordert werden. Der September ist außerdem so entscheidend, weil dann die derzeit geltenden Maßnahmen auslaufen.

Maske
Die Inzidenz steigt weiter an - schon jetzt werden Maßnahmen für den Corona-Herbst diskutiert. © Marcus Brandt/dpa

Corona in Deutschland: Maskenpflicht und andere Maßnahmen könnten wegen Herbstwelle zurückkommen

Um der erwarteten Corona-Herbstwelle, die laut Buschmann sehr ernstzunehmen sei, rechtzeitig entgegenzuwirken, wolle man bis Ende Juli ein entsprechendes Paket entwickeln, das dann im August mit den Ländern besprochen werden könne. In der ersten Sitzungswoche des Bundestages nach der Sommerpause könne dann ab dem 8. September über die neuen Regelungen entschieden werden.

Die Frage ist hier allerdings: Reicht das zeitlich aus, um eine schwere Welle im Herbst zu verhindern? Vor allem im Hinblick auf die hochansteckende Omikron-Varianten BA.5, die derzeit massiv um sich greift und an der man schon nach vier Wochen erneut erkranken kann? Zudem habe man kaum einen Immunschutz gegen BA.5, wenn man zuvor mit einer anderen Variante infiziert war, wie eine Studie nahelegt, an der die Virologin Sandra Ciesek und Forschende der Firma BionTech beteiligt sind.

Corona-Herbst 2022 in Deutschland: Reichen die Maßnahmen gegen Omikron BA.5 und Omikron BA.2.75?

Der September – ein wichtiger Monat für die Pandemiebekämpfung. Hier werden einige Weichen für den Corona-Herbst 2022 und Winter gestellt. Auch im Hinblick auf die Impfungen, die derzeit noch nicht so gut gegen die Omikron-Variante des Coronavirus wirken. Denn frühestens dann rechnet der Bundesgesundheitsminister Lauterbach mit angepassten Omikron-Impfstoffen. Was das für die neu aufgetretenen Untervariante BA.2.75 – auch „Centaurus“ genannt – bedeutet, ist derzeit noch unklar. Diese neuartige Variante zeichnet sich nämlich durch eine sehr hohe Zahl von Mutationen am Spike-Protein aus.

Maskenpflicht in Deutschland zur Corona-Herbstwelle. Schulschließungen und Lockdowns wegen Omikron?

Klar ist aber nach den Äußerungen Buschmanns: Die Ampel will nun geschlossen beim Infektionsschutz gegen Corona in Deutschland vorgehen. Dass die meisten Corona-Maßnahmen im Frühjahr weggefallen sind, geschah vor allem auf Drängen der FDP. Eine Maske muss man derzeit nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Flugzeug und in Kranken- und Pflegeeinrichtungen tragen. In den restlichen Einrichtungen gibt es keine Maskenpflicht mehr in Deutschland.

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Jetzt sind offenbar auch die Liberalen angesichts der erwarteten ernsten Lage wegen Omikron BA.5 und der möglichen Herbstwelle, die auf die Sommerwelle 2022 folgen könnte, mit im Boot und plädieren für mehr Vorsicht. Schulschließungen, Ausgangssperren und weitere Lockdowns schließt der Justizminister jedoch aus. Diese seien im dritten Pandemiejahr des Coronavirus keine angemessenen Instrumente mehr.

Sommerwelle 2022 in Deutschland: Hohe Inzidenzen schüren Sorgen wegen Corona-Herbst

Die Maskenpflicht dürfte damit beim Infektionsschutz wohl der größte gemeinsame Nenner der Ampel sein. Schon im Juni hatte Karl Lauterbach angesichts der anlaufenden Sommerwelle 2022 zum freiwilligen Tragen des Mund-Nasen-Schutzes geraten. Und auch der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hatte zuletzt wieder für eine Maskenpflicht in Innenräumen plädiert. Hier wird man im September voraussichtlich eine unkomplizierte Einigung erreichen können.

Im Hinblick auf die deutschlandweite Inzidenz, die das Robert-Koch-Institut am Samstag mit 752,7 pro 100.000 Einwohner angab, ein logischer Schritt, an dem es im Herbst, wenn die Zahlen weiter steigen werden, wohl kein Vorbeikommen gibt. In Niedersachsen liegt sie sogar bei 898.

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