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Corona-Bonus: Wer 2022 die Geld-Prämie bekommen kann

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Von: Alexander Eser-Ruperti

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Für Arbeitnehmer könnte es durch den Corona-Bonus bald eine Geld-Prämie in der Pandemie geben – Pflegekräfte warten wohl bis 2022 auf die Corona-Sonderzahlung.

Berlin – Die Corona-Pandemie hat das Land weiter fest im Griff. Während Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil in Anbetracht der pandemischen Lage für neue Kontaktbeschränkungen wirbt, sollen steuerfreie Sonderzahlungen zumindest finanziell für etwas Erleichterung bei vielen Arbeitnehmern sorgen. Der Corona-Bonus kann bis zu 1500 Euro betragen. Auch Pflegekräfte sollen von der Geld-Prämie profitieren, doch nicht mehr dieses Jahr. Für wen lohnt es sich jetzt schon, und bis wann ist die Sonderzahlung steuerfrei?

Krankheit:Covid-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Erster bekannter Fall:01. Dezember 2019

Wer bekommt den Corona-Bonus? Wie hoch ist die Corona-Sonderzahlung? Und ist die Corona-Prämie steuerfrei?

Den Corona-Bonus bekommen Arbeitnehmer. Unter anderem profitieren nun Mitarbeiter im öffentlichen Dienst der Bundesländer, wobei Hessen einen eigenen Weg geht. Die Regelungen der Corona-Sonderzahlung gelten dementsprechend auch für Bremen, Niedersachsen und Hamburg. Beschäftigen des öffentlichen Dienstes wird bis spätestens 31. März 2022 eine Corona-Prämie von 1300 Euro ausbezahlt, abgaben- und damit steuerfrei.

Beamte im Büro und eine Hand, die Euro-Geldscheine hält
Angestellte im öffentlichen Dienst können sich über einen Corona-Bonus freuen, in Bayern auch Beamte. (kreiszeitung.de-Montage) © Markus Scholz/dpa/imago

Gilt der Corona-Bonus auch für Auszubildende, studentische Beschäftigte und Praktikanten? Und hoch ist die Corona-Sonderzahlung?

Die Regelung für den Corona-Bonus gilt auch für Auszubildende, studentische Beschäftigte sowie Praktikantinnen und Praktikanten. In ihrem Fall beträgt die Corona-Sonderzahlung bis zu 650 Euro. Die Höhe der Corona-Prämie sind das Resultat der jüngsten Verhandlungen von Gewerkschaften mit Vertretern der Bundesländer. Minijobber müssen zwar auf eine wichtige Änderung 2022 achten, auf einen Corona-Bonus dürfen sie hingegen wohl nicht hoffen. Bei Empfängern des Mindestlohns, die mit einer baldigen Erhöhung auf 12 Euro rechnen können, sieht es ebenfalls nicht anders aus.

Corona-Bonus in Hessen: Bundesland geht bei der Corona-Sonderzahlung eigenen Weg – Angestellte des öffentlichen Dienstes bekommen 1000 Euro Corona-Prämie

Hessens Sonderweg bedeutet nicht, dass Angestellte des Öffentlichen Dienstes beim Corona-Bonus leer ausgehen. Den Mitarbeitern wird nach separaten Verhandlungen von Gewerkschaften und Arbeitgebern ein Corona-Sonerzahlung in Höhe von bis zu 1000 Euro ausbezahlt. Bis auf Hessen verhandeln die Bundesländer gemeinsam in der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) über die Corona-Prämie. Für die TdL hatte der Finanzminister von Niedersachsen, Reinhold Hilbers (CDU), die Verhandlungen angeführt. Er zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis.

Seit 2004 ist Hessen kein Mitglied der Tarifgemeinschaft der Länder mehr und verhandelt dementsprechend eigenständig. In Bayern soll das Ergebnis des Tarifabschlusses zudem auch auf Beamten übertragen werden, wie der bayrische Finanzminister Albert Füracker (CSU) erklärte.

Corona-Bonus 2022: Pflegekräfte sollen laut Ampel-Koalition die Corona-Sonderzahlung bekommen – die Corona-Prämie aber erst im nächsten Jahr erhalten

In der öffentlichen Debatte nahmen Pflegekräfte in den letzten Monaten eine besonders wichtige Rolle ein. Sie erhielten viel Lob (und auch eine Corona-Sonderzahlung?) für ihre Leistungen während der Corona-Pandemie – davon konnten sie sich in der Regel jedoch wenig kaufen. Die Pflegesituation ist angespannt, die Löhne meist niedrig. Applaus half ihnen da nur wenig, das weiß auch die Ampel-Koalition in der Causa Corona-Sonderzahlung. Während abseits einer möglichen Corona-Prämie in Niedersachsen nun eine wohl bald eine neue Corona-Verordnung gilt und es neue Omikron-Verdachtsfälle gibt, warten Pflegekräfte auch hier weiter auf ihren Corona-Bonus.

In Anbetracht der besonderen Belastungen, der Pflegekräfte ausgesetzt sind, ist auch für sie ein erneuter Corona-Bonus vorgesehen. Das soll sowohl für Pflegepersonal in Krankenhäusern, als auch in Altenheimen gelten. Laut dpa plant die Regierung dafür rund eine Milliarde Euro zu investieren. Pflegekräfte müssen sich allerdings noch etwas gedulden: Die Zahlungen für frü den Corona-Bonus wurden ins Jahr 2022 verschoben. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen Maria Klein-Schmeink begründete dies gegenüber NTV damit, dass man sichergehen wolle, die Zahlungen würden „die richtigen Beschäftigten“ erreichen. Derzeit steht noch im Raum, ob ungeimpftes Pflegepersonal auch an dem Corona-Bonus beteiligt wird.

Corona-Sonderzahlung: Verschiedene Unternehmen wie Adidas, Siemens oder die Deutsche Post planen ebenfalls die Zahlung eines Corona-Bonus

Auch verschiedene Unternehmen planen offensichtlich, einen Corona-Bonus an ihre Mitarbeiter auszuzahlen. Zu diesen Firmen mit einer möglichen Corona-Sonderzahlung gehören unter anderem die Deutsche Post: Sie sieht Informationen von BR.de zufolge vor, rund 200 Millionen Euro an die etwa 550.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Form einer Corona-Prämie auszuzahlen. Auch Siemens soll mit einem Corona-Bonus von rund 1000 Euro pro Mitarbeiter planen. Bei Adidas sollen bis Weihnachten 2021 ebenfalls bis zu 1000 Euro pro Mitarbeiter ausgezahlt werden – in Abhängigkeit von der Kaufkraft im jeweiligen Land.

Corona-Bonus in Schleswig-Holstein: Kieler Regierungsmitglieder verzichten auf Corona-Sonderzahlung

In Kiel verzichten die Mitglieder der Landesregierung auf die Auszahlung einer Corona-Sonderzahlung, dadurch spart das Land etwa 30.000 Euro. Betroffen von der Entscheidung über die Corona-Prämie sind in der Politik neben Ministern und Staatssekretären auch die Verwaltungschefs der beiden größten Städte Schleswig-Holsteins sowie die Präsidentin des Landesrechnungshofs. Ab der Besoldungsgruppe B9 wird damit keine steuerfreie Corona-Sonderzahlung in Schleswig-Holstein bezahlt.

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Die Landesregierung hatte das Tarifergebnis für Angestellte übernommen. Teil dieses Ergebnis war auch der Corona-Bonus. Auf die Sonderzahlung zu verzichten, wäre „eine Selbstverständlichkeit“, so die grüne Finanzministerin von Schleswig-Holstein, Monika Heinhold, gegenüber der dpa.

Weihnachten naht – viele müssen allerdings noch auf ihre Corona-Sonderzahlungen warten. Bis zum 31. März 2022 können Arbeitgeber einen steuerfreien Corona-Bonus an ihre Mitarbeiter auszahlen. Insbesondere das krisengebeutelte Pflegepersonal wartet weiter und hofft, dass die Entscheidung über Form- und Zeitpunkt ihrer Bonus-Zahlungen nicht mehr in allzu weiter Ferne liegt.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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