Ärger im Wohnhaus

Mieter wollen Hausverbot für Olaf Scholz‘ Personenschutz

Neue Wohnung, neuer Ärger: Die Nachbarn von Olaf Scholz (SPD) sind genervt von seinen Sicherheitsvorkehrungen und wollen seinen Personenschützer loswerden.

Potsdam – Polizisten neben der Mülltonne, zugestellte Parkplätze und überall helle Scheinwerfer: Olaf Scholz* (SPD) hat Ärger in seinem Wohnhaus in Potsdam. Die anderen Mieter fühlen sich massiv gestört von den Sicherheitsvorkehrungen rund um den Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidaten und wollen seinen Personenschützern am liebsten Hausverbot erteilen. Wie der Spiegel berichtete, ging bereits eine offizielle Beschwerde bei den Behörden ein. Bei seinen Nachbarn, so schrieb das Nachrichtenmagazin, habe der neue Mieter bereits verloren.

Deutscher Politiker:Olaf Scholz (SPD)
Geboren:14. Juni 1958 (Alter 62 Jahre), Osnabrück
Ehefrau:Britta Ernst (SPD)
Aktuelle Ämter:Bundesfinanzminister und Vizekanzler

Was ist da los? Erst vor wenigen Monaten zog der Bundesfinanzminister mit seiner Frau Britta Ernst in das Domizil in der schicken Innenstadtlage von Potsdam, nahe dem Museum Barberini. Nachdem Hamburgs ehemaliger Bürgermeister in das Bundeskabinett eingetreten und zuvor seine Ehefrau bereits brandenburgische Bildungsministerin geworden war, hatte das Paar bereits im Jahr 2018 den Lebensmittelpunkt in die brandenburgische Landeshauptstadt verlagert.

Olaf Scholz (SPD): Kanzlerkandidat hat nach Umzug großen Ärger mit den Nachbarn

Doch in der ersten Wohnung fühlten sich Scholz und Ernst nicht mehr wohl. Innerhalb von zwei Jahren wurde in dem Wohnhaus zweimal eingebrochen – obwohl die Sicherheitsmitarbeiter vor der Tür standen. Kurzentschlossen packten Scholz und Ernst die Koffer und zogen um.

Hat seine Nachbarn verärgert: SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz (SPD).

In der neuen Bleibe zeigten sich die Nachbarn zunächst über den prominenten Zuwachs in der Hausgemeinschaft entzückt. „Als wir erfuhren, dass Herr Scholz hier einzieht, haben wir das zunächst positiv gesehen und uns durchaus darüber gefreut“, berichtete nun ein Mieter dem Berliner Tagesspiegel. Doch schon bald begann der Unmut.

Wie es in den beiden Medienberichten heißt, stellte sich das Politiker-Paar den anderen Mietern nicht vor. Stattdessen patrouillierten die Sicherheitskräfte vor dem Haus, vor den Mülltonnen und neben dem Spielplatz. Nachts werden helle Scheinwerfer rund um das Haus eingeschaltet und die eigenen Fenster taghell erleuchtet. In der Tiefgarage blockieren derweil die dicken Dienstlimousinen sämtliche Parkplätze.

Nachbarschaftsstreit eskaliert: Mieter wollen Personenschutz von Vizekanzler Scholz vertreiben

Für Scholz gilt als Vizekanzler in der Bundesregierung die höchste Sicherheitsstufe. Beamte des Bundeskriminalamtes (BKA) passen rund um die Uhr auf den Finanzminister auf. Doch bei allem Verständnis – den Mietern reichte es offensichtlich irgendwann. Sie beschwerten sich offiziell bei der Polizei und versuchten ein Hausverbot für die Entourage um Scholz zu erwirken.

Doch die Behörden lehnten ab. Die Güterabwägung habe ergeben, dass die Interessen der Eigentümergemeinschaft hinter den höherwertigen Rechtsgütern und dem gesetzlichen Auftrag der Polizei zurücktreten müssten, zitiert der Tagesspiegel aus der Entscheidung. Sprich: Der Objekt- und Personenschutz wird unverändert fortgesetzt.

Olaf Scholz gegen Annalena Baerbock: Beide ringen in Potsdam um den gleichen Wahlkreis

Für Scholz ist das ein erneuter peinlicher Vorfall innerhalb weniger Tage. Zuletzt hatte auch sein Unwissen über alltägliche Preise von Butter, Brot und Benzin ihn nicht besonders vorteilhaft wirken lassen. Auf Nachfrage der Bild-Zeitung hatte nicht einmal eine Schätzung abgeben wollen und stattdessen um Verständnis geworben, weil er ein „ordentliches Einkommen“ beziehe und nicht gezwungen sei, auf Preise zu schauen. Was ehrlich wirken sollte, kam für viele jedoch als äußerst arrogant herüber.

Für den Mann, der im September Bundeskanzlerin Angela Merkel* (CDU) als Bundeskanzler beerben will, ist das neben zahlreicher Umfragetiefs ein weiterer Tiefschlag in der Wahlkampagne. Dabei könnte er gerade in seiner Heimat gute Unterstützung durch die Wähler gebrauchen. Denn bei der Bundestagswahl bewirbt er sich als Direktkandidat für den Potsdamer Wahlkreis 61.

Und dabei hat er eine prominente Herausforderin: Annalena Baerbock. Die grüne Kanzlerkandidatin will ihm dabei nicht nur den Wahlkreis streitig machen, sondern gleich auch das angestrebte Regierungsamt. Dass ihr Konkurrent jetzt in Potsdam öffentlich seinen Mietärger austragen muss, kommt der 40-Jährigen sicherlich nicht ungelegen. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Sechs Monate Audible inkl. Gratis-Hörbücher für monatlich 4,95 Euro statt 9,95 Euro

Sechs Monate Audible inkl. Gratis-Hörbücher für monatlich 4,95 Euro statt 9,95 Euro

Das sind die Minister und Ministerinnen der Ampel-Koalition

Das sind die Minister und Ministerinnen der Ampel-Koalition

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Meistgelesene Artikel

Corona-Verordnung: Weil im Landtag – „Alle haben die Nase voll“

Corona-Verordnung: Weil im Landtag – „Alle haben die Nase voll“

Corona-Verordnung: Weil im Landtag – „Alle haben die Nase voll“
Cannabis-Legalisierung: Ampel gibt Hanf frei – doch ab wann?

Cannabis-Legalisierung: Ampel gibt Hanf frei – doch ab wann?

Cannabis-Legalisierung: Ampel gibt Hanf frei – doch ab wann?
Bürgergeld 2022: Wer bekommt was? So viel zahlt die Ampel aus

Bürgergeld 2022: Wer bekommt was? So viel zahlt die Ampel aus

Bürgergeld 2022: Wer bekommt was? So viel zahlt die Ampel aus
Bürgergeld statt Grundsicherung? Was sich Hartz-4-Empfänger wirklich leisten können

Bürgergeld statt Grundsicherung? Was sich Hartz-4-Empfänger wirklich leisten können

Bürgergeld statt Grundsicherung? Was sich Hartz-4-Empfänger wirklich leisten können

Kommentare