Mitglied der "Schlapphut"-Bande

Bankräuber bestreitet Kontakt zum NSU

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Beate Zschäpe am Donnerstag beim NSU-Prozess.

München - Am Donnerstag ging der NSU-Prozess in München weiter. Ein Bankräuber hat Kontakte zum "Nationalsozialistischen Untergrund" bestritten.

Der Mann verbüßt als Mitglied der „Schlapphut“-Bande eine Haftstrafe in Sachsen-Anhalt und war für seine Zeugenaussage vor dem Oberlandesgericht nach München gebracht worden. Er kenne weder Ralf Wohlleben noch einen anderen der Angeklagten, sagte er dem Vorsitzenden Richter.

Ein in Polen inhaftierter früherer Komplize hatte gesagt, die „Schlapphutbande“ habe sich bei Wohlleben eine Waffe besorgt und ihm dafür ein Gerät zum Knacken von Autos geliefert. Das sei ausgeschlossen, sagte der Zeuge. Seine Bande habe sich „Waffen leichter besorgen können und nicht so umständlich“. Ein anderer Komplize hatte als Zeuge im NSU-Prozess gesagt, der Pole habe sich das ausgedacht, um sich wichtig zu machen und den Rest seiner Strafe in Deutschland verbüßen zu können.

Kaltblütig ermordet - Die Opfer der Terrorzelle NSU

Zwischen 2000 und 2007 sollen die Mitglieder des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) zehn Menschen umgebracht haben. Die Opfer wurden kaltblütig erschossen, aus nächster Nähe - so das Ergebnis der bisherigen Ermittlungen. Hinzu kamen zwei Sprengstoffanschläge mit insgesamt 23 Verletzten.Die mutmaßlichen Täter und NSU-Mitglieder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt entkamen immer unerkannt. Eine Übersicht: © dpa
9. September 2000, Nürnberg: Der türkische Blumenhändler Enver Simsek (38) wird beim Arbeiten erschossen. © dpa
19. Januar 2001, Köln: In einem iranischen Lebensmittelgeschäft explodiert ein Sprengsatz. Die 19-jährige Tochter des Inhabers wird schwer verletzt. Das Bild zeigt den Vorsitzenden des NSU-Untersuchungsausschusses beim Treffen mit den überlebenden Opfern des NSU. © dpa
13. Juni 2001, Nürnberg: Mundlos und Böhnhardt erschießen den Türken Abdurrahim Özüdogru (49) in seiner Änderungsschneiderei. © dpa
27. Juni 2001, Hamburg: Der türkische Händler Süleyman Tasköprü (31) stirbt durch mehrere Kopfschüsse in seinem Lebensmittelladen. © dpa
29. August 2001, München: Mundlos und Böhnhardt erschießen den türkischen Gemüsehändler Habil Kilic (38) in seinem Geschäft. © dpa
25. Februar 2004, Rostock: Die Rechtsterroristen töten den türkischen Imbissverkäufer Mehmet Turgut (25). © dpa
9. Juni 2004, Köln: Die Terroristen zünden eine Nagelbombe vor einem türkischen Friseursalon in der Keupstraße. 22 Menschen werden zum Teil lebensgefährlich verletzt. © dpa
9. Juni 2005, Nürnberg: Ismail Yasar (50) wird in seinem Döner-Imbiss getötet. © dpa
15. Juni 2005, München: Der Grieche Theodoros Boulgarides (41) stirbt durch drei Kopfschüsse in seinem Schlüsseldienst-Laden. © dpa
4. April 2006, Dortmund: Mundlos und Böhnhardt töten den türkischstämmigen Kioskbetreiber Mehmet Kubasik (39). © dpa
6. April 2006, Kassel: Halit Yozgat (21) stirbt durch Schüsse in seinem Internet-Café. © dpa
25. April 2007, Heilbronn: Die Polizistin Michèle Kiesewetter (22) wird erschossen, ihr Kollege (24) überlebt schwer verletzt. © dpa

dpa

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